Im Jahre 2001 wurde beschlossen, die Rentenversicherung neu zu strukturieren und so sicherzustellen, dass sie auch für künftige Generationen bezahlbar bleibt. Das Ergebnis waren zwei Gesetzestexte, die als Grundlage für die neuen Regelungen dienen, das Altersvermögensgesetz (AVmG) sowie das Altersvermögensergänzungsgesetz (AVmEG).

Zielsetzung des AVmG

Hauptziel des Gesetzes ist es, die Renten für die nächsten Generationen zu sichern und gleichzeitig sicherzustellen, dass die dafür notwendigen Mittel von den jüngeren Generationen aufgebracht werden können. Um diese Ziele zu erreichen, werden im Rahmen des AVmG folgende Maßnahmen geregelt:

  1. Deckelung des Beitragssatzes zur Rentenversicherung auf maximal 20 % (bis 2020) und 22 % (bis 2030)
  2. Anpassung der Renten mithilfe einer modifizierten, sogenannten Bruttolohnanpassung (unter Berücksichtigung der Veränderungen bei den Beitragssätzen und dem fiktiven Vorsorgeanteil)
  3. Förderung betrieblicher und privater Altersvorsorge (mithilfe der Riester-Rente, der Entgeltumwandlung sowie Regelungen zu förderfähigen Anlagemöglichkeiten)
  4. Verbesserter Service zur Renteninformation beim zuständigen Rentenversicherungsträger
  5. Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung (mithilfe bedarfsorientierter Sozialleistungen)
  6. Neuordnung der Hinterbliebenenrenten (etwa Senkung der großen Witwenrenten auf 55 %, zeitliche Begrenzung der kleinen Witwenrente auf 24 Monate, Rentensplitting für Eheleute und Anrechnung von Einkommen auf Hinterbliebenenrenten)
  7. Einführung von sogenannten Kinderberücksichtigungszeiten sowie Berücksichtigung von Zeiten, in denen pflegebedürftige Kinder nicht erwerbsmäßig gepflegt wurden

Sind Leistungen gemäß AVmG steuerlich absetzbar?

Bei der Einführung des AVmG war es ein Ziel, Leistungen im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge steuerlich zu fördern. Dies macht sich vor allem dadurch bemerkbar, dass:

  • Leistungen im Rahmen der Entgeltumwandlung (Tausch von Barlohn in Versorgungslohn) steuerfrei sind, wenn sie alle Voraussetzungen von § 3 Nr. 65 Einkommenssteuergesetz (EStG) erfüllen
  • Förderung von Riester-Rente oder ähnlicher, privater Altersvorsorge, wenn es sich dabei um Leistungen an kapitalgedeckte Anlageformen handelt
  • Alle Steuerbegünstigungen müssen beim zuständigen Finanzamt beantragt werden. Dieses kann eine Zulage gewähren und überweist sie dann direkt auf das Vertragskonto der privaten Altersvorsorge-Anlage. Zudem ergeben sich aufgrund von möglichen Sonderausgabenabzügen steuerliche Vorteile.

Das Steuersystem in Deutschland ist extrem komplex, weshalb es sinnvoll ist, sich an einen Steuerberater zu wenden. Er kann die steuerlichen Vorteile und Fördermöglichkeiten, die das AVmG bietet, erklären und zu entsprechenden Anlageformen raten.

Abzüge aufgrund des AVmG

Der Steuerpflichtige hat vor allem mit Abzügen zu rechnen, wenn er sich für die sogenannte Entgeltumwandlung entscheidet. In diesem Fall erklärt er sich bereit, auf die Auszahlung eines bestimmten Gehaltsteils zu verzichten und diesen direkt in die Altersvorsorge zu investieren. Ebenso werden natürlich Abzüge für Leistungen wie der Riester-Rente vorgenommen.


Quellen

Altersvermögensgesetz (AVmG) »
Welker, Felix: Das Altersvermögensgesetz und seine Konsequenzen für die betriebliche Altersversorgung »


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