Der Kinderfreibetrag ist für Eltern in den Steuerklassen 2, 3 oder 4 vorgesehen und senkt das zu versteuernde Einkommen.

Der Kinderfreibetrag lohnt sich bei Alleinerziehenden ab einem Einkommen von 30.000 Euro, bei Ehepaaren ab 60.000 Euro.

Das Finanzamt prüft bei der Einkommensteuererklärung, ob der Freibetrag oder das Kindergeld steuerlich günstiger ist.

Kinderfeibetrag beantragen

Nach der Geburt des ersten Kindes können Eltern einmalig den Kinderfreibetrag beantragen. Dazu reicht man beim Finanzamt den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung ein.

  • Für die Beantragung des Kinderfreibetrags muss beim zuständigen Finanzamt ein Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung eingereicht werden.

Das Finanzamt prüft ansonsten jährlich bei der Einkommensteuererklärung, ob der Kinderfreibetrag vorteilhafter ist als das Kindergeld. Dieser Vorgang heißt Günstigerprüfung. Will man den Freibetrag ändern, reicht man den Vereinfachten Antrag auf Lohnsteuerermäßigung ein.

Kinderfreibetrag Übersicht

In der folgenden Tabelle werden die Höhe der Kinderfreibeträge der letzten 5 Jahre aufgeführt.

Freibetrag20182017201620152014
Kinderfreibetrag7.428 Euro7.356 Euro7.248 Euro7.152 Euro7.008 Euro

Kinderfreibetrag nach Steuerklassen, Stand: 2018

Die Höhe des Kinderfreibetrag variiert je nach Steuerklasse.

SteuerklasseKinderfreibetrag
Steuerklasse 17.428 Euro pro Kind und pro Jahr
Steuerklasse 27.428 Euro pro Kind und Jahr
Steuerklasse 37.428 Euro
Steuerklasse 43.714 Euro pro Ehepartner (in Summe: 7.428 Euro)
Steuerklasse 5kein Kinderfreibetrag
Steuerklasse 6kein Kinderfreibetrag

Kinderfreibetrag Rechner

Kinderfreibetrag oder Kindergeld? Während das Kindergeld eine Vorauszahlung ist, handelt es sich beim Kinderfreibetrag um eine Rechengröße bei der Einkommensteuererklärung. Was lohnt sich also mehr? Mit dem Kinderfreibetrag Rechner kann überprüft werden, welche Variante für den Einzelfall besser ist.

  • Mit dem Kinderfreibetrag Rechner kann schnell und einfach berechnet werden, ob sich das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag mehr für Sie lohnt!
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In der Regel profitieren höhere Einkommen durch die Kinderfreibeträge. Als Richtwert kann hier von einem jährlichen Bruttoeinkommen ab 30.000 Euro für eine einzelne Person ausgegangen werden. Für niedrigere Einkommen lohnt es sich eher, das Kindergeld in Anspruch zu nehmen.

Kinderfreibetrag ändern

Wenn sich bestimmte Lebenssituationen ändern, muss ebenfalls darüber nachgedacht werden, ob die Inanspruchnahme des Kinderfreibetrags noch möglich oder sinnvoll ist.

Scheidung

Im Falle einer Scheidung hat der Gesetzgeber festgelegt, dass die Kinderfreibeträge jeweils zur Hälfte an beide Elternteile ausgezahlt werden. Dabei ist es unerheblich, von wem die Kinder betreut werden.

  • Übernimmt ein Elternteil weniger als 75 Prozent seiner Unterhaltspflicht, kann der Freibetrag vollständig auf das andere Elternteil übertragen werden.

Auch hier gilt natürlich, dass die Freibeträge erst dann einen Steuervorteil bieten, wenn man als Alleinstehender die Einkommensgrenze von 30.000 Euro an Jahreseinkommen erreicht. Ansonsten sollte man die Zahlung von Kindergeld in Anspruch nehmen.

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Pflegekinder

Kinderfreibeträge können auch von Eltern in Anspruch genommen werden, die Pflegekinder in ihrem Haushalt aufgenommen haben. Als Voraussetzung dafür gilt die Feststellung eines Pflegekindschaftsverhältnisses. Das heißt, dass die Beziehung zu dem Kind für einen längeren Zeitraum geplant sein muss und einen familienähnlichen Charakter hat. Es darf sich nicht um eine kurzzeitige Aufnahme des Kindes in den Familienhaushalt handeln.

  • Ist ein Pflegekindschaftsverhältnis festgestellt worden, dann ist damit auch der Anspruch auf Kinderfreibeträge ebenso wie auf Kindergeld entstanden und kann von der Pflegefamilie genutzt werden.

Rechenbeispiele

Der Kinderfreibetrag führt direkt dazu, dass mehr Netto vom Brutto übrig bleibt. Wer stattdessen eine Auszahlung des Kindergeldes in Anspruch nimmt, muss sich selbst errechnen, ob er am Ende mehr Netto erhält.

An folgendem Beispiel wird klar, dass die Zahlung des Kindergelds zu weniger Netto monatlich führen kann, als mit dem Freibetrag, der direkt einen entsprechenden Steuervorteil liefert.

jährliches Einkommen60.150 Euro
davon 32 % Steuer19.248 Euro
Kinderfreibetrag 20187.428 Euro
Differenz zwischen jährlichem Einkommen
und Kinderfreibetrag
60.150 Euro - 7.428 Euro = 52.794 Euro
30 % von 52.794 Euro15.838 Euro
steuerliche Differenz19.248 Euro - 15.838 Euro = 3.410 Euro
Kindergeld in einem Jahr2.304 Euro (12x192Euro)
Ergebnis3.410 Euro > 2.304 Euro
  • In diesem Fall lohnt sich der Kinderfreibetrag.

