Mann in Anzug schaut auf Handy

In Anlage N der Steuererklärung müssen in den Zeilen 31 bis 40 die geleisteten Arbeitstage vermerkt werden.

Das Finanzamt benötigt diese beispielsweise dazu, um die in der Steuererklärung eingetragenen Fahrkosten überprüfen zu können.

Die Arbeitstage werden dreistufig vermerkt: Ab Zeile 32 werden zuerst die wöchentlichen Arbeitstage und dann die Urlaubs- sowie Krankheitstage vermerkt.

Ab Zeile 36 werden die Arbeitstage des ganzen Jahres eingetragen. Hier sind die Urlaubs- und Krankheitstage bereits abgezogen.

Muss man die Arbeitstage tatsächlich berechnen?

In der Regel ist es nicht notwendig, die exakte Zahl der Arbeitstage für die Einkommensteuererklärung zu berechnen, denn auch das Finanzamt nutzt Richtwerte.

  • Bei einer Fünf-Tages-Woche werden 230 Tage anerkannt. Bei einer Sechs-Tages-Woche werden 280 anerkannt.

Will man jedoch mehr, als diesen Richtwert an Arbeitstagen in der Steuererklärung geltend machen, dann muss dies begründet werden. Eine mögliche Begründung für mehr Arbeitstage in der Steuererklärung ist beispielsweise der Zwang zur Wochenendarbeit.

Will man also mehr Arbeitstage in der Steuererklärung geltend machen, muss man neben der exakten Anzahl an Arbeitstagen in der Steuererklärung auch das Dokument (z.B. der Arbeitsvertrag), auf dem diese Pflicht zur Wochenendarbeit vermerkt ist, der Steuererklärung in Kopie als Beleg beifügen.

Wie kommen die Richtwerte zustande?

Die Richtwerte für Arbeitstage in der Steuererklärung basieren auf Durchschnittsberechnungen. So gibt es beispielsweise durchschnittlich neun Feiertage in den deutschen Bundesländern. Wer fünf Mal die Woche arbeitet, kommt abzüglich des Wochenendes auf 257 Tage pro Jahr.

Werden noch die Feiertage, der Urlaub sowie die Krankheitstage abgezogen, landet man eigentlich bei 220 Tagen. Zu Gunsten des Arbeitnehmers erkennt das Finanzamt aber auch 230 Arbeitstage in der Steuererklärung ohne Überprüfung an.

Bei einer Sechs-Tages-Woche liegt der Richtwert bei 307 Tagen. Nach allen Abzügen würde man eigentlich bei 260 Tagen landen, doch auch hier räumt das Finanzamt einen gewissen Spielraum nach oben ein, um dem Arbeitnehmer zu helfen.

Dies ist allerdings auch dem Umstand geschuldet, dass es für das Finanzamt selbst deutlich zu schwierig wäre, alle in der Steuererklärung erklärten Besuche bei der Arbeitsstätte präzise nachzuprüfen.

Unter bestimmten Umständen kann es zu Streichungen kommen

Allerdings kann es in bestimmten Situationen dazu kommen, dass die Finanzämter die Zahl der Arbeitstage in der Steuererklärung reduzieren oder gar zusammenstreichen.

Ein klassisches Beispiel für diese Reduzierung der Arbeitstage sind Lehrer: Hier glauben viele Sachbearbeiter nicht, dass diese täglich die Fahrt zur Schule antreten müssen und rechnen deshalb mit einer Vier-Tages-Woche.

Auch Arbeitnehmer, deren Betrieb im Laufe des Jahres geschlossen worden ist, müssen damit rechnen, dass die Richtwerte bei ihnen kleiner ausfallen.

Wer diesbezüglich gefährdet ist, sollte automatisch entsprechende Nachweise erbringen, die beweisen, dass die angegebene Zahl der Arbeitstage auch tatsächlich geleistet worden ist. Lehrer können beispielsweise ihre Stundenpläne in Kopie der Steuererklärung beilegen.

Wie wird eine halbe Stelle behandelt?

Personen, die nur eine halbe Stelle haben, machen häufig einen Fehler in der Einkommensteuererklärung: Im Anflug von vorauseilendem Gehorsam gegenüber dem Finanzamt halbieren sie einfach die Zahl ihrer Arbeitstage.

Dies ist jedoch nicht notwendig. Denn ausschlaggebend für die Berechnung der Arbeitstage in der Steuererklärung sind einzig die Tage, die man tatsächlich an seinem Arbeitsplatz verbracht hat, nicht die genaue Stundenanzahl. Wer 20 Stunden arbeitet, aber fünf Mal pro Woche seinen Arbeitsplatz aufgesucht hat, darf hierfür eine reguläre Fünf-Tages-Woche in der Steuererklärung vermerken.

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