Unter der Mütterrente versteht man keine eigens geschaffene Art der Rente, der Begriff ist eher als Schlagwort zu verstehen. Mit der Bezeichnung soll deutlich gemacht werden, dass derjenige, der sein Kind erzieht, seinen gesetzlichen Rentenanspruch erhöhen kann.
Die Rechtsgrundlage für die Mütterrente ist § 56 Sechstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI).

Warum gibt es die Mütterrente?

Es geht bei der Mütterrente darum, Müttern eine bessere rentenrechtliche Anerkennung bezüglich der Erziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder zu verschaffen.

Durch die Mütterrente kann es sogar zu einem gänzlich neuen Rentenanspruch kommen, weil man für Erziehungszeiten Rentenpunkte (die sogenannten Entgeltpunkte) erhält, die die Basis für die Höhe der Rente sind. Ein solcher Entgeltpunkt hat einen Wert von 32,03 € (in den alten Bundesländern) beziehungsweise 30,69 € (in den neuen Bundesländern).

Regelungen zur Mütterrente seit 2014

Im Jahre 2014 traten die Neuregelungen zur Mütterrente in Kraft. Es wurden verschiedene Vorschriften erlassen, die die bisherige Schlechterstellung von Müttern mit Kindern, die vor 1992 geboren wurden, zumindest reduzieren sollten. Seit dem Inkrafttreten gelten folgende Regelungen:

  • Für jedes vor 1992 geborene Kind erhält die Mutter oder der Vater eine Gutschrift von 2 Rentenpunkten.
  • Für jedes ab 1992 geborenes Kind erhält man 3 Rentenpunkte gutgeschrieben.
  • Ab dem Jahr 2019 wird die Mütterrente in einem nächsten Schritt ausgeweitet.

Die Veränderung zur bis dahin geltenden Regelung bestand darin, dass Eltern für jedes vor 1992 geborene Kind lediglich einen Rentenpunkt erhielten.

Die Mütterrente ab 2019

Wie schon im Jahre 2014 angekündigt, kommt es ab 2019 zu einer Ausweitung der Rente für Mütter und damit zu einer Annäherung an Eltern mit Kindern, die nach 1992 geboren wurden. Der Gesetzgeber hat beschlossen, eine weitere Erhöhung der Mütterrente dadurch zu erreichen, dass es für Eltern mit vor 1992 geborenen Kindern einen zusätzlichen halben Rentenpunkt gibt.

Für betroffene Eltern bedeutet dies eine Erhöhung ihrer Rente um maximal 16,02 € (in den alten Bundesländern) beziehungsweise 15,35 € (in den neuen Bundesländern). Diese zusätzliche Ausweitung wird auch als Mütterrente II bezeichnet.

Die Auszahlung der Mütterrente II unterscheidet sich für Neurentner und Bestandsrentner lediglich dadurch, dass Neurentner sie ab dem 01.01.2019 sofort erhalten, während Bestandsrente den entsprechenden Betrag erst im März 2019 überwiesen bekommen, allerdings rückwirkend ab dem 01.01.2019.

Höhe der Mütterrente in den Jahren 2016 bis 2018

In den Jahren 2016, 2017 sowie 2018 blieb die Regelung aus dem Jahre 2014 unverändert in Kraft. Insofern blieb die Höhe der Rente in Abhängigkeit vom Wert eines Rentenpunktes stabil.

Wenn man einmal die oben genannten Werte der Rentenpunkte zugrundelegt und postuliert, dass eine Mutter oder ein Vater 3 Kinder hat, von denen zwei vor und eines nach 1992 geboren sind, so ergibt sich für die Jahre 2016 bis 2018 folgende Mütterrente:

JahrBetrag Kinder (West)Betrag Kinder (Ost)
201664,04 € + 96,06 = 160,10 €61,38 € + 92,07 € = 153,45 €
201764,04 € + 96,06 = 160,10 €61,38 € + 92,07 € = 153,45 €
201864,04 € + 96,06 = 160,10 €61,38 € + 92,07 € = 153,45 €

Diese Tabelle zeigt, wie sich der anteilige Betrag der Mütterrente im genannten Zeitraum zusammensetzt. Ab 2019 erhielte die Mutter oder der Vater bei gleicher Konstellation in den alten Bundesländern 176,11 € und in den neuen Bundesländern 168,79 €.

Mütterrente beantragen

Die Mütterrente muss man nicht eigens beantragen. Allerdings sollte man mittels eines Antrages bei der Deutschen Rentenversicherung dafür sorgen, dass die Erziehungszeiten ins Rentenkonto aufgenommen werden. Außer der Notwendigkeit, die einem zustehenden Zeiten dort geltend zu machen, braucht man nichts zu tun.

Mütterrente ohne Arbeit?

Aufgrund der Neuregelungen ist es tatsächlich möglich, dass auch Mütter oder Väter eine Rente erhalten, obwohl sie nie Rentenbeiträge geleistet haben.

Die Grundvoraussetzung ist allerdings, dass sie mindestens zwei vor 1992 geborene Kinder erzogen haben. Die Mindestbeitragszeit für eine Rente beträgt fünf Jahre. Jeder Rentenpunkt entspricht einem Beitragsjahr, bei 2,5 Rentenpunkten pro Kind sind also 2 Kinder notwendig, um die Mindestbeitragszeit zu erreichen.


Quellen

Sechstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI) § 56 »
Butterwegge, Christoph: Krise und Zukunft des Sozialstaates »
Borrosch, Friedrich: Die Steuererklärung der Rentner: Wie lässt sich Renten-Steuer vermeiden? »


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