Steuerklasse 5

Aktualisiert am 30.08.2022 13:47 von Melanie Vahland

Weniger Netto durch fehlende Freibeträge?

Nur Verheiratete können die Steuerklasse 5 wählen. Dabei wird der andere Partner in Steuerklasse 3 eingestuft, da diese Lohnsteuerklasse nur als Kombination funktioniert. Derjenige mit dem geringeren Gehalt wählt die Steuerklasse 5. Bei ausgeglichenem Gehalt kann für beide Partner die Steuerklasse 4 gewählt werden.

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Abzüge in Steuerklasse 5

Die Abzüge in Steuerklasse 5 fallen durch die fehlenden Freibeträge vergleichsweise hoch aus. Die Steuern, die vom Bruttolohn abgezogen werden, sind mit denen in anderen Steuerklassen identisch. Dazu gehören Beispielsweise die Lohnsteuer, gegebenenfalls Kirchensteuer sowie folgende Sozialabgaben:

Ca. -31,8% Abzüge in Steuerklasse 5:

Steuerklasse 5 Rechner

Die genaue Höhe der Abzüge in Steuerklasse 5 hängt maßgeblich von der Höhe des Gehalts ab. Mit dem Brutto Netto Rechner lässt sich ermitteln, wie viel Gehalt am Ende des Monats ausgezahlt wird.

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Steuerfreibeträge in Steuerklasse 5

Freibeträge dienen dazu, die Steuerlast zu mindern. Allerdings fallen sie in Steuerklasse 5 für sich genommen nur sehr gering aus. Aus diesem Grund sind die Abzüge in der Lohnsteuerklasse V hoch. Das wirkt sich auf den monatlichen Nettoverdienst aus.

Im Gegensatz zu den Steuerklassen 1 bis 4 kann in der Lohnsteuerklasse 5 kein Grundfreibetrag auf den jährlichen Bruttoverdienst geltend gemacht werden. Es gibt auch keinen Kinderfreibetrag. Dieser wird ausschließlich dem Ehepartner zuerkannt, der in die Steuerklasse 3 eingeordnet worden ist.

Nur ca. +1.036 Euro Steuerfreibeträge in Steuerklasse 5:

  • Grundfreibetrag: entfällt
  • Kinderfreibetrag: entfällt
  • Arbeitnehmerpauschbetrag: 1.000 Euro
  • Sonderausgabenpauschbetrag: 36 Euro
Mit dem Steuerfreibetragrechner können Sie schnell und unkompliziert die Höhe der Freibeträge für Ihr Jahresbruttoeinkommen in der Steuerklasse V berechnen.
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Unterschiede zwischen Steuerklasse 5 und anderen Steuerklassen

Steuerklasse 5 kann von Verheirateten in Kombination mit Steuerklasse 3 genutzt werden. Der größte Unterschied zu den Steuerklassen 1 bis 4 ist, dass in Lohnsteuerklasse 5 weder ein Grundfreibetrag noch der Kinderfreibetrag genutzt werden kann. Dafür kann der Partner in Steuerklasse 3 den vollen Kinderfreibetrag sowie den doppelten Grundfreibetrag nutzen.

Hier finden Sie den Vergleich zwischen Steuerklasse 5 und anderen Steuerklassen im Überblick:

  • Steuerklasse 5 vs. Steuerklasse 1: Für kinderlose, ledige Personen, voller Kinderfreibetrag und Grundfreibetrag (im Gegensatz zu Steuerklasse 5)
  • Steuerklasse 5 vs. Steuerklasse 2: Für Alleinerziehende, voller Kinderfreibetrag und Grundfreibetrag, zusätzlicher Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
  • Steuerklasse 5 vs. Steuerklasse 3: Für Verheiratete (kombiniert mit Steuerklasse 5), niedrigere Abzüge, voller Kinderfreibetrag und doppelter Grundfreibetrag
  • Steuerklasse 5 vs. Steuerklasse 4: Für Verheiratete, voller Grundfreibetrag, halber Kinderfreibetrag (wird zwischen Ehepartnern aufgeteilt)
  • Steuerklasse 5 vs. Steuerklasse 6: Für Arbeitnehmer mit zwei oder mehr Jobs, zusätzlich zu einer anderen Steuerklasse, keine Freibeträge, höhere Abzüge als Steuerklasse 5

