Körperschaftssteuern
Die Körperschaftssteuern

Selbst im Steuerrecht gibt es zuweilen mysteriöse Fälle: Die Körperschaftsteuer gehört dazu:

Die meisten Deutschen wissen, dass es diese Abgabe gibt.

Wer sie zahlen muss oder wie hoch sie ist, können nur die wenigsten beantworten.

Viele Menschen würden sogar schwören, dass die Steuer eigentlich abgeschafft ist.

Was ist die Körperschaftsteuer? - Eine Definition

Die Abgabe wird auf die Einkommen aller juristischen Personen erhoben. Vereinfacht gesagt bedeutet dies:

Es handelt sich um die Einkommensteuer für einen Verein, Genossenschaften, staatliche Behörden oder auch Firmen. Nur natürliche Personen (also Menschen) sind per Definition von der Abgabe ausgenommen.

Wie hoch ist die Körperschaftsteuer?

Die Höhe der Abgabe beträgt 15 Prozent des zu versteuernden Einkommens. Allerdings ist sie für manche Körperschaften nicht die einzige Steuer:

Sie wird durch die Gewerbesteuer und die Einkommensabgabe für unternehmerische Einkünfte erhöht.

Wer muss keine Körperschaftsteuer bezahlen?

Tatsächlich sind auch einige Körperschaften von der Zahlung der Abgabe ausgenommen. Zu diesen zählen:

  • Politische Parteien
  • Jeder Verein mit einer mildtätigen Ausrichtung
  • Religiöse Körperschaften
  • Unternehmen des Bundes

Wie wird die Körperschaftsteuer bezahlt?

Dies lässt sich am besten an einem Beispiel erläutern: Ein steuerpflichtiger Verein muss das für ihn maßgebliche Einkommen jährlich mit der Körperschaftsteuererklärung bei dem für ihn zuständigen Finanzamt melden.

Es handelt sich also um eine direkte Steuer, da diese anschließend überwiesen werden muss. Da das maßgebliche Einkommen ebenfalls entscheidende Bedeutung hat, spricht man zudem von einer von der Ertragskraft abhängigen Abgabe.

Wer erhält die Körperschaftsteuer?

Die Abgabe wird auch als Gemeinschaftssteuer bezeichnet. Dies liegt daran, dass sie sowohl der Bund wie auch die Länder jeweils zur Hälfte erhalten.

Wurde die Körperschaftsteuer nicht abgeschafft?

Anfang des Jahrtausends gab es zahlreiche Diskussionen darüber, ob man die Abgabe nicht abschaffen sollte.

Um eine Doppelbelastung mit der Einkommensteuer zu vermeiden, wurde im Jahr 1977 das ausgesprochen komplizierte Anrechnungsverfahren eingeführt.

Der Staat liebäugelte mit der Variante, die Abgabe für Körperschaften abzuschaffen und zeitgleich die Einkommensteuer zu erhöhen.

Da dies jedoch neue Ungerechtigkeiten mit sich gebracht hätte, wurde das Anrechnungsverfahren durch das Halbeinkünfteverfahren ersetzt. Seit 2001 müssen nur noch die Hälfte der Einkünfte tatsächlich über die Körperschaftsabgabe versteuert werden. Dieses wurde aber 2008 wieder abgeschafft: Seit damals gelten die Abgeltungsteuer und das Teileinkünfteverfahren als maßgebliche Grundlagen.

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