Erbschaftssteuer zahlt jeder, der ein Erbe antritt. Das Vermögen kann Geld, ein Unternehmen oder eine Immobilie sein. Bei der Berechnung der Erbschaftsteuer kommt es auf die Höhe des Erbes und den Verwandtschaftsgrad an. Bei einem Erbe gibt es bestimmte Freibeträge, innerhalb derer man keine Erbschaftssteuer zahlen muss.

Erbschaftssteuerrechner 2018

Mit dem Erbschaftssteuerrechner lässt sich die Höhe der Erbschaftssteuer genau berechnen. Dazu wird die Summe des Erbes und der Verwandtschaftsgrad angegeben.

Erbschaftssteuer Freibetrag

Eine Übersicht der Erbschaftsteuer Freibeträge, die beim Antritt eines Erbes gelten und außerdem die Erbschaftsteuerklasse, in die man eingeordnet wird:

VerwandtschaftsgradErbschaftsteuer Freibetrag
Ehegatten, Lebenspartner500.000 €
Kinder, Enkelkinder
(wenn deren Eltern verstorben sind),
Stiefkinder, Adoptivkinder
400.000 €
Enkelkinder200.000 €
Eltern und Großeltern100.000 €
Eltern, Großeltern, bei Erwerb durch Schenkung für Geschwister,
Kinder der Geschwister, Stiefeltern, Schwiegerkinder,
Schwiegereltern, geschiedene Ehepartner
20.000 €
Geschwister, Kinder der Geschwister,
Stiefeltern, Schwiegerkinder, etc.
20.000 €
Nicht verwandte Erben20.000 €

Ein Erbschaftssteuer Freibetrag bestimmt die Höhe, ab der überhaupt Steuern für ein Erbe gezahlt werden müssen. Je nachdem, in welchem Verhältnis man zu dem Erblasser (die Person, die das Erbe hinterlässt) gestanden hat, gelten unterschiedliche Freibeträge bei der Erbschaftssteuer. Der Verwandtschaftsgrad bestimmt zusätzlich eine Erbschaftssteuerklasse, in die man eingeordnet wird.

  • Die Erbschaftssteuerklasse hat nichts mit der Steuerklasse zu tun, in die man ansonsten vom Finanzamt eingeordnet ist. Die Erbschaftssteuerklasse als Erbe ergibt sich rein aus dem Verhältnis zu demjenigen, der das Erbe hinterlässt (Erblasser).

Erbschaftssteuer Höhe

Die Höhe der Erbschaftssteuer wird durch den Erbschaftssteuersatz festgesetzt. Je nach Verwandtschaftsgrad greift dann die Erbschaftssteuerklasse. Übersteigt das Erbe den Freibetrag müssen dann für die folgenden Werte Steuern gezahlt werden:

Steuerpflichtiges ErbeErbschaftssteuerklasse IErbschaftssteuerklasse IIErbschaftssteuerklasse III
75.000 Euro7%15%30%
300.000 Euro11%20%30%
600.000 Euro15%25%30%
6.000.000 Euro19%30%30%
13.000.000 Euro23%35%50%
26.000.000 Euro27%40%50%
höher als 26.000.000 Euro30%43%50%

Erbschaftssteuer Deutschland

Die Erbschaftsteuer in Deutschland ist zusammen mit der Schenkungssteuer im ErbStG (Erbschaftssteuergesetz) geregelt. Wenn ein Angehöriger oder beispielsweise der Inhaber einer Firma verstirbt, geht das Vermögen an einen oder mehrere Erben über. Vom Erbe muss an den Staat eine bestimmte Summe als Steuer gezahlt werden. Dieses Erbschaftssteuerrecht gilt in Deutschland bereits seit 1906.

Erbschaftsteuererklärung

Die Erbschaftsteuererklärung wird vom zuständigen Amtsgericht von jedem Erben verlangt, der einen Teil des Erbes erhält. Das Finanzamt wird vor der Verpflichtung zu einer Abgabe einer Erbschaftsteuererklärung zunächst klären, ob es überhaupt zu einer Steuerpflicht kommen könnte. Sollt man zu einer Erklärung der Erbschaft aufgefordert werden, ist das Wichtigste das Verzeichnis über den Nachlass, der zum Erbe gehört: Vermögen aller Art, Immobilien, Gegenstände, alles muss in der Erklärung aufgeführt werden.

  • Die Erbschaftssteuererklärung ist von jedem Erben auszufüllen, der einen Teil des Erbes erhält.
  • Die Erbschaftsteuererklärung gibt dem Finanzamt einen Überblick über die verschiedenen Werte innerhalb eines Erbes.
  • Im Mantelbogen der Erklärung muss angegeben werden, was im Erbe enthalten ist. Die Angaben sind verpflichtend, so dass das Finanzamt entscheiden kann, ob Erbschaftssteuer fällig wird oder nicht.

Erbschaftsteuer Haus

Wird bei einem Erbe auch eine Immobilie weitergegeben, muss der Erbe für die Immobilie im Regelfall Erbschaftssteuer zahlen. Die Erbschaftssteuer wird auf den Verkehrswert erhoben. Der Verkehrswert beschreibt dabei den Wert des Hauses zum Zeitpunkt des Erbes. Das würde allerdings bedeuten, dass man als Erbe, wenn kein Anteil an Barvermögen mit vererbt wird, plötzlich eine gewisse Summe an Verkehrswert abzugeben hätte. Es gibt daher einige Ausnahmen bei der Erbschaftssteuer auf ein Haus:

  • Für ein Haus muss keine Erbschaftssteuer gezahlt werden, wenn die Erben der Lebenspartner oder Ehegatte ist und das Haus vom Verstorbenen selbst bewohnt wurde und der Erbe in diesem Haus auch nach dem Erbe noch weitere 10 Jahre lebt
  • Gleiches gilt für Kinder, die in diesem Haus weiterleben und wenn das Haus die Wohnfläche von 200 Quadratmeter nicht übersteigt.

Artikel zum Thema Erbschaftssteuer


Einzelnachweise

  1. Bundesministerium für Finanzen: Erbschafts- und Schenkungssteuer
  2. Bundesministerium für Finanzen: Broschüren der Landesfinanzbehörden
  3. Finanzverwaltung NRW: Erbschaften, Schenkungen und das Finanzamt
  4. Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz