Die Steuerklasse 2 ist für Alleinerziehende vorgesehen. Die Voraussetzung: Die alleinerziehende Person muss mit mindestens einem minderjährigen Kind zusammenleben und für dieses das alleinige Sorgerecht haben sowie Kindergeld beziehen. Des Weiteren darf keine andere volljährige Person mit im Haushalt leben, die als Erziehungsberechtigter fungieren könnte.

Ein klarer Vorteil der Steuerklasse 2 ist, dass im Gegensatz zu der Steuerklasse 1 deutlich weniger Steuern gezahlt werden müssen.

Neben dem Grundfreibetrag und dem Kinderfreibetrag findet nur in dieser Klasse der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende (§ 24b) Berücksichtigung. Wichtig ist zu wissen, wer zu Steuerklasse 2 wechseln möchte, muss einen entsprechenden Steuerklassenwechsel beantragen.

Wer ist in Steuerklasse 2 eingeordnet?

Grundsätzlich können nur Alleinerziehende in die Steuerklasse 2 einsortiert werden. Es sind jedoch einige Voraussetzungen zu erfüllen, um als alleinerziehende Person der Steuerklasse zugeordnet zu werden.

  • Es muss mindestens ein minderjähriges Kind mit im Haushalt leben.
  • Der Alleinerziehende muss für das Kind das alleinige Sorgerecht haben und Kindergeld beziehen.
  • Es darf keine weitere volljährige Person mit im Haushalt wohnen, die als zusätzlicher Erziehungsberechtigter fungieren kann.

Abzüge bei Steuerklasse 2

Die Steuerklasse 2 beantragen

Alleinerziehende müssen den Klassenwechsel in Steuerklasse 2 beantragen.

Hierfür sind entsprechende Formulare beim Finanzamt einzureichen.

Die notwendigen Formulare können Sie hier kostenlos herunterladen:

die Versicherung zum Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
  der Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung 2017

Bei einer Änderung der Freibeträge reicht auch der

Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung 2017

Die Vergünstigungen in der Steuerklasse 2

Alleinerziehendenentlastungsbetrag rechner

Um die besondere Situation alleinerziehender Personen zu berücksichtigen, müssen sie in der Steuerklasse 2 erheblich weniger Steuern zahlen, als dies in anderen Steuerklassen der Fall wäre.

Neben dem Grundfreibetrag in Höhe von 8.820 Euro im Jahr 2017 und dem Kinderfreibetrag in Höhe von 7.356 Euro erhalten die Alleinerziehenden in Steuerklasse 2 zusätzlich den Alleinerziehendenentlastungsbetrag in Höhe von 1.908 Euro.

Für jedes weitere Kind wächst der Freibetrag um zusätzliche 240 Euro.

Darüber hinaus können in der Steuerklasse 2 weitere Vergünstigungen in Anspruch genommen werden.

So erhalten die steuerpflichtigen Personen den
  • Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von 1000 Euro
  • Sonderausgabenpauschbetrag in Höhe von 36 Euro
  • Vorsorgepauschbetrag.

Letzterer ist in seiner Höhe nicht eindeutig festgelegt, sondern richtet sich nach dem jeweiligen Bruttoverdienst.

Steuerklasse 2

Vergünstigungen bei mehreren Arbeitsverhältnissen

Wie für die übrigen Steuerklassen gilt auch in der Steuerklasse 2, dass die mit ihr verbundenen Vergünstigungen nur bei einem Arbeitsverhältnis in Anspruch genommen werden können.

  • Wer den Wunsch hat, einen oder mehrere Nebenjobs auszuüben, um damit seine Haushaltskasse aufzubessern, sollte sich darüber im Klaren sein, dass hierbei eine Konstellation entstehen kann, die steuerlich ungünstig ist.

Die Freibeträge in der Steuerklasse 2 in der Übersicht

FreibeträgeHöhe des Freibetrags
Grundfreibetrag8.820 Euro
Arbeitnehmerpauschbetrag1.000 Euro
Sozialausgabenpauschbetrag36 Euro
Vorsorgepauschaleabhängig vom Bruttoverdienst
Kinderfreibetrag7.356 Euro
Alleinerziehendenentlastungsbetrag1.908 Euro

Kinderfreibetrag oder Kindergeld?

Häufig gestellte Fragen zur Steuerklasse 2

In Steuerklasse 2 fallen dieselben Abzüge an, wie in den übrigen Steuerklassen. Dies sind neben Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag:

  • In der Steuerklasse 2 greift eine Besonderheit – der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Dieser liegt für das erste Kind bei 1.908 Euro. Damit vermindert sich die Berechnungsgrundlage für die Bemessung der Abzüge in der Steuerklasse.

