Ein Steuerklassenwechsel sollte gemacht werden, wenn sich die Lebenssituation oder das Einkommensverhältnis einer Person ändert. Dieser Steuerklassenwechsel kann mehrfach im Jahr vorgenommen werden, wenn wechselnde steuerliche Bedingungen durch Job, Arbeitslosigkeit oder Krankheit auftreten. Für den Wechsel muss ein offizielles Formular ausgefüllt werden, das beim zuständigen Finanzamt eingereicht wird.

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Steuerklassenwechsel beantragen

Der Wechsel der Steuerklasse ist sehr einfach. Dafür müssen die Steuerzahler nur das dafür vorgesehene Formular ausfüllen und an das zuständige Finanzamt schicken. Der beantragte Steuerklassenwechsel wird spätestens im Folgemonat nach der Antragstellung gültig.

Mit diesem Formular kann beim zuständigen Finanzamt ein Steuerklassenwechsel beantragt werden.

PDF-Formular zum Steuerklassenwechsel

Wer sollte die Steuerklasse wechseln? – eine Übersicht

Steuerklasse-wechseln

Bei einer Scheidung erfolgt der Wechsel von Steuerklasse 4, 3 oder 5 in Steuerklasse 1. Lebt ein Ehepaar im sogenannten Trennungsjahr weiterhin zusammen, können die Steuerklassen für diese Zeit beibehalten werden.

Nach der Eheschließung wechseln Steuerpflichtige von Steuerklasse 1 oder 2 in Steuerklasse 4. Der Steuerklassenwechsel in die Kombination 4/4 erfolgt automatisch. Das Ehepaar hat anschließend die Möglichkeit, die Kombination 3/5 zu wählen. Ein solcher Wechsel muss beantragt werden.

Die alleinerziehende Person wechselt von Steuerklasse 1 in Steuerklasse 2. Ein solcher Wechsel muss beim Finanzamt beantragt werden. Wenn verheiratete Mütter und Väter schon im Jahr vor der Geburt getrennt gelebt haben, kann die künftigt alleinerziehende Person direkt nach der Geburt den Wechsel beantragen.

Wenn ein Ehepartner eine große Gehaltserhöhung erhält, kann von den Steuerklassen 4/4 in die Klassen 3/5 gewechselt werden. Der Wechsel muss beantragt werden und ist sinnvoll, wenn die Einkünfte durch den Gehaltssprung weit auseinandergehen. Kommen die Gehälter hingegen dichter zusammen, kann in die umgekehrte Richtung gewechselt werden.

Nach der Heirat die Steuerklasse wechseln

Nach der Heirat werden alle Ehepaare automatisch in die Steuerklasse 4 eingeordnet. Ehepartner, die beide in etwa gleich verdienen, sollten bei dieser Steuerklassenkombination bleiben.

Verdient ein Ehepartner deutlich mehr, macht es in der Regel Sinn, dass sich der Besserverdiener in Lohnsteuerklasse 3 veranlagen lässt. Der Partner mit dem niedrigeren Einkommen wechselt in Steuerklasse 5.

Der Wechsel der Steuerklasse resultiert in einem deutlich höheren Nettoeinkommen im Monat. Verbleiben die Ehepartner in der "schlechteren" Steuerklasse, erhalten sie die zu viel gezahlten Steuern mit der Einkommensteuererklärung rückwirkend zurück.

Steuerklassenwechsel vor der Schwangerschaft

Plant man eine Schwangerschaft, lohnt sich der Wechsel in die Steuerklassen 3/5. Dabei sollte der Partner, der später das Elterngeld bezieht, in die Steuerklasse 3 wechseln, denn das Elterngeld wird auf Basis des letzten Nettoeinkommens berechnet. Da die Steuerklasse 3 die Klasse mit den geringsten Abzügen ist, fällt am Ende auch das Elterngeld höher aus.

Steuerklassenwechsel nach der Scheidung

Paare, die sich zu einer Scheidung entschlossen haben, können sich gemeinsam veranlagen lassen, solange diese noch nicht vollzogen ist. Zwar gelten im Trennungsjahr Ausnahmen, doch wenn man belegen kann, dass man während des Trennungsjahrs immer noch zumindest teilweise zusammengelebt hat, wird auch hier eine gemeinschaftliche Veranlagung vom Finanzamt meistens akzeptiert.