Die Steuerklassenkombination 3/5

Die Steuerklasse 5 ist für Verheiratete vorgesehen und kann nur gewählt werden, wenn der Ehepartner gleichzeitig in Steuerklasse 3 wechselt. Standardmäßig werden Verheiratete der Steuerklasse 4 zugeordnet. Ein Wechsel in die Kombination 3/5 muss beantragt werden.

Diese Steuerklassenkombination bietet sich für Eheleute an, deren Gehalt sich stark voneinander unterscheidet. Als Faustregel gilt: Wenn das Gehalt des Ehepaares in einem 60:40 Verhältnis zueinander steht, kann der Wechsel in die Klassen 3/5 in Betracht gezogen werden.

Wenn die Person mit dem geringeren Verdienst sich dann in die Lohnsteuerklasse 5 einstufen lässt, muss der Partner mit dem deutlich höheren Gehalt in die Steuerklasse 3 wechseln.

Alle Steuerklassenkombinationen für Verheiratete im Überblick

Steuerklassen 4/4 - Bei ähnlichem Einkommen

In der Steuerklassenkombination 4/4 zu bleiben, bietet sich vor allem für Paare an, die ähnlich viel verdienen. Dadurch wird die Steuer gleichmäßig auf beide Partner verteilt.

Steuerklassen 4/4 mit Faktor - Bei leicht verschiedenem Einkommen

Auch Ehepartner, die leicht unterschiedlich verdienen, können ihre Steuerlast in der Kombination 4/4 gleichmäßig verteilen. Möglich ist dies durch das Faktorverfahren.

Steuerklassen 3/5 - Bei deutlich verschiedenem Einkommen

Verdient ein Partner mindestens 60% des gemeinsamen Einkommens, kann durch die Kombination 3/5 das monatliche Nettogehalt erhöht werden. Die Ersparnis muss jedoch nachgezahlt werden.

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Vorteile und Nachteile der Steuerklasse 5

Die Steuerklasse V hat im Vergleich zu anderen Klassen hohe Steuerabzüge. Es lohnt sich dennoch, über den Wechsel nachzudenken. Da die Abgaben des Partners in der Steuerklasse III so gering ausfallen, steht dem Ehepaar am Ende des Monats gemeinschaftlich mehr Nettogehalt zur Verfügung, als es in einer anderen Steuerklassenkombination der Fall wäre.

Die Höhe der Einkommensteuer für ein Ehepaar bleibt jedoch immer gleich. Durch die günstigere Steuerklassenwahl wird zwar monatlich mehr Netto vom Brutto ausgezahlt. Allerdings werden in diesem Fall oft hohe Nachzahlungen nach der Steuererklärung fällig. Wählt man eine ungünstige Steuerklasse, bekommt man die Differenz der zu viel gezahlten Steuern nach der Steuererklärung zurückerstattet.

Am Ende der jährlichen Einkommensteuererklärung ist die Steuerklassenwahl also irrelevant: Es existiert kein tatsächlicher Steuervorteil.

Nachzahlungen vermeiden

In der Steuerklassenkombination 3/5 kommt es nicht selten zu hohen Nachzahlungen. Da das Paar monatlich weniger Lohnsteuer zahlt, müssen die zu wenig gezahlten Steuern nach der gemeinsamen Steuererklärung nachgezahlt werden. Damit Ehepaare von dieser Nachzahlung nicht überrascht werden, sollten Sie sich bereits im Laufe des Jahres darauf vorbereiten.