Im zweiten Beispiel wird ersichtlich, dass sich der Kinderfreibetrag nicht immer lohnt.

jährliches Einkommen25.550 Euro
davon 18 % Steuer4.599 Euro
Kinderfreibetrag 20187.428 Euro
Differenz zwischen jährlichem Einkommen
und Kinderfreibetrag
25.550 Euro - 7.428 Euro = 18.194 Euro
13 % von 18.194 Euro2.365,22 Euro
steuerliche Differenz4.599 Euro - 2.356,22 Euro = 2.242,78 Euro
Kindergeld in einem Jahr2.304 Euro (12x192Euro)
Ergebnis2.242,78 Euro < 2.304 Euro
  • In diesem Fall gibt es keinen Vorteil durch den Kinderfreibetrag.

Häufig gestellte Fragen zum Kinderfreibetrag

Grundsätzlich ist es ratsam, zunächst erstmal das Kindergeld zu beantragen. Auch dann, wenn man davon ausgehen kann, den Freibetrag zu erhalten. Denn das Finanzamt geht bei der Günstigerprüfung immer davon aus, dass der Steuerzahler das Kindergeld beantragt hat und rechnet diesen Betrag automatisch bei der Steuererklärung mit ein.

  • Alle Personen, die entweder keine oder nur sehr wenig Steuern zahlen müssen, sind mit dem Kindergeld in jedem Falle besser beraten.

Auch wenn die Kinder in die Ausbildung gehen, ist es für Eltern wichtig, sich zu informieren, wie es mit den beiden Varianten Kinderfreibetrag und Kindergeld aussieht.

Der Freibetrag hat sich 2018 geändert. So liegt er aktuell bei 7.428 Euro jährlich pro Kind für beide Elternteile.

Er setzt sich zusammen aus:

  • dem Bedarf für das sachliche Existenzminimum des Kindes -> 4.788 Euro
  • dem Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf -> 2.640 Euro.

Für Eltern, deren Kinder sich in der Berufsausbildung befinden, gibt es durch die Zahlung von Kindergeld oder die Unterstützung durch den Kinderfreibetrag ebenfalls Entlastungen. Dabei ist allerdings auf die Altersgrenze von 25 bzw. in Ausnahmefällen 27 Jahren zu achten.

Ja, Kinderfreibeträge für ein behindertes Kind können geltend gemacht werden, wenn das Kind das 18. Lebensjahr bereits überschritten hat und bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Altersbegrenzung ist sogar komplett aufgehoben, wenn das behinderte Kind sich aufgrund einer seelischen, geistigen oder körperlichen Behinderung nicht selbst unterhalten kann. Voraussetzung ist allerdings, dass die Behinderung bereits vor dem 25. Lebensjahr aufgetreten ist.

  • Eine Sonderregelung gibt es allerdings für Kinder, bei denen die Behinderung vor dem 1.1.2007 eingesetzt hat. In diesen Fällen gilt eine Altersgrenze von 27 Jahren.

 

Wenn das Kind eine weitergehende Ausbildung aufnimmt, bei der es regelmäßig wöchentlich mehr als 20 Wochenstunden erwerbstätig ist, dann entfällt die Steuererleichterung. Ausgenommen von diesem Wegfall sind allerdings Ferienjobs, da in dem Gesetzestext von einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit die Rede ist und dies bei Ferienjobs nicht der Fall ist.

Diese werden ja nur in den Semesterferien oder Ferien ausgeübt und sind damit nicht regelmäßig. Damit werden die Vorteile von Kinderfreibetrag/ Kindergeld nicht gemindert, wenn das Kind einen Ferienjob ausübt.

Seit 2012 müssen Eltern nicht mehr nachweisen, dass das Einkommen ihres Kindes 8.004 Euro übersteigt.

Das gilt für Kinder bis zum 25. Lebensjahr, die sich in einer Erstausbildung oder einem Erststudium befinden.

Kinderfreibetrag oder Kindergeld – beide Möglichkeiten zur finanziellen Entlastung der Eltern sind damit bis zu diesem Alter weiterhin vorhanden.

Allerdings muss darauf geachtet werden, dass das Kind eine wöchentliche Arbeitszeit von 20 Stunden nicht überschreitet.

Die Eltern, die einen Anspruch auf Kinderfreibetrag/Kindergeld haben, können einen weiteren Freibetrag für Sonderbedarf geltend machen, wenn das Kind zwischen 18 und 25 Jahre alt ist und auswärtig eine Berufsausbildung absolviert.

In dem Fall können die Eltern einen Freibetrag geltend machen, der jährlich bei 924 Euro liegt. Sollte das Kind eigene Einkünfte haben, die 1.848 Euro übersteigen, werden diese darauf angerechnet. Sollte das Kind BAFöG beziehen, wird dieses ebenfalls in voller Höhe angerechnet.


Einzelnachweise und Quellen

  1. Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend:  Freibeträge für Kinder
  2. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 
  3. Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz: Einkommensteuergesetz
  4. Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen: Steuertipps für Eltern

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