Steuerklasse vor drohender Arbeitslosigkeit wechseln

Droht in näherer Zukunft Arbeitslosigkeit, bietet es sich an, in eine günstigere Steuerklasse zu wechseln.

Das Arbeitslosengeld wird basierend auf dem letzten Nettoeinkommen berechnet. Wechselt man rechtzeitig in eine Steuerklasse mit weniger Abzügen, kann man somit das Nettoeinkommen und folglich auch das Arbeitslosengeld etwas erhöhen.

Als Alleinerziehender die Steuerklasse wechseln

Alleinerziehende werden in der Regel in Steuerklasse 2 eingeordnet. Es muss jedoch die Voraussetzung erfüllt sein, dass sie mindestens ein minderjähriges und im gleichen Haushalt lebendes Kind betreuen. Des Weiteren darf die alleinerziehende Person mit keinem anderen Erwachsenen eine gemeinsame Haushaltsführung haben.

Für Arbeitnehmer in Steuerklasse 2 findet der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende (§ 24b) Berücksichtigung. Dadurch fallen deutlich weniger Steuern für die betroffenen Personen an.

Wer in die Steuerklasse 2 wechseln möchte, muss beim zuständigen Finanzamt einen Wechsel beantragen. Dafür steht dem Arbeitnehmer ein Formular zur Verfügung, das direkt beim zuständigen Finanzamt, per Post oder auch per Mail eingereicht werden kann.

  • Durch erwachsene Kinder ohne Kindergeldanspruch im Haushalt entfällt der Anspruch auf den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende nach § 24b EStG.

Steuerklassenwechsel bei Tod des Partners

Der Staat hilft einer Witwe bzw. einem Witwer nach dem Tod des Ehepartners, indem er besondere Einstufung der Steuerklasse vornimmt. Verwitwete werden für das Jahr, in dem der Partner verstorben ist sowie für das darauffolgende Jahr in die Steuerklasse 3 eingestuft. Der Vorteil dabei: In der Steuerklasse 3 erhält die Witwe bzw. der Witwer die höchsten Steuerfreibeträge.

Endet die Zeit in Steuerklasse 3, so wird die verwitwete Person in die Steuerklasse 1 eingestuft. Sie verliert folglich ihre Privilegien und wird vom Staat als eine ledige Person betrachtet. Jedoch gibt es hier auch Ausnahmen: Wer minderjährige, im Haushalt lebende Kinder hat oder als Witwe bzw. Witwer eine neue Ehe eingeht, wird nicht in Steuerklasse 1, sondern in Steuerklasse 2 bzw. 4 einsortiert.

  • Die Einordnung des Hinterbliebenen in Steuerklasse 3 erfolgt automatisch. Die Meldeämter übermitteln den Zeitpunkt des Todes an die Datenbank der Finanzverwaltung.

Häufig gestellte Fragen zum Steuerklassenwechsel

Es gibt Situationen, in denen es sinnvoll ist, einen Wechsel der Lohnsteuerklasse zumindest in Erwägung zu ziehen.
Zum Beispiel ist es ratsam, die Steuerklasse zu wechseln, wenn man verheiratet ist und einer der Partner einen deutlichen Gehaltssprung (in die eine oder andere Richtung) macht. Gewechselt wird in diesem Fall von der gemeinsamen Steuerklasse 4 in die Klassen 3 und 5.

Nein, das Nettoeinkommen wird durch einen Wechsel der Steuerklasse nicht grundsätzlich höher. Der Wechsel in eine andere Steuerklasse kann zwar zu einem höheren monatlichen Nettoeinkommen verhelfen, im Rahmen einer Einkommensteuererklärung am Jahresende wird dies jedoch wieder ausgeglichen. Vor allem in der Steuerklassenkombination 3/5 sind Steuernachzahlungen sehr häufig.

Die automatische Einstufung eines Ehepaares ist für beide Partner die Steuerklasse 4. Der Gesetzgeber hat jedoch erlaubt, dass Ehepaare auch die Steuerklassenkombination 4/4 mit Faktor wählen können. Hiermit soll erreicht werden, dass die zu zahlende Steuer in einem besseren Verhältnis zum tatsächlichen Einkommen steht: Wer mehr verdient, zahlt mehr, wer weniger verdient, zahlt weniger.

