Hinweise über den Steuerabzug

Wohl kein Begriff wird in deutschen Steuerrecht mit so vielen unterschiedlichen Bedeutungen versehen wie der Steuerabzug.

Grundsätzlich ist er positiv besetzt, scheint er doch anzudeuten, dass man seine zu zahlenden Steuern reduzieren darf, doch das Einkommensteuergesetz (EStG) bietet noch einige weit weniger positive Bedeutungen für Steuerabzug.

Welche Bedeutungen hat der Begriff Steuerabzug?

Grundsätzlich hat der Begriff der Steuerabzüge drei Bedeutungen:

  • Abzugsmöglichkeiten von den zu versteuernden Einkünften
  • Ein Steuerabzug für Bauleistungen
  • Steuern werden als Quellensteuern direkt abgezogen, ohne zuvor an den Steuerpflichtigen zu übergehen

Welche Abzugsmöglichkeiten gibt es?

In diesem Fall werden die Steuerabzüge grundsätzlich als Werbungskosten oder als Sonderausgaben bezeichnet. Werbungskosten sind dabei grundsätzlich alle Investitionen, die nötig waren, um die erzielten Einkünfte zu erwirtschaften.

Sonderausgaben sind alle notwendigen Investitionen, die weder Betriebskosten noch Werbungskosten sind. Sie werden von § 9 - § 12 EStG genau definiert. Grundsätzlich gilt, dass Sonderausgaben erst dann abzugsfähig sind, wenn sie den Sonderausgabenpauschbetrag (36 Euro) übersteigen.

Was ist ein Steuerabzug bei Bauleistungen?

Den steuerlichen Abug bei Bauleistungen definieren § 48 bis § 48d EStG. Umgangssprachlich wird er auch Bauabzugsteuer genannt. Es handelt sich um eine Form der Körperschaft- bzw. Einkommensteuer.

Die Steuer ist nur zu zahlen, wenn die Bauleistungen für einen gewerblichen Kunden oder für eine Person des öffentlichen Rechts erbracht werden.

Der Kunde nimmt in diesem Fall einen Steuerabzug von 15 Prozent der Rechnung des Bauunternehmers vor und führt diese bis zum 10.Kalendertag des folgenden Monats an das für den Bauunternehmer zuständige Finanzamt ab.

Welche Befreiungen von der Bauabzugsteuer gibt es?

Grundsätzlich ist die Steuer nicht zu zahlen, wenn der Bauunternehmer eine Freistellungsbescheinigung vorlegen kann. Generell darf er zudem einen jährlichen Freibetrag in Höhe von 5000 Euro ausschöpfen.

Diese Freigrenze erhöht sich auf 15.000 Euro, wenn der Kunde ausschließlich Vermietungsumsätze mit dem Neubau erwirtschaftet, die steuerfrei sind.

Vermietet der Kunde vom Neubau nicht mehr als nur zwei Wohnungen, so wird er vom steuerlichen Abzug für diese beiden Wohnungen befreit.

Was ist ein Steuerabzug in der Form einer Quellensteuer?

Der bekannteste diesbezügliche Fall ist die sogenannte Aufsichtsratsteuer. Sie hat einen Satz von 30 Prozent. Diese Quellensteuer fällt bei beschränkt steuerpflichtigen Aufsichtsräten in Körperschaften des privaten und öffentlichen Rechts an.

Es handelt sich um eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer aus sonstiger selbständiger Arbeit.

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