Mit dem Lohnsteuerjahresausgleich kann ein Arbeitnehmer eine Steuerrückerstattung bekommen. Wie das geht und welche Pflichten und Fristen Sie als Steuerpflichtiger beim Lohnsteuerjahresausgleich berücksichtigen müssen, erfahren Sie hier.


Was ist ein Lohnsteuerjahresausgleich?

Ein Lohnsteuerjahresausgleich ist eine Korrektur des Lohnsteuerabzugs, die durch den Arbeitgeber vorgenommen wird. Hat der Arbeitnehmer im vergangenen Jahr monatlich eine höhere Lohnsteuer abgeführt als notwendig, erhält er die Differenz mit dem Lohnsteuerjahresausgleich zurückerstattet.

  • Der Lohnsteuerjahresausgleich kann nur vom Arbeitgeber durchgeführt werden.
Lohnsteuerjahresausgleich

Lohnsteuerjahresausgleich: Pflichten und Fristen

Sobald ein Arbeitgeber mehr als zehn Angestellte beschäftigt hat er die Pflicht, den Jahresausgleich für die Lohnsteuer vorzunehmen. Daraus ergeben sich folgende Bedingungen für den Lohnsteuerjahresausgleich:

  • Der Arbeitnehmer war während des gesamten Kalenderjahres beim selben Arbeitgeber beschäftigt.
  • Er darf während der Beschäftigung nicht nach der Steuerklasse 3, 4, 5 oder 6 besteuert werden.
  • Bei der Lohnsteuerberechnung wurden keine Freibeträge berücksichtigt.
  • Während der Beschäftigungszeit wurde weder Kurzarbeitergeld, Schlechtwettergeld, Mutterschaftsgeld u.ä. bezogen.

Diese Fristen müssen vom Arbeitgeber eingehalten werden: Der Lohnsteuerjahresausgleich darf frühestens am Ende der letzten Lohnzahlung des Ausgleichsjahres vorgenommen werden. Der späteste Zeitpunkt ist für auf den dem Ausgleichsjahr folgenden Monat Februar angesetzt. Die Lohnsteuer, die dem Arbeitnehmer erstattet wird, muss sich auf den gesamten Lohnzahlungszeitraum beziehen, indem er Lohnsteuern bezahlt hat.

Die wichtigsten Fakten

  • Der Lohnsteuerjahresausgleich entspricht nicht mehr der freiwilligen Steuererklärung.
  • Es handelt sich dabei um die Korrektur des Lohnsteuerabzugs durch den Arbeitgeber.
  • Der Ausgleich wird am Ende des Jahres durchgeführt.
  • Vorausgesetzt der Arbeitnehmer war das gesamte Jahr über beim selben Arbeitgeber beschäftigt.
  • Hat der Arbeitnehmer über das Jahr verteilt zu hohe Lohnsteuern abgeführt, erhält er eine Rückerstattung.
  • Bei mindestens zehn Angestellten, muss der Arbeitgeber einen Lohnsteuerjahresausgleich durchführen.

Häufig gestellte Fragen

Kein Arbeitnehmer kann einen Lohnsteuerjahresausgleich einreichen. Lediglich sein Arbeitgeber ist dazu befugt und kann dies nur unter bestimmten Voraussetzungen realisieren. Der Begriff Lohnsteuerjahresausgleich wird heutzutage immer noch falsch verwendet. Früher beschrieb man mit dem Lohnsteuerjahresausgleich eine freiwillige Steuererklärung durch den Arbeitnehmer. Dieser Begriff ist dafür nicht mehr bestimmt; egal, ob es sich um eine freiwillige oder verpflichtende Steuererklärung handelt.

Unter der Einkommensteuererklärung versteht man die Steuererklärung, die jeder Steuerzahler einmal jährlich beim Finanzamt freiwillig oder verpflichtend einreicht. Dieses Verfahren dient dazu, dem Finanzat die Einkommensverhältnisse darzulegen. Sie dient der Überprüfung der bereits gezahlten Steuern. Hat der Steuerpflichtige höhere Abgaben geleistet, als sich durch seine Angaben errechnen, erhält er eine Rückerstattung. Wurden dagegen zu niedrige Steuern gezahlt, wird er zu einer Nachzahlung verpflichtet. Der Lohnsteuerjahresausgleich bezieht sich lediglich auf die Lohnsteuer, die ein Arbeitnehmer über das Jahr verteilt an seinen Arbeitgeber entrichtet hat. Dieser muss die Abgabe an das Finanzamt weiterleiten. Mit einem Lohnsteuerjahresausgleich kann lediglich der Arbeitgeber überprüfen, ob die Höhe der Abgabe korrekt ist. Sollte zugunsten des Arbeitnehmers eine Differenz vorliegen, erhält er den Überschüss am Ende des Jahres vom Arbeitgeber zurück.

Eine neue Regelung erlaubt den permanenten Lohnsteuerjahresausgleich, der insbesondere für Arbeitnehmer gedacht ist, die neben ihrer Haupttätigkeit einer zeitlich befristeten Nebentätigkeit nachgehen. Sie darf maximal 24 aufeinanderfolgende Tage andauern. Die Einkünfte aus dieser Beschäftigung werden nicht mehr auf das komplette Jahr gerechnet: Die Lohnsteuer wird nun auf die tatsächlich gearbeiteten Tage kalkuliert, sodass es zu geringeren Steuerabzügen kommt, als es vor der Einführung der neuen Regel der Fall war.

Einzelnachweise und Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Lohnsteuer-Jahresausgleich durch den Arbeitgeber
  2. Bundesministerium der Finanzen: Einkommen- und Lohnsteuer

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