Der Bundesfreiwilligendienst

Seit einiger Zeit haben alle erwachsenen Personen, die mindestens die Pflichtschuljahre absolviert haben die Möglichkeit, einen Bundesfreiwilligendienst in einer sozialen oder karitativen Einrichtung abzuleisten. Dieser Bundesfreiwilligendienst löste den Zivildienst ab und wird seitdem immer häufiger nachgefragt.

Um zusätzliche Anreize für die Aufnahme eines Bundesfreiwilligendienstes zu schaffen, haben sich die verantwortlichen Personen auf die Auszahlung eines monatlichen Taschengeldes und die Gewährung von Sach- und geldwerten Leistungen für die Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst geeinigt.

Der Bundesfreiwilligendienst könnte auch für Arbeitslose, Hartz IV Empfänger oder andere Personen, die sich beruflich neu orientieren wollen eine interessante Alternative sein. Hier stellt sich dann oft die Frage, ob und in welchem Umfang die Einnahmen aus dem Bundesfreiwilligendienst versteuert werden müssen.

Einnahmen aus dem Bundesfreiwilligendienst - bisher steuerfrei

Bisher waren alle Einnahmen aus dem Bundesfreiwilligendienst grundsätzlich steuerfrei. Dies galt sowohl für verheiratete als auch für alleinstehende Personen.

Ab dem Jahre 2013 ist jedoch geplant, die Einnahmen zumindest teilweise zu versteuern. Dies betrifft aber nicht das Taschengeld, sondern nur die Sach- oder geldwerten Leistungen.

Ob die Einnahmen tatsächlich versteuert werden müssen, hängt nicht nur von ihrer Höhe, sondern auch von den persönlichen Lebensumständen der betreffenden Person ab. Dazu gehört insbesondere die Steuerklasse, die vom Finanzamt festgelegt worden ist.

Ehepaare werden in der Regel gemeinsam veranlagt. Ist einer der beiden Ehepartner voll berufstätig und entscheidet sich für die Steuerklasse 3, müsste der andere Ehepartner in die Steuerklasse 5 eingeordnet werden. Dies gilt auch für den Fall, dass er einen Bundesfreiwilligendienst ableistet.

In der Steuerklasse 5 wären die Abzüge deutlich höher als in der Steuerklasse 4. Die Steuerklassenkombination 4 / 4 wäre jedoch nur dann sinnvoll, wenn beide Ehepartner arbeitslos sind und/oder einen Bundesfreiwilligendienst ableisten.

Ansonsten sollte die Steuerklassenkombination 3 / 5 bevorzugt werden. Sie hätte den großen Vorteil, dass der berufstätige Ehepartner in der Steuerklasse 3 den doppelten Grundfreibetrag wie in der Steuerklasse 4 geltend machen könnte, wodurch letzten Endes deutlich mehr Geld in die Familienkasse gelangen könnte.

Singles, die den Bundesfreiwilligendienst ableisten, werden automatisch in die Steuerklasse 1 eingeordnet, sollten sie jedoch Kinder haben und das volle Erziehungsrecht besitzen, wäre die Steuerklasse 2 maßgebend.

Bundesfreiwilligendienst und Nebeneinkünfte

Wird neben dem Bundesfreiwilligendienst ein 450 Euro Job oder eine andere berufliche Tätigkeit ausgeübt, werden die Einnahmen zusammengerechnet und sind entsprechend zu versteuern.

Dies gilt allerdings nur, wenn eine bestimmte Jahresverdienstgrenze überschritten wird. Nähere Auskünfte dazu könnte das örtliche Finanzamt oder ein Steuerberater geben.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Möglichkeit zur Erzielung von Nebenverdiensten während der Ausübung des Bundesfreiwilligendienstes sehr begrenzt sein wird. Eine Ausnahme bestünde lediglich dann, wenn der Bundesfreiwilligendienst lediglich auf Teilzeitbasis geleistet wird.

Für den Bundesfreiwilligendienst können die Werbungskosten und die Sonderausgaben in ähnlicher Höhe geltend gemacht werden, wie dies bei den meisten Arbeitnehmern üblich ist.

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