Verdient ein Ehegatte deutlich mehr als der andere, kann ein Wechseln hin zu der Steuerklassenkombination 3 und 5 in Erwägung gezogen werden. Der Partner mit dem höheren Einkommen wählt die Klasse 3, der andere Steuerklasse 5.

Auf das höhere Gehalt wird dann ein geringerer Steuersatz angewendet, was für den Partner mit der Steuerklasse 3 zu einem größeren Nettoeinkommen führt. Der Ehegatte in Steuerklasse 5 hat hingegen sehr hohe Abzüge. In Verbindung mit Steuerklasse 3 kann das Paar jedoch insgesamt ein höheres Nettogehalt erhalten. Dieser Vorteil wird nach der Einkommensteuererklärung jedoch in Form von Nachzahlungen wieder ausgeglichen.

Die Wahl der Steuerklasse 3/5 hat den entscheidenden Nachteil, dass diese Paare in jedem Fall eine Steuererklärung am Jahresende abgeben müssen. Bei der Klassenkombination 4/4 ist das nicht erforderlich.

Die Abgabe der Steuererklärung ermöglicht es dem Finanzamt, durch die Addition der beiden Einkommen und die Anwendung des Ehegattensplittings eventuell zu wenig gezahlte Steuern nachzufordern.

  • Die Erfahrung hat gezeigt, dass bei der Steuerklasse 3/5 fast immer eine Steuernachzahlung erfolgt.

Der Wechsel lohnt sich nur dann, wenn der Einkommensunterschied zwischen den beiden Einkommen mindestens 40/60 Prozent beträgt. Der Steuerklassenwechsel kann jedoch auch aus einem anderen Grund wichtig sein. Dadurch, dass sich bei einem Arbeitnehmer das Nettoeinkommen erhöht, hat er den Vorteil, dass bei allen staatlichen Zahlungen, die auf dem Nettoeinkommen beruhen, eine höhere Zahlung erzielt wird.

Ja, der Wechsel der Steuerklasse wirkt sich auf das Elterngeld aus. Man kann einen Vorteil erzielen, wenn man rechtzeitig aus der Steuerklassenkombination 4/4 in die Steuerklassenkombination 3/5 wechselt bzw. Die Steuerklassen 3 und 5 tauscht. Derjenige, der das Elterngeld bezieht, erhält die Steuerklasse 3.

Dabei gelten allerdings enge Fristen. Mütter sollten mindestens 7 Monate vor dem Mutterschutz die Steuerklasse wechseln, Väter 7 Monate vor der Geburt. Wer die Fristen einhalten kann, für den lohnt sich dieser Wechsel, da das Elterngeld aufgrund des Nettoeinkommens der zurückliegenden 12 Monate berechnet wird.

Ja, die Höhe des Arbeitslosengeldes ändert sich nach einem Wechsel. Da das Arbeitslosengeld anhand des letzten Nettogehalts berechnet wird, fällt es höher aus, wenn die arbeitslose Person vor der Arbeitslosigkeit der Steuerklasse 3 angehörte.

  • Es wird vor dem Antrag auf einen Wechsel der Steuerklasse dringend empfohlen, sich direkt an das Arbeitsamt zu wenden, und um Klärung zu bitten. Auf diese Weise können Probleme, die durch einen Wechsel der Steuerklasse während einer bestehenden Arbeitslosigkeit entstehen können, vermieden werden.


Ehepaare und eingetragene Lebensgemeinschaften können die Steuerklassen wechseln. Zudem können Personen, die zukünftig alleinerziehend sind, das alleinige Sorgerecht haben und das Kindergeld beziehen, in eine andere Klasse wechseln.


Einzelnachweise & Quellen

  1. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl
  2. Familienportal: Steuerentlastungen
  3. Familienportal: Trennung
  4. Gesetze im Internet: Einkommensteuergesetz (EStG) § 39 Lohnsteuerabzugsmerkmale
  5. Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen: Todesfall - Witwen/Witwer und Waisen
  6. Gesetze im Internet: Einkommensteuergesetz (EStG) § 38b Lohnsteuerklassen, Zahl der Kinderfreibeträge

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