Die wichtigsten Fakten

  • Steuerfreibetrag ist ein Sammelbegriff für alle geltenden Freibeträge.
  • Es gibt z.B. den Grundfreibetrag oder den Kinderfreibetrag.
  • Dank des Grundfreibetrags werden pro Person nur Einkommen über 8.820 Euro versteuert.
  • Neben Erwerbstätigen profitieren vor allem auch Studenten vom Grundfreibetrag.
  • Einige Steuerfreibeträge müssen über den Antrag zur Lohnsteuer-Ermäßigung beantragt werden.

Steuerfreibetrag - Welche Freibeträge gibt es?

Je nach Steuerart und Lebenssituation können viele unterschiedliche Freibeträge geltend gemacht werden. Es gibt allerdings drei Freibeträge, die am häufigsten genutzt werden: der Grundfreibetrag, der Kinderfreibetrag und der Erbschaftssteuerfreibetrag.

Der Grundfreibetrag beträgt 8.820 Euro pro Person und Steuerjahr.

Steuerfreibetrag Rechner

Für Ehepaare gilt der doppelte Betrag in Höhe von 17.640 Euro.

Das bedeutet: Wer genau oder weniger als 8.820 Euro jährlich verdient, bleibt steuerfrei. Alles ab 8.820 Euro muss versteuert werden.

  • Der Grundfreibetrag gilt automatisch für jeden Steuerpflichtigen und muss nicht extra beantragt werden.

 

Für den Kinderfreibetrag gilt, dass er alternativ zum Kindergeld genutzt werden kann. Es ist nicht möglich, Kindergeld zu beziehen und gleichzeitig den Kinderfreibetrag zu nutzen.

  • In der Steuerklasse 4 teilt sich dieser Betrag auf beide Ehepartner auf. Jeder hat also einen Anspruch auf einen Kinderfreibetrag in Höhe von 3.678 Euro.

Der Erbschaftssteuerfreibetrag ist abhängig vom Verwandschaftsgrad des Erben und kann bis zu 500.000 Euro im Jahr betragen.

Weitere Steuerfreibeträge in der Übersicht

Das deutsche Steuerrecht kennt viele unterschiedliche Steuerfreibeträge und unterscheidet dabei auch zwischen den Steuerarten:

  1. Einkommensteuer
  2. Erbschaftssteuer
  3. Gewerbesteuer

Die Steuerfreibeträge im Rahmen der Einkommensteuer

SteuerfreibetragFür wen oder was?Wie hoch pro Jahr?
SparerpauschbetragFür alle, die Kapitalanlagen haben.Ledige: 801 Euro
Ehepaare: 1.602 Euro
AlleinerziehendenentlastungsbetragNur für Alleinerziehende, in deren Haushalt ein Kind lebt und sich keine volljährige Person im Haushalt beteiligt.1.908 Euro
Ab dem zweiten Kind: 2.148 Euro (Erhöhung pro Kind jeweils um 240 Euro)
AusbildungsfreibetragDiesen Freibetrag kann man nutzen, wenn sich das eigene Kind in der Berufsausbildung befindet.
Weitere Bedingungen, die erfüllt sein müssen:
  • Volljährigkeit des Kindes
  • Kind wohnt nicht im Haushalt
  • für das Kind besteht ein Anspruch auf den Kinderfreibetrag oder das Kindergeld
924 Euro pro Kind
AltersentlastungsbetragGilt für Personen, die in dem Kalenderjahr vor dem zu versteuernden Jahr das 64. Lebensjahr vollenden.988 Euro
BehindertenpauschbetragDieser Freibetrag kann von allen Menschen mit Behinderung genutzt werden, wobei seine Höhe vom Grad der Behinderung abhängig ist.bis zu 1.420 Euro
ÜbungsleiterfreibetragWer sich z.B. in einem Turnverein als Trainer oder anderweitig gemeinnützig engagiert, kann diesen Freibetrag nutzen.2.400 Euro

Die Steuerfreibeträge im Rahmen der Erbschaftssteuer

Bei der Erbschaftssteuerwird zwischen sachlichen und persönlichen Freibeträgen unterschieden. Die drei Steuerklassen für die Erbschaftssteuer sind nicht mit den normalen Steuerklassen 1-3 zu verwechseln.

