Unter dem für Deutschland ermittelten Verbraucherpreisindex (VPI) verstehen Finanzexperten eine Kennzahl, die die durchschnittliche prozentuale Veränderung bezüglich des Preisniveaus von bestimmten Waren und Dienstleistungen widerspiegelt, die zu Verbrauchszwecken von privaten Haushalten erworben werden. Dazu zählen etwa Lebensmittel, Bekleidung, Fahrzeuge, Mietzahlungen, Mobiliar sowie Friseurbesuche oder Aufwendungen für Versicherungen.

Der Index zeigt also an, wie stark die Verbraucherpreise in einem bestimmten Zeitraum steigen oder auch sinken. Er ist darüber hinaus die grundlegende Kennzahl zur Berechnung der jährlichen Inflationsrate.

Der Verbraucherpreisindex von 2017 bis 2019

Betrachtet man die letzten drei Jahre, also den Zeitraum von 2017 bis 2019, dann zeigt sich, dass der Verbraucherpreisindex stetig gestiegen ist:

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  • Verbraucherpreisindex 2017 = 1,6
  • Verbraucherpreisindex 2018 = 1,8
  • Verbraucherpreisindex 2019 = von Januar bis Juli zwischen 1,4 und 1,9

Um den Verbraucherpreisindex exakt zu bestimmen, wird der zur Berechnung notwendige Warenkorb in verschiedene Abteilungen untergliedert. Diese Abteilungen entsprechen verschiedenen Waren- oder Dienstleistungsbereichen, etwa:

  • Bekleidung und Schuhe
  • Nahrungsmittel und nichtalkoholische Getränke
  • Tabakwaren und alkoholische Getränke
  • Wasser, Strom, Gas u.a. Brennstoffe, Wohnung
  • Telekommunikation und Post
  • Freizeit, Kultur und Unterhaltung
  • Bildung
  • Gesundheit
  • Haushaltszubehör, Mobiliar, Geräte und Leuchten
  • Verkehr
  • Dienstleistungen in den Bereichen Gaststätten und Beherbergung

Für diese und weitere Bereiche werden jeweils einzelne Veränderungsraten ermittelt, die dann in die Gesamtveränderungsrate des Verbraucherpreisindexes einfließen.

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Die Formel zur Berechnung des Verbraucherpreisindex

Um den Preisindex zu ermitteln und anschließend die Veränderungsrate zum Vergleichszeitraum zu berechnen, sind verschiedene Formeln notwendig. Der Verbraucherpreisindex selbst wird mithilfe eines "Warenkorbes" ermittelt, der mit Berichten aus 188 Gemeinden, circa 700 unterschiedlichen Waren und Dienstleistungen und 300.000 Einzelpreisen bestückt ist. Grundlage der Berechnung bildet ein spezielles Gewichtungsschema.

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Aus den Daten wird dann eine Indexzahl für das Basisjahr gebildet, die 100 beträgt. Die höheren oder niedrigeren Ergebnisse der folgenden Monate oder Jahre zeigen dann, wenn man sie mit der Indexzahl des Basisjahres abgleicht, die Inflationsrate bzw. die Deflationsrate an.

Anschließend kann unter Verwendung der Indexzahl für das Basisjahr die Veränderungsrate des nächsten Berechnungszeitraumes mit folgender Formel ermittelt werden:

Veränderung in Prozent = (neuer Indexstand : alter Indexstand x 100) - 100

Ein Beispiel kann verdeutlichen, wie die Berechnung der Indexveränderung funktioniert. Wenn beispielsweise der Index auf Basis von 2015 = 100 im Januar 2016 einen Indexstand von 106,1 erreichte und dieser im Januar 2015 einen Wert von 105,6 hatte, dann berechnet man die Veränderungsrate zwischen Januar 2015 und Januar 2016 folgendermaßen:

(106,1 : 105,6 × 100) - 100 = 0,5 %

Für den Zeitraum eines Jahres (von Januar 2015 bis Januar 2016) betrug die Veränderungsrate beim Verbraucherpreisindex 0,5 %. Solche Berechnungen werden unter anderem vom Statistischen Bundesamt für jeden Monat des Jahres erstellt.

  • Diese für Deutschland ermittelten Veränderungsraten bei diesem Index werden auch für internationale Vergleiche verwendet, wenn es etwa darum geht, die Höhe der deutschen Inflation mit der in anderen europäischen oder außereuropäischen Staaten zu vergleichen.

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Die Bedeutung des Basisjahres im Verbraucherpreisindex

Um den Verbraucherpreisindex sowie die Veränderungsraten berechnen zu können, benötigt man ein sogenanntes Basisjahr, auf welches man anschließend die positive oder negative Entwicklung des Indexes bezieht. Im Jahre 2016 war das Jahr 2015 mit einem Wert von 100 das Basisjahr für die folgenden Berechnungszeiträume. In den letzten Jahren gab es stets steigende Werte und damit eine positive Inflationsrate.

Verbraucherpreisindex - Entwicklung von Inflation und Inflationsrate

Der Verbraucherpreisindex ist seit 1991 jedes Jahr gestiegen und damit auch die Inflationsrate. Lag der Verbraucherpreisindex 1991 bei einem Wert von 70,2, so betrug er 10 Jahre später 2001 bereits 87,4 und lag noch einmal 10 Jahre später, im Jahre 2011 bei einem Wert von 104,1.

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Seit 1996 wird auch der sogenannte harmonisierte Verbraucherpreisindex von der Europäischen Union berechnet und spiegelt das Verbraucherpreisniveau für die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) wieder. Er wird nach einheitlichen europäischen Standards ermittelt und berücksichtigt die historischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten der einzelnen Staaten sowie die jeweils unterschiedlichen Methoden der statistischen Berechnung.

Eine sogenannte Deflation in Form sinkender Verbraucherpreise gab es in der Europäischen Union letztmals in den Jahren 2014 bis 2016, allerdings nur in einzelnen Mitgliedstaaten wie Bulgarien, Griechenland, Slowakei, Spanien und Zypern. EU-weit machten sich die negativen Zahlen in diesen Ländern dadurch bemerkbar, das der Verbraucherpreisindex und damit die Inflationsrate im Jahre 2015 bei 0,0 % lag.

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Quellen

Mankiw, Gregory N.: Makroökonomik: Mit vielen Fallstudien »
Bleymüller, Josef / Weißbach, Rafael / Gehlert, Günther / Gülicher, Herbert: Statistik für Wirtschaftswissenschaftler »


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