Die Steuerklasse 4 mit Faktor


Die wichtigsten Fakten

  • Das Faktorverfahren bei der Steuerklasse 4 ist ein Anteilsmodell zur gerechteren Besteuerung ungleicher Einkommen.
  • Damit können Ehepaare die Besteuerung an die Höhe ihrer jeweiligen Einkommen besser anpassen.
  • Beim Faktorverfahren zahlt derjenige mit dem geringeren Einkommen auch weniger Lohnsteuer.
  • Allerdings lohnt sich das Faktorverfahren im Vergleich mit der Steuerklassenkombi 3/5 nicht immer.
  • Beim Faktorverfahren wird das sogenannte Ehegattensplitting angewendet.

Steuerklasse-4-Faktor

Steuerklasse 4 mit Faktor

Berufstätigen Ehepaaren wird automatisch die Steuerklassenkombination 4/4 zugewiesen.

Darüber hinaus haben sie die Wahl zwischen zwei weiteren Kombinationen:

  • 3/5
  • und 4-Faktor/4-Faktor.

Bei Steuerklasse 4 mit Faktor handelt es sich um ein Anteilsmodell, das ein Optionsrecht für Ehepartner vorsieht. Es lässt Ehepartnern die Entscheidung, die Besteuerung je nach dem, welchen Anteil sie zum Familieneinkommen beitragen, zu wählen. (§ 39f EStG).

Ziel des Faktorverfahrens ist es, dass beim jeweiligen Ehepartner beim Lohnsteuerabzug  mindestens die Steuerentlastung geltend gemacht werden kann, die ihm zusteht.

  • Trägt man nur 15% zum gemeinsamen Einkommen bei, dann sind auch nur 15% der gemeinsamen Lohnsteuer abzuführen.

Häufig gestellte Fragen zur Steuerklasse 4 mit Faktor

Die Steuerklasse 4 mit Faktor lohnt sich nicht für alle berufstätigen Ehepaare. Nur, wenn beide Ehegatten in etwa gleich viel verdienen, macht ein Verbleib in der Steuerklasse 4 mit Faktor Sinn.

Ist jedoch das Einkommen eines Ehepartners bedeutend höher, ist es sinnvoller, dass der Besserverdienende in Steuerklasse 3 wechselt. Derjenige, der weniger verdient, sollte in Steuerklasse 5 wechseln. Am Jahresende wird diese Verteilung der Steuerklassen keinen Unterschied bei der Jahressteuerschuld machen. Man zahlt dasselbe.

Allerdings ist es weitverbreitet, dass man lieber sofort mehr Geld auf dem Konto hat als später eine größere Steuerrückerstattung zu erhalten.

Auf den ersten Blick mag die Tatsache, dass es bei der Jahressteuer keinen Unterschied macht, den Eindruck erwecken, dass die Wahl der Lohnsteuerklassenkombination keine Rolle spielt. Doch das entspricht nicht der Wahrheit, denn die Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld, Elterngeld, Krankengeld oder auch Unterhalt werden durch die Wahl der Steuerklassen sehr wohl beeinflusst.

Diese Lohnersatzleistungen hängen allesamt vom letzten Nettogehalt ab. Wer also damit rechnen muss, in naher Zukunft womöglich Arbeitslosengeld oder eine andere Lohnersatzleistung beziehen zu müssen, sollte die Wahl der Lohnsteuerklasse im Vorfeld vorsichtig abwägen.

Denn bei diesen Leistungen erhalten Arbeitnehmer mit einem Bruttolohn in Steuerklasse 3 oder 4 deutlich mehr als Arbeitnehmer bei gleichem Bruttogehalt in Steuerklasse 5.

  • Es wird empfohlen, einen Steuerklassen Rechner heranzuziehen, um Aufschluss darüber zu erhalten, wie sich die einzelnen Steuerklassen auf das Nettogehalt auswirken.

Beide Ehepartner teilen dem Finanzamt mit, dass Sie eine Anwendung des Faktorverfahrens wünschen und in Steuerklasse 4 mit Faktor eingestuft werden möchten. Zu Jahresbeginn teilen sie überdies dem Finanzamt die erwartete Höhe beider Jahresarbeitslöhne mit. Die Höhe beider zu erwartenden Jahreslöhne bildet die Basis der Berechnung.

Das Finanzamt wird nun die Höhe der gemeinsamen Einkommenssteuer unter Zuhilfenahme des Splittingfaktors ermitteln und überdies die zu erwartende Höhe des Lohnsteuerabzugs errechnen. Sind diese beiden Werte bekannt, werden diese zueinander ins Verhältnis gesetzt. Das Resultat ist der „Faktor“.

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Faktorverfahren 
  2. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl

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