Die Steuerklassen für die Erbschaftssteuer
Steuerklasse ISteuerklasse IISteuerklasse III
Ehepartner
Lebenspartner
Kinder, Enkelkinder (wenn deren Eltern verstorben sind), Stiefkinder, Adoptivkinder
Enkelkinder
Eltern, Großeltern
Geschwister, Kinder der Geschwister, Stiefeltern, Schwiegerkinder, etc.Nicht verwandte Erben
Sachliche Freibeträge
Für was?Für wen?Wie hoch pro Jahr?
Hausrat (inkl. Wäsche und Kleidungsstücke)Nur für Personen mit Steuerklasse I41.000 Euro
Bewegliche körperliche GegenständeNur für Personen mit Steuerklasse I12.000 Euro
Hausrat (einschließlich Wäsche und Kleidungsstücke) und bewegliche körperliche Gegenstände zusammenPersonen der Steuerklasse II und Steuerklasse III12.000 Euro
PflegepauschbetragFür Personen, die den Erblasser ohne oder mit gegen nur sehr geringe Bezahlung gepflegt oder Unterhalt gewährt haben20.000 Euro
Persönliche Freibeträge
Für wen?Wie hoch pro Jahr?
Ehegatten und Lebenspartner500.000 Euro
Kinder sowie Kinder verstorbener Kinder400.000 Euro
Enkelkinder200.000 Euro
Eltern oder Großeltern100.000 Euro
Geschwister, Kinder der Geschwister, Stiefeltern, Schwiegerkinder, etc.20.000 Euro
Nicht verwandte Erben20.000 Euro

Die Steuerfreibeträge im Rahmen der Gewerbesteuer

SteuerfreibetragFür wen oder was?Wie hoch pro Jahr?
GewerbesteuerfreibetragFür alle Selbstständigen als Einzelunternehmer oder Personengesellschafter.
Der Freibetrag kann nicht von Kapitalgesellschaften genutzt werden, denn bei diesen wird der Gesellschafterlohn als Betriebsausgabe berücksichtigt.
24.500 Euro
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Die wichtigsten Fragen zum Steuerfreibetrag

Einen Steuerfreibetrag muss man zunächst beantragen. Dafür reicht man beim zuständigen Finanzamt einen ausführlichen oder einen vereinfachten Antrag auf Lohnsteuerermäßigung ein.


Der vereinfachte Antrag kann genutzt werden, wenn sich der Freibetrag gegenüber dem Vorjahr nicht geändert hat, er geringer ausfällt oder wenn sich nur der Kinderfreibetrag ändert.

Danach kann man den Betrag in die entsprechende Anlage im Formular eintragen.

  • Wer bei seiner Steuererklärung Hilfe braucht oder noch Fragen hat, muss nicht unbedingt zu einem Steuerberater gehen oder lange im Internet nach Informationen suchen. Viele Finanzämter haben Beratungsstellen, in denen ein Mitarbeiter schnell und unkompliziert Fragen beantwortet und Tipps gibt.

 

Der Freibetrag ist immer mit der Einkommensteuer verbunden: Hier wird er so behandelt, als hätte es die Einkünfte der entsprechenden Höhe gar nicht gegeben: Verdient eine Person weniger oder exakt die Summe des Freibetrags (8.820 Euro), entsteht für sie also keine Abgabepflicht.

  • Für Freiberufler: Der Freibetrag hat mit der Umsatzsteuer nichts zu tun! Den eigenen Umsatz darf man nicht mit dem Freibetrag verrechnen und auf diese Weise als geringer ausgeben.

