Pendlerpauschale

Den Begriff Pendlerpauschale kennt wohl jeder Deutsche, der regelmäßig ins Fernsehen schaut. Denn alle paar Jahre wieder, immer kurz vor irgendwelchen Wahlen, steht dieser Begriff hoch im Kurs.

Immer wieder versprechen Politiker vor einer Wahl die Anpassung der Pendlerpauschale, was nach der regelmäßig nicht geschieht. Auch hat das Bundesverfassungsgericht eine Ausgestaltung der Pendlerpauschale vor einigen Jahren verworfen.

Diese beinhaltete, dass die ersten 20 km einer Fahrt zur Arbeitsstelle nicht steuerlich abgesetzt werden können. Immer wieder müssen Gerichte die Politiker in Ihrem Sparwahn korrigieren.

Die Pendlerpauschale - ein Streitthema zwischen Bürger und Staat

Die Pendlerpauschale ist seit langem ein Ärgernis zwischen Bürger und Staat. Der arbeitende Bürger möchte möglichst wenig Geld für den Weg zur Arbeit ausgeben bzw. möglichst viel dafür vom Staat wiederbekommen. Der Staat hat natürlich ein entgegengesetztes Interesse.

Die Pendlerpauschale ist bei jeder Wahl ein Diskussionsthema

So ist die Pendlerpauschale bei jeder Wahl immer dann Thema, wenn es um Steuerveränderungen geht. Auch versucht jede Bundesregierung für sich, immer mal wieder an der Pendlerpauschale zu schrauben.

Der letzte Versuch, die Pendlerpauschale zu kürzen, wurde wie weiter oben erwähnt, vom Verfassungsgericht mit Pauken und Trompeten abgeschmettert.

Was ist die Pendlerpauschale genau?

Viele, die nicht unmittelbar davon betroffen sind, fragen sich, was ist denn eigentlich die Pendlerpauschale. Pendler kann man verstehen, Pauschale auch. Wie passt beides zusammen?

Kurz gesagt bedeutet Pendlerpauschale, dass Arbeitnehmer, die einen Weg zu ihrer regelmäßigen Arbeitsstelle haben, die Kilometer dafür teilweise von der Steuer absetzen können.

Dies ist jedoch an mehrere Voraussetzungen gebunden. Die wichtigste Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer eine jährliche Einkommensteuererklärung abgibt. Denn in dieser muss er die Inanspruchnahme der Pendlerpauschale erklären und gegebenenfalls nachweisen.

Zum anderen muss überhaupt ein nennenswerter Weg zur Arbeitsstelle vorhanden sein, sodass sich die Inanspruchnahme der Pendlerpauschale für den Arbeitnehmer finanziell auswirkt.

Welches Verkehrsmittel benutzt wird, spielt keine Rolle

Mittlerweile hat sich die Pendlerpauschale soweit gewandelt, dass es völlig egal ist, mit welchem Verkehrsmittel oder gar zu Fuß die Entfernung zur Arbeitsstelle zurückgelegt wird. Es spielt also keine Rolle mehr, ob man mit dem Auto zur Arbeit fährt, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad.

Wichtig: es zählt die kürzeste Entfernung

Wichtig ist nur die kürzeste Entfernung. Das Finanzamt erkennt jedoch auch eine längere Entfernung als die kürzeste Entfernung an, wenn diese längere Entfernung zu einem kürzeren Arbeitsweg führt. Dies kann gegebenenfalls beim Finanzamt eruiert werden.

Den zu erwartende Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen

Wer häufig längere Strecken zur Arbeit fährt, kann die zu erwartende Steuerermäßigung aus dieser Pendlerpauschale bereits im Rahmen eines Freibetrages der Lohnsteuerkarte vom Finanzamt eintragen lassen.

Das hat den entscheidenden Vorteil, dass monatlich ein höherer Nettobetrag ausgezahlt wird. Ein höherer Nettobetrag kann dann sinnvoll sein, wenn es um die Ermittlung von Krankengeld oder Arbeitslosengeld geht.

Manch einer verzichtet jedoch absichtlich auf einen monatlichen höheren Nettolohn und freut sich stattdessen auf eine größere Steuererstattung vom Finanzamt im folgenden Jahr, die er dann beispielsweise für eine Urlaubsreise verwendet.

Auch in Zukunft sind immer wieder Anpassungen zu erwarten

Da seitens des Staates so gern an der Pendlerpauschale herumgeschraubt wird, wie sich in den vergangenen Jahren gezeigt hat, so ist auch weiterhin nach einer Wahl mit entsprechenden Versuchen zu rechnen.

