Mit dem Lohnsteuerjahresausgleich kann ein Arbeitnehmer eine Steuerrückerstattung bekommen. Der Lohnsteuerjahresausgleich kann lediglich vom Arbeitgeber durchgeführt werden und ist dazu da, den Arbeitnehmer zu entlasten, wenn dieser keine Steuerklärung abgibt. Der Lohnsteuerjahresausgleich bezieht sich ausschließlich auf die im gesamten Steuerjahr gezahlte Lohnsteuer des Arbeitnehmers.

Was ist ein Lohnsteuerjahresausgleich?

lohnsteuerjahresausgleich

Ein Lohnsteuerjahresausgleich ist eine Korrektur des Lohnsteuerabzugs, die durch den Arbeitgeber vorgenommen wird. Hat der Arbeitnehmer im vergangenen Jahr monatlich eine höhere Lohnsteuer abgeführt als notwendig, erhält er die Differenz mit dem Lohnsteuerjahresausgleich zurückerstattet.

Die Lohnsteuer ist eine Art Steuer, die lediglich vom Arbeitslohn abgezogen wird.

Sie ist nicht zu verwechseln mit der Einkommensteuer, die sich auf alle Einkünfte des Steuerpflichtigen bezieht. Der Lohnsteuerjahresausgleich kann nur vom Arbeitgeber durchgeführt werden.

  • Es kommt häufig vor, dass die Begriffe Lohnsteuerjahresausgleich und Einkommensteuererklärung fälschlicherweise synonym verwendet werden. Falls Sie mehr Informationen zum Thema Einkommensteuererklärung und Steuererklärung erhalten möchten, folgen Sie dem Link!
Pfeil

Jetzt informieren!

Lohnsteuerjahresausgleich berechnen

Die Höhe der Lohnsteuer richtet sich nach den individuellen Abzugsmerkmalen des Arbeitnehmers. Diese Merkmale sind:

Das Finanzamt stellt dem Arbeitgeber diese Informationen mittels der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (kurz ELStAM) zur Verfügung. Die Daten dienen der Berechnung der Lohnsteuer, die der Arbeitgeber mit jeder Gehaltsabrechnung direkt an das Finanzamt abführt.

Für die Berechnung des Lohnsteuerjahresausgleichs ist der Arbeitgeber zuständig. Die Berechnung orientiert sich an den monatlichen und jährlichen Lohnsteuertabellen.

  • In diesem Artikel werden unter anderem die "Allgemeine" und die "Besondere Lohnsteuertabelle" erläutert. Mit der Lohnsteuertabelle lässt sich die Höhe der eigenen Jahreslohnsteuer ermitteln.
Pfeil

Mehr Infos!

Im ersten Schritt wird der steuerpflichtige Bruttojahresarbeitslohn des Arbeitnehmers ermittelt. Im nächsten Schritt wird anhand des ermittelten Bruttojahresarbeitslohns der Betrag aus der Lohnsteuer in der Jahreslohnsteuertabelle abgelesen. Von diesem Betrag werden dann die tatsächlich einbehaltenen Beträge der Lohnsteuer abgezogen. Ergibt sich daraus eine Differenz zugunsten des Arbeitnehmers, werden ihm die zu viel gezahlten Steuern erstattet.

Fristen und Pflichten beim Lohnsteuerjahresausgleich

Sobald ein Arbeitgeber mehr als zehn Angestellte beschäftigt hat er die Pflicht, den Jahresausgleich für die Lohnsteuer vorzunehmen. Daraus ergeben sich folgende Bedingungen für den Lohnsteuerjahresausgleich:

  • Der Arbeitnehmer war während des gesamten Kalenderjahres beim selben Arbeitgeber beschäftigt.
  • Er darf während der Beschäftigung nicht nach der Steuerklasse 3, 4, 5 oder 6 besteuert werden.
  • Bei der Lohnsteuerberechnung wurden keine Freibeträge berücksichtigt.
  • Während der Beschäftigungszeit wurde weder Kurzarbeitergeld, Schlechtwettergeld, Mutterschaftsgeld u.ä. bezogen.

Diese Fristen müssen vom Arbeitgeber eingehalten werden: Der Lohnsteuerjahresausgleich darf frühestens am Ende der letzten Lohnzahlung des Ausgleichsjahres vorgenommen werden. Der späteste Zeitpunkt ist für auf den dem Ausgleichsjahr folgenden Monat Februar angesetzt. Die Lohnsteuer, die dem Arbeitnehmer erstattet wird, muss sich auf den gesamten Lohnzahlungszeitraum beziehen, indem er Lohnsteuern bezahlt hat.

Der Arbeitgeber darf den Lohnsteuerjahresausgleich nur durchführen, wenn der betreffende Arbeitnehmer keine außergewöhnlichen Steuermerkmale hat und aus diesem Grund keine eigene Einkommensteuererklärung beim Finanzamt abgeben muss.

