Erbschaftssteuer zahlt jeder, der ein Erbe antritt, das einen bestimmten Freibetrag überschreitet. Das Erbe kann Geld, ein Unternehmen oder eine Immobilie sein. Bei der Berechnung der Erbschaftsteuer und der Höhe des Freibetrages kommt es auf die Höhe des Erbes und den Verwandtschaftsgrad an.

Die Erbschaftsteuer in Deutschland ist zusammen mit der Schenkungssteuer im ErbStG (Erbschaftsteuergesetz) geregelt. Liegt den Hinterbliebenen kein Testament des Verstorbenen vor, kann beim zuständigen Nachlassgericht ein Erbschein angefragt werden.

+ 1.273,00 € jährlich kassieren
Staatliche Zulagen mitnehmen!

Erbschaftssteuerrechner 2021

Mit unserem kostenlosen Erbschaftssteuerrechner können Sie schnell und unkompliziert berechnen, wie hoch die Steuer für Ihr zu versteuerndes Erbe ausfallen wird.

Geben Sie hier den Bruttobetrag ein, den Sie erben.

Erbschaftssteuer berechnen!

Pfeil

Erbschaftssteuer Freibeträge in der Übersicht

Ein Erbschaftssteuer Freibetrag bestimmt die Höhe, ab der überhaupt Steuern für ein Erbe gezahlt werden müssen. Je nachdem, in welchem Verhältnis man zu dem Erblasser (die Person, die das Erbe hinterlässt) gestanden hat, gilt ein anderer Steuerfreibetrag bei der Erbschaftssteuer.

Der Verwandtschaftsgrad bestimmt zusätzlich eine Erbschaftssteuerklasse, in die man eingeordnet wird.

Diese Erbschaftssteuerklasse hat nichts mit der Steuerklasse zu tun, in die man vom Finanzamt eingeordnet wurde. Die Erbschaftssteuerklasse als Erbe ergibt sich rein aus dem Verhältnis zu demjenigen, der das Erbe hinterlässt (Erblasser).

Infografik: Wie ist die Erbschaftssteuer aufgebaut?

In der folgenden Übersicht werden alle Steuerfreibeträge aufgeführt, die beim Antritt eines Erbes gelten sowie die entsprechende Erbschaftssteuerklasse, nach der sich der Erbschaftsteuersatz richtet.

Achtung: Der Erbschaftssteuerfreibetrag gilt pro Erbe und Erblasser. Der Freibetrag in Höhe von 400.000 Euro bei Kindern gilt also pro Kind und pro Elternteil.

Freibeträge in Erbschaftssteuerklasse I

In die Erbschaftssteuerklasse I fallen alle Erben, die mit dem Erblasser in einem der folgenden Verwandschaftsverhältnisse standen:

  • Ehegatten
  • Kinder
  • Enkelkinder
  • Eltern
  • Großeltern

Für diese Verwandschaftsgrade gelten folgende Freibeträge:

VerwandschaftsgradFreibetrag
Ehegatten, Lebenspartner500.000 €
Kinder, Enkelkinder
(wenn deren Eltern verstorben sind),
Stiefkinder, Adoptivkinder
400.000 €
Enkelkinder200.000 €
Eltern und Großeltern100.000 €

Die Freibeträge sorgen dafür, dass verwandte Hinterbliebende des Verstorbenen, eine beträchtliche Summe steuerfrei erben können.

  • Die Ehefrau verstirbt und hinterlässt ihrem Ehemann und den drei Kindern ein Erbe in Höhe von 1,7 Millionen Euro. Dieses lässt sich komplett steuerfrei aufteilen, indem der Ehemann 500.000 Euro erbt und die drei Kinder jeweils 400.000 Euro.

Freibeträge in Erbschaftssteuerklasse II

Entferntere Verwandte müssen ihren Erbanteil nach Erbschaftssteuerklasse II versteuern. Dazu gehören:

  • Geschwister
  • Kinder der Geschwister
  • Stiefeltern
  • Schwiegerkinder
  • etc.

Für sie gilt ein Freibetrag von 20.000 €.

Freibeträge in Erbschaftssteuerklasse III

In Erbschaftssteuerklasse III fallen alle Erben, die mit dem Erblasser nicht verwandt sind. Auch sie können einen Freibetrag von 20.000 € nutzen.

