Die Steuerklasse 6 ist nur für Arbeitnehmer gedacht, die zwei oder mehrere Beschäftigungsverhältnisse haben. In diesem Fall gibt es die besondere Ausnahme, dass der Steuerzahler in zwei Lohnsteuerklassen eingeordnet wird. Bei einer Doppeleinstufung wird der Zweitjob immer der Lohnsteuerklasse 6 zugeordnet.
Wer genau wird in die Steuerklasse 6 eingestuft? Was muss man steuerlich bei einem Nebenerwerb beachten? Und wie beantragt man die Steuerklasse 6? Diese und weitere Fragen werden folgend beantwortet.


Wer ist in Steuerklasse 6?

Die Lohnsteuerklasse 6 ist für Personen, die in einem zweiten oder weiteren Arbeitsverhältnis stehen. In diesem Fall findet eine Doppeleinstufung statt: Der Zweitjob wird in die Steuerklasse 6 eingeordnet, der Erstjob je nach Einzelfall in eine der anderen Steuerklassen.
Grundsätzlich liegt in Steuerklasse VI die größte Steuerbelastung für Arbeitnehmer vor, denn es können weder der Kinderfreibetrag noch der Arbeitnehmerpauschbetrag oder der Grundfreibetrag geltend gemacht werden.
Übt ein Arbeitnehmer als Nebenerwerb einen Minijob aus und verdient monatlich nicht mehr als 450 Euro zusätzlich, muss er sich um die passende Lohnsteuerklasse keine Gedanken machen. Minijobs sind steuerfrei und müssen in der Klasse nicht angemeldet werden.

  • Wer ist in Lohnsteuerklasse 6?

    Personen, die neben einer Haupttätigkeit einen oder mehrere Nebenjobs haben:
    Der bzw. die Nebenjobs werden der Steuerklasse 6 zugeordnet!

Abzüge bei Lohnsteuerklasse 6

steuerfreibetrag-grundfreibetrag

Weil viele der geltenden Steuerfreibeträge hier nicht vorgesehen sind. Anders als beispielsweise in Steuerklasse 1 gibt es hier keinen

Grundfreibetrag
Kinderfreibetrag
Arbeitnehmerpauschbetrag
Sonderausgabenpauschbetrag.

Das bedeutet, dass Personen, deren Nebenjob dieser Lohnsteuerklasse zugeordnet ist, für diesen schlechtere steuerliche Bedingungen in Kauf nehmen müssen.

Steuerklasse 6

Steuerklassenkombinationen mit Steuerklasse 6

Die Steuerklasse VI ist in Kombination mit jeder anderen Steuerklasse denkbar. Mit welcher genau eine Kombination möglich ist, hängt vom persönlichen Familienstatus ab.

FamilienstatusSteuerklassenkombinationen
Singles und LedigeSteuerklassen I und VI
AlleinerziehendeSteuerklassen II und VI
Verheiratete PersonenSteuerklassen III und VI
Steuerklassen IV und VI
Steuerklassen V und VI

Steuerklasse 6 Rechner

Berechnungsbeispiele: Steuerklasse 6

Nachfolgend finden Sie drei Szenarien, die veranschaulichen sollen, welche Abzüge es in der Steuerklasse VI gibt.

Prinzipiell gilt hier folgender Sachverhalt: Die Hauptbeschäftigung wird in Steuerklasse 1 eingeordnet. Alle weiteren Arbeitsverhältnisse unterliegen Steuerklasse VI.

Aber: Nur einer der Minijobs bleibt abgabenfrei, für die weiteren Beschäftigungen erfolgt eine Hinzurechnung zur Hauptbeschäftigung bzw. die Belastung mit Sozialabgaben.

Dieses Szenario kann für den Beschäftigten sehr ungünstig ausfallen, da bei Aufnahme einer weiteren Tätigkeit eine der beiden Beschäftigungen in Steuerklasse 1 und die zweite Beschäftigung in Steuerklasse VI eingeordnet werden muss. Trifft letzteres auf die eigentliche Hauptbeschäftigung zu, ergibt sich an dieser Stelle eine hohe Abgabenlast.

Für die zweite Beschäftigung (Minijob; 450 Euro) gibt der Arbeitnehmer an, dass es sich um eine Nebenbeschäftigung handelt. Damit gilt für den ersten Job die vergebene Steuerklasse 1.

Bei 2.455 Euro Bruttoentgelt fallen für:

an. Für die zweite Beschäftigung fallen 51,58 Euro Lohnsteuer an. Minijobs sind darüber hinaus versicherungsfrei.

Nebenjob

Die wichtigsten Fakten zur Steuerklasse 6

  • In Lohnsteuerklasse 6 kommen Arbeitnehmer mit mehr als einer Beschäftigung.
  • Der Zweitjob bzw. alle weiteren Nebenjobs werden nach dieser Steuerklasse besteuert.
  • Der Erstjob wird einer anderen Steuerklasse zugeordnet.
  • Welche das ist, hängt vom Familienstatus des Steuerzahlers ab.
  • Der Nebenjob wird in Steuerklasse 6 sehr "schlecht" besteuert, es gibt dort keine Freibeträge.

Häufig gestellte Fragen zur Steuerklasse 6

Geringfügig Beschäftigte sind nicht zu verwechseln mit einem Geringverdiener. Geringfügig Beschäftigte in einem 450 Euro Job müssen nicht zwangsläufig Steuern zahlen. Geringverdiener sind vor allem in einem freiwilligen sozialen Jahr beschäftigt. Außerdem gilt der Status Geringverdiener auch für Azubis, die weniger als 325 Euro Gehalt im Monat erhalten. Auch Praktikanten zählen als Geringverdiener. Der Arbeitgeber muss im Falle der Beschäftigung eines Angestellten als Geringverdiener die Sozialabgaben übernehmen.

Wird gegenüber dem Arbeitgeber angegeben, dass es sich um eine weitere Tätigkeit zur Hauptbeschäftigung handelt, erfolgt die Einstufung in aller Regel automatisch.

Diese Angabe sollte immer erfolgen, um nachteilige Wechsel der Beschäftigungen zu vermeiden.

Wenn eine Tätigkeit, die bisher im Nebenjob ausgeübt wurde, zum Hauptjob wird. Die Lohnsteuerklassen müssten dann entsprechend ausgetauscht werden.

Studenten gehen parallel zum Studium oft einer Beschäftigung auf 450 Euro Basis nach. Bei einem Minijob wird allerdings keine Lohnsteuer fällig. Ledige Studenten mit nur einer Beschäftigung gehören in Steuerklasse I.

  • Die Steuerklasse VI kommt nur in Frage, wenn Studierende mehr als eine Beschäftigung ausüben. Hier ist am Jahresende zu prüfen, inwiefern mit einer Steuererklärung das Potenzial auf eine Rückerstattung besteht.

 

Nein. Es gilt in diesem Fall die Steuerklasse, welche auch bei der hauptberuflichen Arbeitnehmertätigkeit zum Tragen kommt.

Werden im Nebenjob weniger als 450 Euro verdient, ist auch hier die Tätigkeit als geringfügig einzustufen, was unter anderem zur Folge hat, dass keine Lohnsteuer gezahlt werden muss.


Einzelnachweise und Quellen

  1. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl
  2. Statista: Häufigste Nebenjobs von Studenten
  3. Deutsche Rentenversicherung: Minijob - Midijob

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