Die Steuerklasse 1 ist für Personen gedacht, die ledig, unverheiratet, geschieden oder verwitwet sind. Sie ist also allen Steuerzahlern vorbehalten, die nicht oder nicht mehr verheiratet sind.
Zugehörige der Lohnsteuerklasse 1 haben eine Einschränkung, was ihre Möglichkeiten der Steuerklassenwahl betrifft. Eine Ausnahme bilden alleinerziehende Steuerzahler. Diese können die Steuerklasse 2 beantragen.

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Die Abzüge in der Steuerklasse 1

Die Höhe der Abzüge in Steuerklasse I richtet sich nach der Höhe des Einkommens. Neben der Lohnsteuer müssen auch Sozialabgaben abgeführt werden. Diese sind:

Abzüge in der Steuerklasse 1 berechnen

Mit dem Brutto Netto Rechner lässt sich ermitteln, wie viel Gehalt am Ende des Monats nach diesen Abzügen ausgezahlt wird.

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Wenn der Arbeitnehmer einen Minijob ausübt und monatlich nicht mehr als 450 € verdient, ist die Steuerklassenzuordnung bedeutungslos, denn das Einkommen bleibt unversteuert. Verdient der Arbeitnehmer mehr als 450 € muss er neben der Lohnsteuer auch Sozialabgaben abführen.

Unterschiede zwischen Steuerklasse 1 und anderen Steuerklassen

SteuerklassenUnterschied zu Steuerklasse 1
Steuerklasse 2- für Alleinerziehende
- höherer Freibetrag durch Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
Steuerklasse 3- für Verheiratete (kombiniert mit Steuerklasse 5)
- höherer Grundfreibetrag
- niedrigere Abzüge
Steuerklasse 4- für Verheiratete
- niedrigerer Kinderfreibetrag (wird zwischen Ehepartnern aufgeteilt)
Steuerklasse 5- für Verheiratete (kombiniert mit Steuerklasse 3)
- kein Grund- oder Kinderfreibetrag
- höhere Abzüge
Steuerklasse 6- für Arbeitnehmer mit zwei oder mehr Jobs
- keine Freibeträge
- höhere Abzüge

Vorteile und Nachteile der Steuerklasse 1

Die Nachteile der Steuerklasse 1 bestehen darin, dass die Freibeträge im Vergleich zur Steuerklasse 2 geringer ausfallen, da die Entlastungsbeträge wegfallen, die Alleinerziehende mit Steuerklasse 2 nutzen können. Auch die Möglichkeit, durch Ehegattensplitting ein höheres gemeinsames Nettoeinkommen zu erzielen, besteht in der Steuerklasse 1 nicht.

Im Vergleich zur Steuerklasse 5 können Mitglieder der Steuerklasse 1 jedoch häufig von höheren Lohnersatzleistungen profitieren. Dieser Vorteil kommt durch das oftmals höhere Bruttogehalt der Steuerklasse 1 zustande.

Steuerfreibeträge in Steuerklasse 1

Ein Steuerfreibetrag sorgt dafür, dass eine festgelegte Summe von der Steuer befreit wird. Alles, was über dem Steuerfreibetrag liegt, muss versteuert werden. Diese Freibeträge werden abhängig von der Steuerklasse angerechnet.

In der Steuerklasse I gelten folgende Freibeträge:

SteuerfreibeträgeHöhe des Steuerfreibetrags
Grundfreibetrag9.744 Euro
Arbeitnehmer-
pauschbetrag
1.000 Euro
Sonderausgaben-
pauschbetrag
36 Euro
Vorsorgepauschaleabhängig vom Bruttoverdienst
Kinderfreibetrag8.388 Euro
  • Mit dem Steuerfreibetragrechner können Sie schnell und unkompliziert die Höhe der Freibeträge für Ihr Jahresbruttoeinkommen berechnen.
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Häufig gestellte Fragen zu Steuerklasse 1

Nein, ich muss mit Steuerklasse 1 keine Steuererklärung abgeben, da die Lohnsteuer bereits durch den Arbeitgeber einbehalten und abgeführt wird. Bei außergewöhnlichen finanziellen Belastungen, hohen Werbungskosten oder Sonderausgaben kann eine freiwillige Steuererklärung jedoch mit hohen Steuerrückzahlungen einhergehen. Daher sollte die freiwillige Abgabe einer Steuererklärung auch mit Steuerklasse 1 in Erwägung gezogen werden.

Nein, nach der Heirat kann man Steuerklasse 1 nicht behalten. Verheiratete werden nach der Heirat automatisch in die Steuerklasse 4 eingeteilt, können jedoch auf Antrag in die Steuerklassenkombination 3 und 5 wechseln. Erst nach einer Scheidung werden die Ehepartner wieder Steuerklasse 1 zugeordnet.

Bei den Abzügen gibt es keine Unterschiede zwischen den Steuerklassen 1 und 4. Die Steuerklasse 4 ist jedoch nur verheirateten Steuerzahlern vorbehalten. Anders als bei Steuerklasse IV, erhalten Personen der Steuerklasse I den vollen Kinderfreibetrag. Dieser wird bei verheirateten Paaren der Klasse 4 aufgeteilt. Ansonsten ergeben sich keine steuerlichen Vor- oder Nachteile.

Der Steuerklassenwechsel nach der Scheidung wird automatisch vom Finanzamt vorgenommen. Geschiedene werden dann zurück in die Steuerklasse I (Alleinerziehende in die Steuerklasse II) eingeteilt. Der Wechsel kann aber auch selbst vom getrennten Ehepaar eingeleitet werden, auch wenn noch keine Scheidung eingereicht wurde. Dazu müssen beide Personen nachweisen können, dass sie dauerhaft getrennt voneinander leben.

Aktualisiert am 09.07.2021 16:51 von M.A. Martina Laura Emter

Einzelnachweise und Quellen


  1. Familienportal: Steuerentlastungen
  2. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl

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