Höhe der Erbschaftssteuer

Die Höhe der Erbschaftssteuer wird durch den Erbschaftssteuersatz bei Nachlass festgesetzt. Der Erbschaftssteuersatz ergibt sich aus der Erbschaftssteuerklasse und der Höhe des Erbes, das über dem entsprechenden Freibetrag liegt. Übersteigt das Erbe den Steuerfreibetrag müssen dann für die folgenden Werte Steuern gezahlt werden:

Steuerpflichtiges Erbe
(Wert > Steuerfreibetrag)
Steuersatz
75.000 Euro7%
300.000 Euro11%
600.000 Euro15%
6.000.000 Euro19%
13.000.000 Euro23%
26.000.000 Euro27%
höher als 26.000.000 Euro30%
Steuerpflichtiges Erbe
(Wert > Steuerfreibetrag)
Steuersatz
75.000 Euro15%
300.000 Euro20%
600.000 Euro25%
6.000.000 Euro30%
13.000.000 Euro35%
26.000.000 Euro40%
höher als 26.000.000 Euro43%
Steuerpflichtiges Erbe
(Wert > Steuerfreibetrag)
Steuersatz
bis 6.000.000 Euro30%
höher als 6.000.000 Euro50%

Das erben die Deutschen

  • 47% Immobilien
  • 43% Geldvermögen
  • 10% Sachwerte

Die Deutschen erben bis zu 400 Milliarden Euro im Jahr! Das hat eine Studie ergeben, die sich mit der Höhe des an Erben weitergegebenen Vermögens beschäftigt hat. Die Studie fand zudem heraus, dass bundesweit durchschnittlich 16 Prozent der Deutschen mehr als 100.000 Euro erben.

Was ist das Berliner Testament?

Das Berliner Testament ist eine besondere Form der Nachlassregelung. Dabei handelt es sich um ein Ehegattentestament, das beiden Ehepartnern Sicherheiten garantiert. Falls ein Ehepartner versterben sollte, würde der andere Ehegatte seinen gesamten Nachlass erben. Gibt es keine anderen Nachfahren oder Hinterbliebenden kann der Ehegatte frei über das Erbe verfügen.

Sollten doch noch andere Erben existieren, würden diese bei einem abgeschlossenen Berliner Testament vorerst nichts bekommen. Das Berliner Testament setzt nämlich voraus, dass andere Erben auf ihren Pflichtanteil verzichten. Die Kinder werden somit zunächst enterbt, können aber das Erbe erhalten, falls auch der zweite Ehepartner versterben sollte.

Eine Erbschaftssteuererklärung abgeben

Die Erbschaftssteuererklärung wird vom zuständigen Amtsgericht von jedem Erben verlangt, der einen Teil des Erbes erhält. Das Finanzamt wird vor der Verpflichtung zu einer Abgabe einer Erbschaftsteuererklärung zunächst klären, ob es überhaupt zu einer Steuerpflicht kommen könnte.

Sollte man zu einer Erklärung der Erbschaft aufgefordert werden, ist das Wichtigste das Verzeichnis über den Nachlass, der zum Erbe gehört: Vermögen aller Art, Immobilien, Gegenstände, alles muss in der Erklärung aufgeführt werden. Die Erbschaftsteuererklärung gibt dem Finanzamt einen Überblick über die verschiedenen Werte innerhalb eines Erbes.

Im Mantelbogen der Erklärung muss angegeben werden, was im Erbe enthalten ist. Die Angaben sind verpflichtend, damit das Finanzamt entscheiden kann, ob Erbschaftssteuer fällig wird oder nicht.

Häufige Fragen zum Thema Erbschaftssteuer

Grundsätzlich unterliegt das gesamte Vermächtnis des Erblassers der Steuerpflicht. Die Werte der einzelnen Elemente werden addiert. Ausgenommen von der Erbschaftssteuerpflicht ist lediglich der persönliche Nachlass: Tagebücher, Kleidung oder Möbel müssen also nicht versteuert werden.

Im Fall des persönlichen Nachlasses gibt es jedoch zahlreiche Grauzonen. Insbesondere bei Schmuck kann es passieren, dass die Gutachter diesen nicht als Teil des persönlichen Nachlasses betrachten.