Auch wird der Staat weiterhin Versuche abschmettern, etwa die Kilometerpauschale (Pendlerpauschale) dem gestiegenen Benzinpreisniveau anzupassen. Hier ist noch einiges zu erwarten.

Die Pendlerpauschale für Arbeitnehmer

Bei der Abgabe einer Steuererklärung spielt die Pendlerpauschale bei all jenen Menschen eine wichtige Rolle, die einen längeren Weg zur Arbeit zurücklegen müssen. Denn die Pendlerpauschale soll die Kosten für diesen Arbeitsweg wenigstens teilweise kompensieren.

Einen Pendlerpauschale Rechner nutzen

Pendlerpauschale Rechner

Damit man einschätzen kann, ob sich die Abgabe einer Steuererklärung allein wegen der Pendlerpauschale lohnt, sollte man einen Pendlerpauschale Rechner verwenden.

Diesen kann man sich ganz einfach als Excel Tabelle selber bauen oder auf verschiedenen Seiten im Internet finden.

Was beinhaltet ein Pendlerpauschale Rechner?

Ein Pendlerpauschale Rechner beinhaltet die Abfrage nach der Wegstrecke zwischen Wohnung und Arbeitsstelle. Wobei es sich dabei um eine regelmäßige Arbeitsstelle handeln muss, die also über mehrere Wochen ständig angefahren wird.

Des Weiteren muss in den Pendlerpauschale Rechner die Anzahl der Arbeitstage eingegeben werden, die dieser Weg gefahren wurde. Der Pendlerpauschale Rechner multipliziert dann beides miteinander und mit der Kilometerpauschale von 0,30 €.

  • In den allgemeinen Lohnsteuertabellen ist bereits ein Werbungskostenpauschalbetrag eingearbeitet

In die allgemeinen Lohnsteuertabellen ist bereits ein Werbungskostenpauschalbetrag von 1000 € pro Jahr eingearbeitet. Es lohnt sich also nur dann, extra wegen der Pendlerpauschale eine Einkommensteuererklärung abzugeben, wenn allein wegen der Pendlerpauschale 1000 € im Jahr überschritten werden.

Das ist regelmäßig bei einer einfachen Entfernung zur Arbeitsstelle von 15 km der Fall. Wenn man von einem normalen Arbeitnehmer mit 230 Arbeitstagen im Jahr ausgeht (230 Arbeitstage mal 15 km mal 0,30 € gleich 1035 €). Wenn hingegen noch weitere Werbungskosten vorliegen, verringert sich diese Distanz.

Häufige Fragen rund um die Pendlerpauschale

Fragezeichen

Die Pendlerpauschale wird in der Steuererklärung in Anlage N eingetragen.

Aktuell können dabei für jeden Arbeitstag 30 Cent pro Kilometer angesetzt werden.

Wichtig ist, dass nur der einfache Weg zur Arbeit geltend gemacht werden kann. Auch gilt es den maximalen Betrag von 4500 Euro pro Jahr zu berücksichtigen.

Dieser Betrag stellt die Obergrenze dar. Er gilt allerdings nicht für Arbeitnehmer, die ihr eigenes Auto für die Fahrt zur Arbeit nutzen.

Nein. Die derzeitig Pauschale von 30 Cent pro Kilometer stellt das Maximum dar. Zusätzliche Kosten wie Mitgliedsbeiträge beim ADAC, Parkgebühren oder auch Versicherungen sind nicht absatzfähig.

Allerdings gibt es eine Ausnahme: hat man einen Unfall auf dem Weg zur Arbeit, dann können bei den allgemeinen Werbungskosten außergewöhnliche Aufwendungen geltend gemacht werden.

Ja, die Pendlerpauschale kann auch bei Fahrgemeinschaften genutzt werden. Wichtig ist es hier zu berücksichtigen, dass bei Fahrten zur Arbeit, bei denen ein fremdes Fahrzeug genutzt wurde, die Obergrenze von 4500 Euro gilt. Diese Obergrenze entfällt, wenn der eigene PKW genutzt wurde.

Werden für die Fahrt zur Arbeit verschiedene Verkehrsmittel genutzt wie Auto und Zug, ist als Bemessungsgrundlage die kürzeste Straßenverbindung zugrunde zu legen.

Auch in diesem Fall entfällt für die Wegstrecke, die mit dem Auto zurückgelegt wurde, die Obergrenze von 4500 Euro. Kommt es bei der Fahrt zur Arbeitsstätte mit dem Zug zu Umwegen, dürfen auch diese nicht angerechnet werden.

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