  • Ein Jahreslohnsteuerausgleich kann nur für Personen durchgeführt werden, die keine Steuererklärung machen.

Ist der Arbeitnehmer dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, darf der Arbeitgeber auch keinen Lohnsteuerjahresausgleich für ihn vornehmen. Mit der Einkommensteuererklärung würde der Arbeitnehmer zu viel gezahlte Steuern erstattet bekommen.

Lohnsteuerjahresausgleich Formular

Damit es erst gar nicht zu einem Lohnsteuerjahresausgleich kommt, kann der Arbeitnehmer direkt dafür sorgen, dass alle ihm zustehenden Pausch- und Freibeträge bei der monatlichen Gehaltsabrechnung berücksichtigt werden.

  • Wenn Sie einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellen, werden die angegeben Pausch- und Freibeträge direkt bei jeder Gehaltsabrechnung berücksichtigt. Somit fällt die Lohnsteuer geringer aus und Sie haben dadurch weniger Abzüge.
Pfeil

Jetzt beantragen!

Die wichtigsten Fakten

  • Der Lohnsteuerjahresausgleich entspricht nicht der freiwilligen Steuererklärung.
  • Es handelt sich dabei um die Korrektur des Lohnsteuerabzugs durch den Arbeitgeber.
  • Der Ausgleich wird am Ende des Jahres durchgeführt.
  • Vorausgesetzt der Arbeitnehmer war das gesamte Jahr über beim selben Arbeitgeber beschäftigt.
  • Hat der Arbeitnehmer über das Jahr verteilt zu hohe Lohnsteuern abgeführt, erhält er eine Rückerstattung.
  • Bei mindestens zehn Angestellten, muss der Arbeitgeber einen Lohnsteuerjahresausgleich durchführen.

Häufig gestellte Fragen

Kein Arbeitnehmer kann einen Lohnsteuerjahresausgleich einreichen. Lediglich sein Arbeitgeber ist dazu befugt und kann dies nur unter bestimmten Voraussetzungen realisieren. Der Begriff Lohnsteuerjahresausgleich wird heutzutage immer noch falsch verwendet. Früher beschrieb man mit dem Lohnsteuerjahresausgleich eine freiwillige Steuererklärung durch den Arbeitnehmer. Dieser Begriff ist dafür nicht mehr bestimmt - egal, ob es sich um eine freiwillige oder verpflichtende Steuererklärung handelt.

Unter der Einkommensteuererklärung versteht man die Steuererklärung, die jeder Steuerzahler einmal jährlich beim Finanzamt freiwillig oder verpflichtend einreicht. Dieses Verfahren dient dazu, dem Finanzat die Einkommensverhältnisse darzulegen. Sie dient der Überprüfung der bereits gezahlten Steuern. Hat der Steuerpflichtige höhere Abgaben geleistet, als sich durch seine Angaben errechnen, erhält er eine Rückerstattung. Wurden dagegen zu niedrige Steuern gezahlt, wird er zu einer Nachzahlung verpflichtet. Der Lohnsteuerjahresausgleich bezieht sich lediglich auf die Lohnsteuer, die ein Arbeitnehmer über das Jahr verteilt an seinen Arbeitgeber entrichtet hat. Dieser muss die Abgabe an das Finanzamt weiterleiten. Mit einem Lohnsteuerjahresausgleich kann lediglich der Arbeitgeber überprüfen, ob die Höhe der Abgabe korrekt ist. Sollte zugunsten des Arbeitnehmers eine Differenz vorliegen, erhält er den Überschüss am Ende des Jahres vom Arbeitgeber zurück. Sollte der Arbeitnehmer ohnehin dazu verpflichtet sein, eine Steuererklärung abzugeben, darf für ihn kein Lohnsteuerausgleich vorgenommen werden.

Eine neue Regelung erlaubt den permanenten Lohnsteuerjahresausgleich, der insbesondere für Arbeitnehmer gedacht ist, die neben ihrer Haupttätigkeit einer zeitlich befristeten Nebentätigkeit nachgehen. Sie darf maximal 24 aufeinanderfolgende Tage andauern. Die Einkünfte aus dieser Beschäftigung werden nicht mehr auf das komplette Jahr gerechnet: Die Lohnsteuer wird nun auf die tatsächlich gearbeiteten Tage kalkuliert, sodass es zu geringeren Steuerabzügen kommt, als es vor der Einführung der neuen Regel der Fall war.


Einzelnachweise und Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Lohnsteuer-Jahresausgleich durch den Arbeitgeber
  2. Bundesministerium der Finanzen: Einkommen- und Lohnsteuer
  3. Bundesministerium der Finanzen: Erhebung der Lohnsteuer
  4. Bundesministerium der Finanzen: Höhe der Lohnsteuer

Das könnte Sie auch interessieren