Grundsätzlich gilt das Kriterium, dass der persönliche Gebrauch früher der ausschlaggebende Grund des Erwerbs gewesen sein muss. Bilder, Schmuck oder Autos können zugleich als Vermögenssicherung erworben worden sein. Sobald dies auf einen Teil des Nachlasses zutrifft, greift die Erbschaftssteuerpflicht.

Die Höhe der Erbschaftssteuer ist zwar bundeseinheitlich geregelt, dennoch fließt sie den Ländern zu. Konkret wird sie von dem Finanzamt erhoben, das zuletzt für den Erblasser zuständig gewesen ist.

Komplizierter ist es, wenn der Erblasser im Ausland gelebt hat. Existiert kein Doppelsteuerabkommen mit dem anderen Land und ist dieses nicht Mitglied der EU, so muss die Erbschaftssteuer doppelt gezahlt werden. Die deutsche Erbschaftssteuer wird in diesem Fall vom Finanzamt Berlin-Schöneberg erhoben.

Ähnlich wie die Einkommenssteuer verjährt auch die Erbschaftssteuer. Die Frist läuft fünf Jahre und beginnt im Folgejahr, nachdem man den Bescheid erhalten hat.

Die Verjährungsfrist kann unterbrochen werden. Dies passiert beispielsweise dadurch, dass man um eine Stundung bittet oder amtliche Vollstreckungsmaßnahmen angewendet werden, die nicht direkt die Erbschaftssteuer betreffen. Anschließend beginnt die Uhr wieder bei Null zu ticken.

Um zu verhindern, dass ältere Menschen guten Freunden einfach ihr Vermögen im Alter durch eine Schenkung übertragen, um die Erbschaftssteuer zu umgehen, hat der Gesetzgeber die Regelungen analog gestaltet.

Es gelten bei einer Schenkung die gleichen Steuerfreibeträge wie bei der Erbschaft. Allerdings gibt es bei der Schenkungssteuer einen entscheidenden Vorteil: Der Freibetrag kann nicht nur einmalig, sondern alle zehn Jahre in Anspruch genommen werden.

Bei einer Schenkung gibt es beispielsweise keinen Versorgungsfreibetrag, falls die Kinder die Erben bzw. Beschenkten sein sollten. Eine Schenkung belastet zudem die eigenen Finanzen und ist steuerlich nicht abzugsfähig.

Kinder erhalten zusätzlich zum eigentlichen Freibetrag noch einen Versorgungsfreibetrag bei der Erbschaftssteuer, wenn der Erblasser ein biologisches Elternteil oder ein Teil der Adoptiveltern war. Die Höhe des Versorgungsfreibetrags bemisst sich am Alter des Kindes, das erben soll:

Bis 5 Jahre = 52.000€
6 bis 10 Jahre = 41.000€
11 bis 15 Jahre = 30.700€
16 bis 20 Jahre = 20.500€
21 bis 27 = 10.300€

In der Regel erben die Bedachten nicht nur Geld, sondern auch Immobilien und sonstige Sachgüter wie beispielsweise Schmuck, Bücher, Möbel, Autos oder Elektronik. Der Wert der Sachgüter muss zum Todestag ermittelt werden.

Erben die Bedachten beispielsweise Immobilien im Wert von 200.000 €, so werden diese für die Erbschaftssteuer anschließend so behandelt, als würde es sich um ein Geldvermögen in dieser Höhe handeln.

Der Wert der Sachgüter entspricht also dem Verkehrswert der Sachgüter am Todestag. In aller Regel ermittelt der Nachlassverwalter die entsprechenden Summen für die Erben.

Bei einer Schenkung wird übrigens fast identisch verfahren: Der Wert der Sachgüter ist dann allerdings für den Tag der Überlassung zu bestimmen.



Einzelnachweise und Quellen

  1. Bundesministerium für Finanzen: Erbschafts- und Schenkungssteuer
  2. Bundesministerium für Finanzen: Broschüren der Landesfinanzbehörden
  3. Finanzverwaltung NRW: Erbschaften, Schenkungen und das Finanzamt
  4. Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz

Haftungsausschluss: Wir übernehmen, trotz sorgfältiger Prüfung, keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der hier dargestellten Informationen. Es werden keine Leistungen übernommen, die gemäß StBerG und RBerG Berufsträgern vorbehalten sind.