Nachzahlung vermeiden in Steuerklassenkombination 3/5:

  1. Gehalt beider Partner addieren
  2. Höhe der schon gezahlten Lohnsteuer berechnen
  3. Freibeträge von der Lohnsteuer abziehen
  4. Zu zahlende Lohnsteuer anhand der Splittingtabellen ablesen
  5. Gezahlte Lohnsteuer von der zu zahlenden abziehen und so die Nachzahlung berechnen
  6. Steuerklasse wechseln oder Vorauszahlung mit dem Finanzamt vereinbaren

Häufige Fragen zur Steuerklasse 5

Kann man durch Tausch von Steuerklasse 5 und 3 das Elterngeld erhöhen?

Ja, man kann durch Steuerklassentausch das Elterngeld erhöhen.

In diesem Beispiel hat das Ehepaar die Steuerklassenkombination III/V gewählt: Die werdende Mutter befindet sich in Steuerklasse V, ihr Partner ist der günstigeren Steuerklasse III zugeteilt. Hier ist es möglich, dass das Elterngeld, welches nach der Geburt bezogen wird, ganz legal erhöht wird. Das Elterngeld hängt nämlich von der Höhe des Nettoeinkommens vor der Elternzeit ab.

Geht die werdende Mutter in den Mutterschaftsurlaub, kann sie mit der richtigen Wahl der Steuerklasse ihren Nettolohn steigern und so die Höhe des Elterngeldes positiv beeinflussen. Sie könnte deshalb vor der Geburt in die Steuerklasse III wechseln und ihr Partner, der mehr Gehalt erzielt, geht in die Lohnsteuerklasse 5. Nach der Geburt sollte die Steuerklasse wieder zurückgetauscht werden.

Welche Steuerklasse habe ich, wenn mein Partner nicht arbeitet?

Wenn nur ein Ehepartner arbeitet, wird der Alleinverdiener in der Regel nach Steuerklasse 3 besteuert, da er in dieser Steuerklasse die geringsten Abzüge hat.

Ist bereits bei der Eheschließung ein Partner Alleinverdiener, erfolgt die Zuordnung in Steuerklasse 3 automatisch. Arbeiten zunächst beide, behält der zukünftige Alleinverdiener bei Arbeitslosigkeit des Partners seine bisherige Steuerklasse.

Das kann für das Ehepaar unvorteilhaft sein, wenn der Alleinverdiener zuvor in Steuerklasse 5 war, da die Änderung der Steuerklassenkombination bei Arbeitslositkeit eines Partners nicht so einfach möglich ist. Bezieht der arbeitslose Partner staatliche Leistungen, benötigt er die Zustimmung der Arbeitsagentur für einen Wechsel der Steuerklasse. Bei drohender Arbeitslosigkeit sollten Eheleute also im Vorhinein überprüfen, ob ein frühzeitiger Steuerklassenwechsel sinnvoll ist.

Wie beantragt man die Steuerklasse V?

Generell greift nach einer Heirat automatisch Steuerklasse IV – für beide Partner. Diese gilt auch für Lebenspartnerschaften. Bei hoher Differenz zwischen den Einkommen kann sich aber auch die Steuerklassenkombination III/V rechnen.

Für den Wechsel muss lediglich ein Formular von beiden steuerpflichtigen Partnern ausgefüllt, unterschrieben und an das zuständige Finanzamt geschickt werden.

Wie viel darf man in Steuerklasse V verdienen, ohne Steuern zahlen zu müssen?

Die Freibeträge für Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften sind der Grund- und der Kinderfreibetrag, die allerdings allein dem Ehepartner in der Steuerklasse 3 zugesprochen werden, weshalb genau nachgerechnet werden sollte. Hinzukommen die Werbungskostenpauschale sowie die Sonderausgabenpauschale.


Einzelnachweise und Quellen

  1. Bundesfinanzministerium: Steuerentlastungen
  2. Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend: Freibeträge für Kinder
  3. Bundesfinanzministerium: Merkblatt zur Steuerklassenwahl

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