Grundsätzlich ist der Steuerklassenwechsel – von beispielsweise 1 auf 2 – sofort mit der Geburt des Kindes möglich. Bedingung ist, dass die alleinerziehende Person mit keinem anderen Erwachsenen eine gemeinsame Haushaltsführung realisiert. Entsprechendes gilt auch für die Trennung zwischen Ehe-/Lebenspartnern.

Realisiert wird der Wechsel durch das Einreichen der entsprechenden Formulare beim Finanzamt.

  • Durch erwachsene Kinder ohne Kindergeldanspruch im Haushalt entfällt der Anspruch auf den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende nach § 24b EStG.

Sollte auch nur eine der genannten Voraussetzungen nicht gegeben sein, führt dies bereits dazu, dass die Einordnung in die Steuerklasse 2 nicht mehr möglich ist. Die Alternativ ist dann Steuerklasse 1.

Für die Einordnung in die Steuerklasse 2 spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob die betreffende Person ledig, geschieden, verwitwet oder dauerhaft getrennt lebend ist

Sobald der alleinstehende und alleinerziehende Arbeitnehmer heiratet oder eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft eingeht, sind die Voraussetzungen für die Steuerklasse 2 aber nicht mehr gegeben.

Bei einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft käme nur die Steuerklasse 1 infrage. Nach einer Heirat können die Ehepartner selbst wählen, ob sie die Steuerklassenkombination 4/4 oder die Steuerklassenkombination 3/5 bevorzugen.

Hier entfällt der Alleinerziehendenentlastungsbetrag, der Kinderfreibetrag hätte jedoch weiterhin seine Gültigkeit. Dies gilt auch bei einer Einordnung in die Steuerklasse 1.

Über die Einkommenssteuererklärung lässt sich heute eine Vielzahl verschiedener Aufwendungen absetzen. Dazu gehören unter anderem:

  • Fahrtkosten ins Büro
  • Zweitwohnungskosten
  • Arbeitsbekleidung usw.

Hierbei handelt es sich um Werbungskosten, welche der Erhaltung einer Einkunftsquelle dienen. Ebenfalls möglich ist der Absatz von Aufwendung aus Vermietung und Verpachtung. Zusätzlich erkennt das Steuerrecht – als Sonderausgaben – auch verschiedene Versicherungsprämien und die Altersvorsorge als Abzug an.

Berechnungsbeispiele: Steuerklasse 2

Nachfolgend werden gängige Szenarien vorgestellt, um die Berechnung der Abzüge in der Steuerklasse 2 besser zu veranschaulichen. Klicken Sie auf den jeweiligen Button, um sich über ein Szenario zu informieren.

Hier ist die Berechnung der Lohnsteuer relativ einfach, da sich der Entlastungsbetrag auf monatlich 109 Euro verteilt. Bei einer Vollzeitbeschäftigung mit 2.455 Euro Bruttoentgelt beläuft sich der Abzug vom Arbeitsentgelt auf:

  • Lohnsteuer: 266,75 Euro
  • Solidaritätszuschlag: 5,45 Euro
  • Rentenversicherung: 229,54 Euro
  • Krankenversicherung: 179,22 Euro
  • Pflegeversicherung: 28,85 Euro
  • Arbeitslosenversicherung: 36,83 Euro.

Lebt das ältere Kind nach Berufsabschluss weiterhin im Haushalt, erlischt der Anspruch auf den Entlastungsbetrag und die Steuerklasse 2. Lässt sich die Bildung einer Hausgemeinschaft widerlegen, kann die günstigere Klasse fortbestehen.

Gründet das Kind einen eigenen Haushalt, hat dies keine schädlichen Auswirkungen auf Steuerklasse 2.

Bis zur Geburt des Kindes ist der alleinerziehende Steuerpflichtige in Steuerklasse 1 eingeordnet, die Abzüge werden entsprechend berechnet. Mit der Geburt ist der Wechsel in Klasse 2 möglich.

Die Anrechnung erfolgt je Kalendermonat. Nach § 24b Abs. 4 EStG werden bezüglich der Abschläge auf den Entlastungsbetrag nur volle Kalendermonate angerechnet.

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Entlastungsbetrag für Alleinstehende
  2. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 
  3. Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend:  Freibeträge für Kinder
  4. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl
  5. Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend:  Alleinerziehend: Steuerliche Berücksichtigung des Entlastungsbetrags
  6. Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen: Steuertipps für Eltern
  7. Gesetze im Internet: Einkommensteuergesetz (EStG) § 10c Sonderausgaben-Pauschbetrag
  8. Gesetze im Internet: Einkommensteuergesetz (EStG) § 9a Pauschbeträge für Werbungskosten

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