Die wichtigsten Fakten

  • Die Steuerklasse 1 ist für Ledige oder Verheiratete, die dauerhaft von ihrem Ehepartner getrennt leben.
  • Die Steuerklasse 1 gilt auch für Geschiedene oder Verwitwete.
  • In der Steuerklasse 1 gibt es einen Kinderfreibetrag.
  • Wer mehreren Jobs nachgeht, kann die Steuerklasse 1 nur einmal angeben.
  • Wenn man als ledige Person arbeitslos wird, bleibt man in der Steuerklasse 1.

Steuerklasse 1 Rechner

Wer wird in die Steuerklasse 1 eingeordnet?

Die Steuerklasse 1 ist grundsätzlich allen Personen vorbehalten, die nicht (mehr) verheiratet sind. Dies betrifft sowohl

  • ledige
  • geschiedene
  • getrennt lebende
  • und verwitwete Arbeitnehmer.

Steuerklasse 1 mit Kind

Gerade für Arbeitnehmer, die in Steuerklasse 1 eingeordnet sind, bringt ein Kind steuerlich gesehen einige Änderungen mit sich. So können Alleinerziehende, die ein minderjähriges Kind versorgen, das dauerhaft im eigenen Haushalt lebt, von Steuerklasse 1 zu 2 wechseln. Hier bietet sich der Vorteil, dass der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende (§ 24b) berücksichtigt wird und die betroffene Person wesentlich weniger Steuern zahlen muss.

Doch was ist, wenn ein unverheiratetes Paar zusammenlebt und Nachwuchs bekommt? In diesem Fall bleiben beide Partner in Steuerklasse 1. Da sie in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben, profitieren sie nicht von den Vergünstigungen für Alleinerziehende.

Steuerklasse 1

Haupt- und Nebentätigkeiten in der Steuerklasse 1

Nimmt ein Arbeitnehmer neben seiner Hauptbeschäftigung eine Nebentätigkeit an, ist oft die Frage: Welche Steuerklasse ist die richtige? Grundsätzlich gilt: Die Steuerklasse 1 kann nur einmal verwendet werden. Der Nebenerwerb sowie alle weiteren Nebentätigkeiten werden in Steuerklasse 6 eingestuft.

  • Die Steuerklasse 1 kann nur einmal und dann nur für den Hauptjob verwendet werden. Für sämtliche Nebenjobs gilt die Steuerklasse 6.

Steuerklasse 1: Die Freibeträge

Alle monatlichen Bruttoverdienste bis zur Höhe von 450 Euro sind steuerfrei. Darüber hinaus gibt es in nahezu jeder Steuerklasse noch weitere Freibeträge, die jedoch unterschiedlich hoch sind und nicht nur den Familienstand des Arbeitnehmers, sondern auch die Zahl seiner Kinder berücksichtigen.

In der Steuerklasse 1 liegt der Grundfreibetrag bei 8.820 Euro im Jahr 2017, der Arbeitnehmerpauschbetrag bei 1000 Euro und der Sozialausgabenpauschbetrag bei 36 Euro.

Darüber hinaus erhält jeder Arbeitnehmer eine Vorsorgepauschale, die in ihrer Höhe variiert und grundsätzlich immer vom aktuellen Bruttoverdienst abhängig ist. Hat die steuerpflichtige Person Kinder, können pro Kind 7.356 Euro (im Jahr 2017) geltend gemacht werden.

FreibeträgeHöhe des Freibetrags
Grundfreibetrag8.820 Euro
Arbeitnehmerpauschbetrag1.000 Euro
Sozialausgabenpauschbetrag36 Euro
Vorsorgepauschaleabhängig vom Bruttoverdienst
Kinderfreibetrag7.356 Euro
Steuerfreibeträge

Verwitwete als Sonderfall in der Steuerklasse 1

Stirbt ein Ehepartner, wird der Hinterbliebene nicht sofort in die Steuerklasse 1 eingeordnet. Sowohl im Jahr des Todes als auch im darauf folgenden Jahr können noch die Vergünstigungen der Steuerklasse 3 in Anspruch genommen werden. Erst dann wird ein Wechsel in die Steuerklasse 1 erforderlich.