 

Dieser Steuerfreibetrag dient zwei Zielen:

  • der Existenzsicherung
  • als Anreiz, um arbeiten zu gehen

Überschreitet das Einkommen den Freibetrag, müssen im Gegensatz zur Freigrenze nicht alle Einnahmen versteuert werden, sondern nur die Einnahmen, die den Freibetrag übersteigen.

Der Freibetrag beträgt 8.820 Euro, was einem monatlichen Betrag von 735 Euro entspricht.

Diesen Betrag braucht man nach Schätzungen, um zu überleben. Gäbe es den Freibetrag nicht, wäre die Versuchung zu groß, sich auf die sozialen Sicherungssysteme zu verlassen, statt einer Arbeit nachzugehen.

Für Eltern reicht diese Summe nicht aus: Wer Kinder hat, darf deshalb einen zusätzlichen Freibetrag in Anspruch nehmen. Als Alternative können sich die Eltern aber auch für das Kindergeld entscheiden.

  • Freibetrag und Kindergeld können nicht gleichzeitig genutzt werden! Eltern können nur entweder das eine oder das andere beantragen.

 

Steuerfreibetrag

Steuerfreibetrag - Vorteile und Nachteile

  • verschafft finanziellen Spielraum
  • erleichtert die Aufnahme von Nebentätigkeiten
  • schafft Arbeitsanreize
  • hilft in schwierigen Situationen: z.B. wenn man alleinerziehend ist
  • die Berechnung der Steuerschuld wird schwieriger
  • die unterschiedlichen Freibeträge verlangen Recherchearbeit
  • die Steuererklärungen werden fehleranfällig, weil sich viele Menschen fälschlich auf einen Freibetrag berufen
  • die Freibeträge verkomplizieren das Steuersystem und sorgen für mehr Bürokratie

Häufig gestellte Fragen zum Steuerfreibetrag

Steuerfreibeträge haben in erster Linie den Sinn, Steuerzahler zu entlasten. Für ihr Vorhandensein gibt es verschiedene Gründe. Die wohl wichtigsten sind:

  • Manche Steuerfreibeträge sollen die Besteuerung vereinfachen.
  • Andere sollen einen finanziellen Ausgleich für diejenigen Steuerzahler schaffen, die sich gemeinnützig engagieren.
  • Steuerfreibeträge können auch dazu dienen, Steuerzahler mit geringem Einkommen zu entlasten.

Die Steuergerechtigkeit verlangt, dass nicht nur normale Einkommensbezieher, sondern auch Gewerbe einen Freibetrag erhalten. Oft genug sind die Einnahmen einer solchen Firma in Wahrheit die Einkünfte des Besitzers.

Der Gewerbesteuerfreibetrag berücksichtigt, dass einige Einzelunternehmer und Personengesellschaften den Lohn nicht vom Gewinn abziehen dürfen.

  • Der Gewerbesteuerfreibetrag hat eine Höhe von 24.500 Euro.

Die Geschichte der Einkommensteuer begann nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland aufgrund der Währungsreform neu. Von Anfang an war dabei für die Einkommensteuer auch ein Grundfreibetrag vorgesehen, der allerdings sehr tief lag.

Der Freibetrag wurde erst 1996 mit dem Existenzminimum verknüpft. Seitdem stieg er stetig an: Im Jahr 2007 lag er beispielsweise noch bei 7664 Euro. Für das Jahr 2014 hat er eine Höhe von 8354 Euro. Innerhalb von sieben Jahren hat er also um rund 700 Euro zugelegt.

  • Auch für das Jahr 2015 wurde die Höhe des Freibetrags zunächst mit 8354 Euro veranschlagt. Nach Beschluss der Bundesregierung  wurde der Freibetrag 2015 rückwirkend zum 01.01.2015 auf 8472 Euro angehoben. Für 2017 gilt mit 8.820 Euro wiederum ein erhöhter Freibetrag.

 

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Einkommensteuergesetz
  2. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Erbschaftssteuergesetz
  3. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Gewerbesteuergesetz
  4. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 
  5. Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend:  Freibeträge für Kinder

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