Steuerklasse 2 ist nur für Alleinerziehende vorgesehen. Eine der Voraussetzungen ist, dass die alleinerziehende Person mit mindestens einem steuerlich zu berücksichtigenden Kind zusammenleben muss. In Steuerklasse 2 gibt es einen Steuervorteil durch den Alleinerziehendenentlastungsbetrag.

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Die Abzüge in Steuerklasse 2

In Steuerklasse 2 fallen dieselben Abzüge an, wie in den übrigen Steuerklassen. Dies sind neben Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag:

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Freibeträge für Steuerklasse 2

Neben dem Grundfreibetrag und dem Kinderfreibetrag findet nur in Steuerklasse II der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende Berücksichtigung. Durch diesen zusätzlichen Entlastungsbetrag ändert sich das Nettogehalt in Steuerklasse 2.

Der Alleinerziehendenentlastungsbetrag in Höhe von 4.008 Euro wird zusätzlich zum Grundfreibetrag in Höhe von 9.744 Euro im Jahr 2021 und Kinderfreibetrag in Höhe von 8.388 Euro gewährt. Für jedes weitere Kind wächst der Freibetrag um zusätzliche 240 Euro.

Für die Einkommensteuererklärung macht es übrigens keinen Unterschied, ob man rechtzeitig in die Steuerklasse 2 gewechselt ist. Wenn man alleinerziehend war und rückwirkend eine Steuererklärung macht, kann man den Alleinerziehendenentlastungsbetrag auch für Jahre geltend machen, in denen man nicht die Steuerklasse 2 angegeben hatte. Es zählt allein der Status, den die alleinerziehende Person zu einer bestimmten Zeit hatte.

Steuerfreibeträge in der Steuerklasse 2 in der Übersicht

SteuerfreibeträgeHöhe des Freibetrags
Grundfreibetrag9.744 Euro
Arbeitnehmer-
pauschbetrag
1.000 Euro
Sonderausgaben-
pauschbetrag
36 Euro
Vorsorgepauschaleabhängig vom Bruttoverdienst
Kinderfreibetrag8.388 Euro
Alleinerziehenden-
entlastungsbetrag
4.008 Euro

Die Voraussetzungen für Steuerklasse 2

Steuerklasse 2 gilt grundsätzlich ausschließlich für Alleinerziehende. Es sind jedoch einige Voraussetzungen zu erfüllen, um als alleinerziehende Mutter oder Vater der Steuerklasse II zugeordnet zu werden.

  • Es muss mindestens ein minderjähriges Kind mit im Haushalt leben, für das ein Kinderfreibetrag oder Kindergeld beansprucht werden kann.
  • Es darf keine weitere volljährige Person mit im Haushalt wohnen, die als zusätzlicher Erziehungsberechtigter fungieren kann.

Die Vorteile von Steuerklasse 2

Die Steuerlast für Alleinerziehende mit Steuerklasse 2 ist geringer als für Personen mit Steuerklasse 1. Diese Entlastung soll dazu beitragen, dass Alleinerziehende mehr Netto von ihrem Bruttogehalt behalten und damit ihre Kinder angemessen versorgen können.

Erreicht wird diese Entlastung durch den Alleinerziehendenentlastungsbetrag in Höhe von 4.008 Euro, durch den sich der Steuerfreibetrag der alleinerziehenden Person erhöht. Hat der oder die Alleinerziehende mehr als ein Kind, kommen pro Kind noch einmal 240 Euro zum Freibetrag hinzu.

Unterschiede zwischen Steuerklasse 2 und anderen Steuerklassen

SteuerklassenUnterschied zu Steuerklasse 2
Steuerklasse 1- für kinderlose Alleinstehende
- geringerer Freibetrag, da kein Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
Steuerklasse 3- für Verheiratete (kombiniert mit Steuerklasse 5)
- höherer Grundfreibetrag
Steuerklasse 4- für Verheiratete
- kein Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
- niedrigerer Kinderfreibetrag (wird zwischen Ehepartnern aufgeteilt)
Steuerklasse 5- für Verheiratete (kombiniert mit Steuerklasse 3)
- höhere Abzüge
- kein Grund- oder Kinderfreibetrag
Steuerklasse 6- für Arbeitnehmer mit zwei oder mehr Jobs
- höhere Abzüge
- keine Freibeträge

Steuerklasse 2 beantragen

Alleinerziehende müssen den Klassenwechsel in Steuerklasse 2 beantragen. Hierfür sind entsprechende Formulare beim Finanzamt einzureichen.

  • Steuerklasse 2 Formulare downloaden.
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Häufig gestellte Fragen zu Steuerklasse 2

Sobald das Kind die Volljährigkeit erreicht, entfallen die Voraussetzungen für den Entlastungsbetrag nicht sofort. Letzterer ist an den Kinderfreibetrag bzw. den Kindergeldbezug gekoppelt.

Während der Ausbildung des Kindes ist damit auch weiterhin eine Inanspruchnahme des Entlastungsbetrags möglich.

  • Ausnahme: Der Anspruch entfällt, wenn sich ein weiterer Erwachsener an der Haushaltsführung beteiligt.

Grundsätzlich ist der Steuerklassenwechsel – von beispielsweise 1 auf 2 – sofort mit der Geburt des Kindes möglich. Bedingung ist, dass die alleinerziehende Person mit keinem anderen Erwachsenen eine gemeinsame Haushaltsführung realisiert. Entsprechendes gilt auch für die Trennung zwischen Ehe-/Lebenspartnern.

Realisiert wird der Wechsel durch das Einreichen der entsprechenden Formulare beim Finanzamt.

Durch erwachsene Kinder ohne Kindergeldanspruch im Haushalt entfällt der Anspruch auf den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende nach § 24b EStG.

Sollte auch nur eine der genannten Voraussetzungen nicht gegeben sein, führt dies bereits dazu, dass die Einordnung in die Steuerklasse 2 nicht mehr möglich ist. Die Alternativ ist dann Steuerklasse 1.

Für die Einordnung in die Steuerklasse 2 spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob die betreffende Person ledig, geschieden, verwitwet oder dauerhaft getrennt lebend ist.

Sobald der alleinstehende und alleinerziehende Arbeitnehmer heiratet, sind die Voraussetzungen für die Steuerklasse 2 aber nicht mehr gegeben. Nach einer Heirat können die Ehepartner selbst wählen, ob sie die Steuerklassenkombination 4/4 oder die Steuerklassenkombination 3/5 bevorzugen.

Hier entfällt der Alleinerziehendenentlastungsbetrag, der Kinderfreibetrag hätte jedoch weiterhin seine Gültigkeit. Dies gilt auch bei einer Einordnung in die Steuerklasse 1.

Einzelnachweise & Quellen


  1. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Entlastungsbetrag für Alleinstehende
  2. Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend: Freibeträge für Kinder
  3. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl
  4. Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen: Steuertipps für Eltern

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