Die Steuerklasse 3 ist für Verheiratete bzw. gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften vorgesehen. Sie ist nur in Kombination mit Steuerklasse 5 möglich. Das heißt: Wenn ein Arbeitnehmer in Klasse 3 eingeordnet ist, muss sein Partner zwangsläufig Klasse 5 wählen.

Diese Kombination bietet Paaren viele Vorteile. Zwar sind die Lohnabzüge in Steuerklasse 5 sehr hoch, in Klasse 3 hingegen müssen vergleichsweise wenig Steuern gezahlt werden. Die Ehegatten bzw. Lebenspartner können so insgesamt einen maximalen steuerlichen Vorteil geltend machen. Doch welcher Ehepartner soll in Steuerklasse 3 eingestuft werden?

Grundsätzlich gilt, dass der Besserverdiener diese Steuerklasse wählen sollte. Liegen die Einkommen der Partner weit auseinander, ist die Steuerklassenkombination aus 3 und 5 die sinnvollste. Ein Sonderfall in der Steuerklasse 3 sind Verwitwete. Diese Personen müssen nicht direkt nach dem Tod des Partners die Steuerklasse wechseln. Und auch, wenn ein Ehepartner nicht arbeitet oder selbständig ist, greift eine Sonderregelung. Der angestellte Partner wird hier automatisch in Steuerklasse 3 eingestuft.

Für wen lohnt sich die Steuerklasse 3?

  • Für für Verheiratete bzw. gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften, bei denen ein Partner deutlich mehr verdient
  • Für den Partner, der das höhere Einkommen erhält bzw. Alleinverdiener ist

Vorteil der Steuerklasse 3 in Kombination mit 5

steuerfreibetrag-grundfreibetrag-steuerklasse-3

Werden hohe Verdienste mit der Steuerklasse 3 besteuert, führt dies nicht nur dazu, dass die betreffende Person z.B. aufgrund hoher Steuerfreibeträge mehr Netto vom Brutto erhält, sondern auch dazu, dass die Familie deutlich mehr Geld in der Haushaltskasse hat.

Im Gegenzug wird das kleinere Einkommen in der Steuerklasse 5 höher besteuert, mit der Folge, dass hier erheblich weniger Netto vom Brutto ausgezahlt wird.

Dieser Einkommensverlust wirkt sich jedoch nicht so stark aus wie der Gewinn, der durch das höhere Netto in der Steuerklasse 3 erzielt wird.

  • Dabei gilt der Grundsatz, dass der reale Gewinn durch die Steuerklassenkombination 3/5 umso größer ist, je weiter die Einkommen der Ehepartner auseinander liegen.
Steuerklasse 3

Steuerklasse 3 oder 4 – was ist besser?

Verheiratete und Personen in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften haben den Vorteil, dass sie wählen können, in welche Steuerklassen sie einsortiert werden möchten. Neben der Kombination 3/5 ist nämlich auch die Variante 4/4 möglich. Doch welche Option bietet mehr Vorteile? Das kommt ganz auf den Einzelfall an. Liegen die jeweiligen Einkünfte eines Paares weit auseinander, bietet sich die Kombination der Steuerklassen 3 und 5 an. Wenn hingegen die Gehälter nahezu gleich hoch sind, sollten beide Partner die Steuerklasse 4 wählen. Als Faustregel gilt hier, dass die Einkommen maximal 10 Prozent auseinander liegen sollten.

  • Verheiratete bzw. gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften können ihre Steuerklassen einmal jährlich ändern.

Freibeträge in der Steuerklasse 3

FreibeträgeHöhe des Freibetrags
Grundfreibetrag17.640 Euro
Arbeitnehmerpauschbetrag1.000 Euro
Sozialausgabenpauschbetrag36 Euro
Vorsorgepauschaleabhängig vom Bruttoverdienst
Kinderfreibetrag7.356 Euro

Sonderregelungen in Steuerklasse 3

Die Steuerklasse 3 steht nur verheirateten Personen offen, jedoch gibt es eine wichtige Ausnahme von dieser Regelung. Personen, deren Ehepartner im laufenden Jahr oder im vergangenen Jahr verstorben ist, können zunächst in Klasse 3 bleiben. Erst im nächsten Jahr nach dem Tod des Partners wird die verwitwete Person in die Steuerklasse 1 eingeordnet.

Sollte ein Ehepartner nicht berufstätig sein oder eine selbstständige Tätigkeit ausüben, wird der andere Ehepartner ebenfalls in die Steuerklasse 3 eingeordnet.

Häufig gestellte Fragen zur Steuerklasse 3

Ein Wechsel oder eine Änderung geht ganz einfach. Sie können sich das notwendige Formular hier kostenlos herunterladen:

Antrag auf Steuerklassenwechsel

  • Beide Ehepartner müssen den Antrag unterschreiben, sonst ist er ungültig.

 

In Lohnsteuerklasse 3 fallen die bekannten Abzüge an:

Letztere umfassen die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Darüber hinaus wird bei einer Kirchenzugehörigkeit auch die Kirchensteuer einbehalten.

Inwiefern vom Bruttoentgelt des Steuerpflichtigen weitere Beträge einbehalten werden – etwa aus Vorsorgeverträgen – richtet sich nach dem individuellen Einzelfall.

In der Steuerklasse 3 gilt eine Besonderheit – der doppelte Grundfreibetrag. Aber: Diese Klasse kommt nur in Kombination mit Steuerklasse 5 für Ehe-/Lebenspartner in Frage. Zudem greifen auch hier Freibeträge wie der Arbeitnehmerpauschbetrag.

Die Steuerklasse selbst hat auf die Ansatzfähigkeit von:

keinen Einfluss. Steuerklasse und Einkommenssteuererklärung, über die z. B.:

  • Altersvorsorgebeiträge
  • Krankenversicherungsbeiträge
  • Aufwendungen aus Vermietung/Verpachtung

angesetzt werden können, sind an diesem Punkt voneinander zu trennen.

Steuerklassenkombination

Berechnungsbeispiele: Steuerklasse 3

Im Folgenden werden einige gängige Szenarien vorgestellt, die die Berechnung der Abzüge in der Steuerklasse 3 noch einmal besser veranschaulichen sollen. Um sich Details zu einem bestimmten Szenario anzusehen, klicken Sie einfach auf den jeweiligen Button!

Hier erzielt der Steuerpflichtige 3.345 Euro Einkommen, der Partner 1.456 Euro – eine ideale Kombination für Steuerklasse 3/5.Der Besserverdiener profitiert vom höheren Grundfreibetrag.

Bei 3.345 Euro Bruttoentgelt fallen für:

  • Lohnsteuer: 281,50 Euro
  • Solidaritätszuschlag: 15,48 Euro

an. Beim Partner belaufen sich die Abzüge auf 237,08 Euro Lohnsteuer und 13,03 Euro Solidaritätszuschlag.

An diesem Punkt ist die Wahl von Steuerklasse 4 für beide – statt der Kombination 3/5 – zu empfehlen. Andernfalls sind die Belastungen für einen der Ehe-/Lebenspartner relativ hoch.

Für die Steuerklasse 3 bzw. die ausgeübte Hauptbeschäftigung ändert sich in dieser Situation zunächst nichts. Aber: Für die Nebenbeschäftigung wird der Steuerpflichtige in die Steuerklasse 6 eingeordnet. Da hierfür keine weiteren Freibeträge vorgesehen sind, werden die Belastungen deutlich spürbar.

Einzelnachweise


  1. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 
  2. Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend:  Freibeträge für Kinder
  3. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl

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