arbeitslosenversicherung

Arbeitslosigkeit ist seit je her eine wirtschaftliche Bedrohung für Single- und Familienhaushalte. Der Schutz von Arbeitnehmerrechten – in Form des Kündigungsschutzes – ist nur eine Seite der Medaille.

Die Arbeitslosenversicherung soll die finanziellen Folgen der Arbeitslosigkeit für die Haushaltskasse auffangen.

Wer ist Mitglied der Arbeitslosenversicherung? Kann man sich hier zwischen mehreren Versicherungen entscheiden? Und wie hoch ist die Versicherungssumme, wenn es wirklich zur Arbeitslosigkeit kommt?

Arbeitslosenversicherung – wer ist versichert?

Grundsätzlich lässt sich die Absicherung gegen Arbeitslosigkeit heute in zwei Grundtypen unterscheiden – den gesetzlichen Schutz und die private Absicherung.

Letztere spielt allerdings eine eher untergeordnete Rolle, da nur wenige Gesellschaften eine Versicherung anbieten. Das Augenmerk der meisten Verbraucher richtet sich daher auf die gesetzliche Arbeitslosenversicherung.

Deren Ziel ist relativ einfach umrissen: Die Arbeitslosenversicherung soll einen finanziellen Ausgleich für den Fall der Arbeitslosigkeit darstellen. Allerdings stellt die Versicherung keinen permanenten Schutz dar.

Vielmehr sind sowohl der Anspruch auf die Leistungen der Versicherung als auch die Dauer der Auszahlung an gewisse Bedingungen geknüpft. Kern der Vorschriften zur gesetzlichen Arbeitslosenversicherung ist das SGB III (Drittes Buch Sozialgesetzbuch).

Letzteres kennt Pflichtversicherte, zu denen:

  • Beschäftigte
  • Auszubildende
  • Wehr- oder Zivildienstleistende nach § 26 SGB III
  • Bezieher verschiedener Entgeltersatzleistungen (z. B. Krankengeld, Mutterschaftsgeld)

zählen. Darüber hinaus können sich andere Personenkreise – wie etwa Selbständige – gegen das Risiko der Arbeitslosigkeit absichern, in dem sie freiwillig in die Versicherung eintreten.

Beitragshöhe in der Arbeitslosenversicherung

Hinsichtlich der Finanzierung von Leistungen greift die Arbeitslosenabsicherung im Wesentlichen auf Beitragseinnahmen zurück. Diese fließen der Versicherung bei Beschäftigten jeweils zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu.

Die Höhe der gezahlten Beiträge richtet sich nach dem Einkommen. Wie im Rahmen der Kranken- und Rentenversicherung wird die Prämie prozentual vom Bruttoentgelt erhoben – in Höhe von drei Prozent (seit Januar 2011).

Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen letzten Endes also 1,5 Prozent der Arbeitslosenversicherung. Freiwillig Mitglieder müssen die Beitragslast dagegen allein stemmen.

Hinsichtlich des Beitrags wird unter Umständen aber nicht das gesamte Einkommen herangezogen. In der Arbeitslosenabsicherung greift eine Beitragsbemessungsgrenze.

Arbeitslos – welche Leistungen zahlt die Versicherung

Seitens der durchführenden Stellen fallen unter dem SGB III verschiedene Leistungen zusammen – wie die Berufsberatung und Arbeitsvermittlung.

Einer der wesentlichen Aspekte ist aber das Arbeitslosengeld I. Dessen Höhe richtet sich unter anderem nach der Haushaltsgröße.

Arbeitslose mit mindestens einem Kind erhalten einen Leistungssatz von 67 Prozent, alle anderen Betroffenen nur 60 Prozent.


  • Die maximale Bezugsdauer für das ALG I richtet sich nach Versicherungsdauer und Alter.

Der erste Schritt in der Berechnung des Arbeitslosengelds ist die Bestimmung des täglichen Bemessungsentgelts. Anschließend werden hiervon pauschalierte SV-Beträge, die Lohnsteuer und der Solidaritätszuschlag abgezogen – um das tägliche Leistungsentgelt zu berechnen. Mit dem Leistungssatz multipliziert ergibt sich daraus der tägliche/monatliche Zahlbetrag.

Bruttoeinkommen2.500 Euro
Bemessungsentgelt (p. Tag)82,19 Euro82,19 Euro
Leistungsentgelt (p. Tag)53,55 Euro53,55 Euro
Leistungssatz67 Prozent60 Prozent
Zahlbetrag (p. Monat)1076,40 Euro963,90 Euro

Private Arbeitslosenversicherung – Sicherheit für's Nettoeinkommen

Einige Unternehmen bieten immer wieder Tarife für die private Absicherung gegen Arbeitslosigkeit an. Diese dürfen mit dem gesetzlichen Pendant nicht verwechsel werden. In der privaten Versicherung erfolgt die Absicherung einer festgelegten Geldsumme gegen eine monatliche Beitragszahlung.

Allgemein ist die Obergrenze der Auszahlung das frühere Nettoeinkommen. Vor dem Abschluss ist zu prüfen, inwiefern für diese Absicherung Wartezeiten gelten und ob die Leistung auf bestimmte Kündigungsgründe beschränkt ist.

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