Häufig gestellte Fragen zur Steuerklasse 1

Generell richtet sich die Höhe der Abzüge in Steuerklasse 1 nach der Höhe des Einkommens. Daher sind konkrete Aussagen schwierig. Neben der Lohnsteuer, die auf Basis des Lohnsteuertarifs ermittelt wird, fallen zudem Sozialabgaben an.

Dazu gehören:

Auf Basis der verschiedenen Abzüge muss man als Steuerpflichtiger mit 30-40 Prozent Differenz rechnen.

Prinzipiell ist an dieser Stelle der konkrete Einzelfall zu berücksichtigen. Absetzbar ist unter anderem eine benötigte Zweitwohnung.

Darüber hinaus haben Steuerpflichtige die Möglichkeit, über den Posten der Werbungskosten Folgendes abzusetzen:

  • Dienstreisekosten
  • Aufwendungen für Berufsbekleidung
  • Gewerkschaftsbeiträge
  • Arbeitswege

Ebenfalls in Frage kommt die Absetzbarkeit für verschiedene Versicherungen, wie der Berufsunfähigkeitsvorsorge. Oder die private Altersvorsorge, für die hohe Höchstbeträge gelten.

Grundsätzlich ist ein Steuerklassenwechsel im Steuerrecht einmal im Jahr möglich. Da die Steuerklasse 1 speziell im Fall der Scheidung/Trennung eine Rolle spielt, sind hier einige Punkte zu beachten. Innerhalb des Trennungsjahres ist es möglich, die bisherige Klasse aus der Ehe/Lebenspartnerschaft zu behalten, also 3, 4 oder 5. Zum Ablauf des Kalenderjahres kommt es aber zum Wechsel von der bisherigen Steuerklasse in die Steuerklasse 1 oder Steuerklasse 2.

Berechnungsbeispiele: Steuerklasse 1

Um die Ermittlung der Abzüge in der Steuerklasse 1 besser zu verdeutlichen, werden hier gängige Szenarien vorgestellt.

Der Steuerpflichtige (Jahrgang 1986; keine Kinder) übt eine Vollzeitbeschäftigung mit 2.455 Euro Bruttoentgelt aus.

Hierbei handelt es sich um die wahrscheinlich einfachste Konstellation für Steuerklasse 1.Der Steuerabzug vom Arbeitsentgelt liegt bei 310 Euro, der Solidaritätszuschlag kommt auf 17,05 Euro – Kirchensteuer wird keine erhoben. Der Nettolohn beläuft sich auf rund 1.647 Euro.

Zudem fallen folgende Beträge an:

  • Rentenversicherung - 229,54 Euro
  • Krankenversicherung - 179,22 Euro
  • Pflegeversicherung - 34,98 Euro
  • Arbeitslosenversicherung - 36,83 Euro.

Der Steuerpflichtige (evangelisch; Jahrgang 1986; Zusatzbeitrag 1 Prozent) übt eine Vollzeitbeschäftigung mit 2.455 Euro Bruttoentgelt aus und unterhält eine betr. Vorsorge mit 25 Euro.

Die Lohnsteuer liegt bei 296,91 Euro, der Solidaritätszuschlag beläuft sich auf 16,33 Euro – Kirchensteuer wird in Höhe von 26,72 Euro erhoben. Der Nettolohn erreicht 1.590 Euro.

Zusätzlich fallen folgende Beträge an:

  • Rentenversicherung - 227,21 Euro
  • Krankenversicherung - 201,69 Euro
  • Pflegeversicherung - 34,63 Euro
  • Arbeitslosenversicherung - 36,45 Euro.

Hier kommt es zum Steuerklassenwechsel – und zwar automatisch. Durch die automatische Meldung über die Eheschließung passt das Finanzamt die Steuerklasse auf die  Steuerklasse 4 an. Bei der Berechnung der Abzüge ändert sich nichts.

Einzelnachweise


  1. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 
  2. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl

weitere Artikel zu dieser Steuerklasse

Das könnte Sie auch interessieren