Finanzämter: Aufgaben, Pflichten und Rechte der Behörden

Aktualisiert am 18.01.2022 14:26 von Melanie Vahland

Ein Finanzamt ist eine Behörde der Finanzverwaltung, folgende Aufgaben übernimmt:

  • Einzug der Steuern inklusive Nachzahlungen
  • Auszahlung von Steuerrückzahlungen
  • Bearbeitung der Steuererklärungen
  • Führen von Steuerkonten der Steuerpflichtigen
  • Bearbeiten der Umsatzsteuervoranmeldungen
  • Serviceleistungen für die Steuerzahler

Beim Finanzamt findet man z.B. auch die Formulare für die Steuererklärung.

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Aufbau der Finanzverwaltung

Finanzämter
  • Steuerkonten betreffen Unternehmen und Selbständige bzw. Freiberufler: Hier wird gegeneinander aufgerechnet, wann der Steuerpflichtige was zu zahlen hat und welche Leistungen von ihm schon erbracht worden sind.

Welche Rechte und Pflichten haben die Finanzämter?

Rechte und Pflichten des FinanzamtsKonsequenzen
AnforderungsrechtDas Finanzamt darf eine Steuererklärung oder bestimmte Belege zur Kontrolle einfordern.
PrüfungsrechtDas Finanzamt darf eine Steuerprüfung durchführen: In Betrieben oder bei Freiberuflern darf auch eine sogenannte Außenprüfung - also eine Steuerprüfung vor Ort - stattfinden.
SäumnisrechtWerden Zahlungen nicht zur Fälligkeit geleistet, darf das Finanzamt einen Säumniszuschlag berechnen. Hat man eine Steuererklärung zu spät abgegeben, muss man ebenfalls mit einer Strafzahlung rechnen. Sie heißt Verspätungszuschlag.
SchätzungsrechtKommt man der Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung nicht nach, dürfen die Finanzämter die Daten schätzen - zu Ungunsten des Steuerpflichtigen.
NachprüfungsrechtFinanzämter können sich das Recht vorbehalten, bestimmte Angaben zu einem späteren Zeitpunkt nachzuprüfen.
AufbewahrungspflichtFinanzämter müssen die ihnen eingereichten Dokumente und die eigenen zugehörigen Daten als Steuerakten aufbewahren. (Ausschließlich) Bei Steuerprozessen hat der Steuerpflichtige ein Einsichtsrecht.
InformationspflichtSteuerpflichtige haben das Recht, vom Finanzamt Informationen darüber einzufordern, wie sich beispielsweise bestimmte Investitionen steuerlich auswirken würden.
StundungspflichtBedeutet die pünktliche Steuerzahlung eine 'erhebliche Härte', so muss das Amt die Zahlung stunden. Hierfür muss der Steuerpflichtige möglichst lange vor der Zahlung einen entsprechenden Antrag stellen.
Pflicht, ein Verfahren ruhen zu lassenIst vor einem der höchsten deutschen Gerichte ein Prozess anhängig, der den eigenen Fall betrifft, kann man Widerspruch gegen den eigenen Steuerbescheid einlegen. In der Folge ist das Finanzamt verpflichtet, das Verfahren bis zur endgültigen Klärung ruhen zu lassen - Hinweis: Dies betrifft nicht die Zahlung der unstrittigen Steuern.

Wie kann man sich gegen Entscheidungen der Finanzämter wehren?

Gegen Entscheidungen der Ämter kann Einspruch eingelegt werden. Die Frist beträgt je nach Amt und Sache vier bis acht Wochen. Hier ist es wichtig, wo genau sich das Finanzamt befindet.

Die entsprechenden Behörden unterstehen den Ländern. Die Finanzverwaltung ist bundeslandabhängig unterschiedlich aufgebaut und kennt einige regionale Spezialregelungen. Kommt der eigene Einspruch nicht durch, kann man vor den Finanzgerichten klagen.

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Die wichtigsten Fakten

In Deutschland gibt es mehr als 600 Finanzämter, 100 davon allein in NRW. Manche Finanzämter dienen nur den Steuerfahndungen, Steuerstrafsachen oder Betriebsprüfungen.

In den Finanzämtern der einzelnen Bundesländer arbeiten mehr als 150.000 Menschen. Gegen Entscheidungen der Finanzämter kann man binnen vier Wochen schriftlich Einspruch einlegen.

Alle Finanzämter von A bis Z

Einzelnachweise & Quellen


  1. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Gesetz über die Finanzverwaltung

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