Franchise Unternehmen als Form der Selbstständigkeit

Aktualisiert am 20.04.2022 10:33 von Dr. Kathrin Borgs

Unter einem Franchise Unternehmen versteht man die Nutzung eines bereits bestehenden Geschäftskonzeptes gegen Zahlung einer Lizenzgebühr. Franchising kommt zustande, wenn ein Franchisenehmer und der Franchisegeber einen rechtskräftigen Vertrag schließen.

Die Besonderheit besteht darin, dass der Franchisenehmer die Dienstleistungen und Produkte rechtlich als selbstständig Tätiger Händler in seinem eigenen Namen und auf seine eigene Rechnung verkauft.

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Ein Franchise Unternehmen gründen

Es gibt zwei Wege, um ein Franchise Unternehmen zu gründen. Sie unterscheiden sich vor allem dadurch, dass man auf dem einen Weg zum Franchisegeber wird und auf dem anderen zum Franchisenehmer.

Franchise Unternehmen als Franchisegeber

Man hat selbst bereits eine Geschäftsidee entwickelt und diese erprobt. Dann kann man zum Franchisegeber werden, indem man das Konzept per Lizenz an den Franchisenehmer weitergibt.

Franchise Unternehmen als Franchisenehmer

Man möchte als selbstständiger Händler tätig sein und kann sich mit den Produkten des Franchisegebers identifizieren. Dann kann man die Franchise-Lizenz erwerben.

Der grundlegende Vorgang ist die Gründung des eigentlichen Unternehmens, dass dann später per Lizenz weitergegeben und vergrößert wird.

Um eine solches Unternehmen aufzubauen, sind folgende Schritte notwendig:

  1. Entwicklung eines geeignetes Geschäftskonzeptes (Entwicklung einer Marke mit Wiedererkennungswert, hohe Reproduzierbarkeit, einfache Standardisierung bzw. Vereinheitlichung des Konzepts)
  2. Erprobung des Konzepts mithilfe eines Pilotbetriebes (dieser sollte 1 bis 2 Jahre erfolgreich laufen, die Erkenntnisse werden schriftlich festgehalten)
  3. Erstellung eines Handbuches zum Geschäftskonzept (es enthält Statistiken, Handlungsanweisungen, Formulare sowie sämtliches Know-how, die wichtigsten Informationen zur Umsetzung des Konzeptes, Hinweise zum Controlling, Corporate Design, Marketing sowie zum Thema Personal)
  4. Erstellung einer Leistungsübersicht (die vom Franchisegeber angebotenen Leistungen im Rahmen des Lizenzvertrages sind unterschiedlich, umfassen aber meist Angaben zur Betreuung und Schulung der Franchisenehmer, Hilfe bei der Standortsuche, Einrichtung der Geschäftsräume und ähnliches)
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Vorteile und Nachteile bei einem Franchise Unternehmen

Bei einem Franchise Unternehmen muss man unterscheiden zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer, denn für beide ergeben sich je unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Der Franchisegeber wird mit folgenden Vor- und Nachteilen konfrontiert:

Vorteile des Franchisegebers

- Er kann auf ein eigenes Filialnetz verzichten.
- Seine Lieferanten sind aufgrund vermehrter Bestellungen zu besseren Konditionen bereit.
- Sein wirtschaftliches Risiko ist relativ gering.
- Er kann sein Geschäftskonzept schnell und international bekannt machen.
- Durch verschiedene Dienstleitungen wie Coachings, Buchhaltungs- oder IT-Service generiert er Umsätze.

Nachteile des Franchisegebers

- Er muss auf Erträge verzichten.
- Ein Fehlverhalten des Franchisenehmers schädigt seinen Ruf.
- Es sind umfangreiche Kontrollen nötig, um den Qualitätsstandard aufrecht zu erhalten.
- Er könnte im Nachhinein von Finanzbehörden, Versicherungsträgern oder Arbeitsgerichten in Regress genommen werden.

Auch für den Franchisenehmer gibt es sowohl Vor- als auch Nachteile, die er vor der Unterzeichnung eines Franchisevertrages zumindest bedenken sollte:

Vorteile des Franchisenehmers

- Er kann ein schon erprobtes Konzept übernehmen.
- Seine Teilnahme erhöht eventuell seine Kreditwürdigkeit bei der Bank.
- Er profitiert von guten Lieferkonditionen.
- Er kann Schulungen und andere Services zur Optimierung nutzen.

Nachteile des Franchisenehmers

- Seine Anfangsinvestition ist aufgrund der Lizenzgebühr und Erstausstattungskosten höher.
- Er muss auf eine eigene Marke verzichten.
- Seine Gestaltungsfreiheit ist z. B. bezüglich Geschäftsräumen begrenzt.
- Er hat keinen Einfluss auf die Geschäftspolitik.
- Er übernimmt die Haftung für fremde Dienstleistungen oder Produkte.

  • Zu beachten ist insbesondere, dass es in Deutschland kein eigenes Gesetz zum Bereich Franchise Unternehmen gibt. Das hat zwar den Vorteil einer relativ freien Vertragsgestaltung, kann aber andererseits zu Problemen bei Rechtsstreitigkeiten führen.

Kosten für die Beteiligung an einem Franchise Unternehmen

Schon zu Beginn entstehen dem Franchisenehmer Kosten, denn er hat eine Eintrittsgebühr (die sogenannte Startinvestition) zu zahlen, die meist zwischen 5.000 und 15.000 Euro liegt.

Bei einigen Franchise Unternehmen kann sie aber auch weit über diesen Beträgen liegen und sich auf 75.000 Euro oder sogar mehr belaufen.

Dazu kommen dann laufende Gebühren für die Nutzung des Franchise-Konzeptes sowie monatliche Kosten für Werbemaßnahmen.


Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz: Einkommensteuergesetz »

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