Die Einfuhrumsatzsteuer wird bei der Einfuhr von Waren aus Drittländern erhoben. Das gilt für große Wirtschaftsunternehmen, die Importe tätigen. Allerdings gilt diese Steuer auch in kleinem Rahmen.
Die Abgabe wird immer dann erhoben, wenn Waren aus Drittländern nach Deutschland gesendet werden, deren Wert 22 Euro übersteigt.

Wer aus dem Urlaub teure Waren mit der Post nach Hause schickt, um den Koffer nicht zu voll zu machen, oder über das Internet derartige Waren bestellt, muss ausdrücklich damit rechnen, die Abgabe zu zahlen, denn diese ist ausdrücklich auch Verbrauchssteuer.


Was ist die Einfuhrumsatzsteuer?

Einfuhrumsatzsteuer

Die Umsatzsteuer gilt als eine Maßnahme, um internationale Steuergerechtigkeit zu erreichen. Führt man Waren aus einem Land aus, fällt häufig keine Umsatzsteuer auf diese an. In der Fachsprache heißt es, die Ware sei von der Abgabe 'entlastet'. Um zu verhindern, dass Produkte bis zum Endverbraucher kommen, die von jeglicher Umsatzsteuer befreit sind, wurde die entsprechende Abgabe auf die Einfuhren eingeführt.

Tatsächlich dürfte dies aber nur die halbe Wahrheit sein. Die Steuer ist für Deutschland mittlerweile auch eine erhebliche Einnahmequelle geworden. Die jüngsten Angaben des Zolls zu ihr stammen aus dem Jahr 2009.Damals nahm die Bundesrepublik mehr als 35 Milliarden Euro durch die Abgabe ein. Inzwischen dürften es eine noch einmal erheblich höhere Summe sein.

Einfuhrumsatzsteuer Befreiung

Nicht alle Waren unterliegen der Einfuhrumsatzsteuer. Hier in der Übersicht die verschiedenen Bestimmungen zur Umsatzsteuer für Waren aus Drittländern:

Einfuhrumsatzsteuer zahlenEinfuhrumsatzsteuer nicht zahlen
Aus folgenden Gebieten muss bei der Einfuhr Umsatzsteuer gezahlt werden: Allgemein aus Drittländern. Dazu gehören auch folgende besondere Ausnahmen: Gebiet Büsingen, Insel Helgoland, österreichische Hoheitsgebiete Jungholz und Mittelberg.Aus folgenden Gebieten muss bei der Einfuhr keine Einfuhrumsatzsteuer gezahlt werden: aus dem Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland
Wer Waren aus China importiert, die über das Internet bestellt wurden, muss Einfuhrumsatzsteuer zahlen, auch wenn diese in den diversen Online-Shops nicht direkt mit ausgewiesen wird und sich dadurch ein wesentlich günstigerer Gesamtpreis ergibt. Das führt dazu, dass nach Bestellung die Waren nicht direkt zum Kunden gelangen sondern beim Zoll gelagert werden und dort manchmal vom Kunden abgeholt werden müssen.Wenn die Waren einen gewissen Wert unterschreiten, werden diese vom Zoll registriert, unterlaufen aber eine Obergrenze und werden mit keiner zusätzlichen Einfuhrumsatzsteuer belegt.
  • Weiterhin gilt: Generell muss keine Einfuhrumsatzsteuer auf Waren gezahlt werden, auf die auch im Inland keine Umsatzsteuer gezahlt werden muss. Dazu gehören Wertpapiere und Aktien, menschliche Organe, Luftfahrzeuge und einiges mehr.

Wie berechnet man die Einfuhrumsatzsteuer?

Maßgeblich für die Umsatzsteuer auf Einfuhren nach Deutschland sind vor allem die Paragraphen 11, 13 sowie 21 des Umsatzsteuergesetzes (UStG). Demnach errechnet sich die Abgabe aus dem Produkt von:

  • Der Bemessungsgrundlage für die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt-Wert)
  • Dem nationalen Umsatzsteuersatz (19 Prozent oder sieben Prozent)

Der EUSt-Wert ist die Summe aus:

  • Zoll
  • Verbrauchsteuer
  • Innergemeinschaftlichen Beförderungskosten

Haben alle Punkte eine Höhe von Null, wird für den EUSt-Wert Eins gesetzt.

Einfuhrumsatzsteuer: Wichtige Fakten

  • Einfuhrumsatzsteuer ist zumeist mit der Mehrwertsteuer gleichzusetzen
  • Um Steuergleichheit zu erzielen, soll auf Einfuhren aus Drittländern ebenfalls Steuern gezahlt werden
  • Waren, die einen bestimmten Wert unterschreiten, werden nicht mit zusätzlicher Steuer belegt
  • Beim Kauf von Waren aus dem Internet muss beachtet werden, dass ein geringerer Preis oftmals mit der Einfuhrumsatzsteuer belegt wird

Einfuhrumsatzsteuer: Häufige Fragen

Die Abgabe wird vom Zoll erhoben und muss bei diesem auch entrichtet werden.

Drittländer, für welche die Einfuhrumsatzsteuer gilt, sind alle Staaten, die mit Deutschland kein Abkommen bezüglich der Vermeidung einer Doppelbesteuerung haben. Alle Mitgliedsstaaten der EU sowie die Schweiz scheiden deshalb aus. China ist hingegen ein Drittland.

Das Gesetz schreibt vor, dass die Regeln für den Zoll bezüglich der Abgabe sinngemäß gelten. Eine Zollanmeldung muss folglich abgegeben werden. Dies gilt ausdrücklich auch dann, wenn Waren eingeführt werden, die ansonsten den Vorschriften des steuerfreien Verkehrs unterliegen. Die Steuerschuld entsteht der juristischen oder natürlichen Person, die für die Einführung verantwortlich zeichnet.


Einzelnachweise und Quellen

Zoll online: Einfuhrumsatzsteuer
UStG: Umsatzsteuergesetz
UstG: Einfuhrumsatzsteuer-Befreiungsverordnung


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