Jedes Jahr neu sind Arbeitnehmer aufgefordert, ihre Steuererklärung beim Finanzamt abzugeben. Das deutsche Steuerrecht ist inzwischen allerdings so komplex, dass der Laie kaum noch einen Überblick über die geltenden, gesetzlichen Grundlagen hat.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Aufgaben
  2. Ausbildung
  3. Kosten

Deshalb nutzen immer mehr Menschen die Dienste, die der Steuerberater zur Verfügung stellt. Dabei handelt es sich um einen geschützten Beruf, der nach § 37 Steuerberatungsgesetz (StBerG) strengen Vorschriften bezüglich der Ausbildung unterliegt.

Was macht ein Steuerberater?

Der Steuerberater hat eine ganze Reihe von Aufgaben zu erledigen, die sich von der Dokumentenerstellung, über die Beratung und Vertretung von Einzelpersonen oder Unternehmen vor Institutionen (z. B. vor einem Gericht oder dem Finanzamt) bis hin zum Führen von steuerrechtlich relevanten Büchern erstreckt.

Zu den einzelnen Aufgaben, die der Steuerberater übernimmt, gehören beispielsweise:

  • die Erstellung von Dokumenten (Jahresabschlüsse, Bilanzen, Einnahmen-Überschussrechnungen, Steuererklärungen
  • das Führen wichtiger Aufzeichnungen (Buchhaltungsunterlagen, Korrespondenz)
  • die Beratung in verschiedenen Bereichen (Steuergestaltung, betriebswirtschaftliche Belange, unternehmensinternes Rechnung- und Kontrollsystem, Bankverhandlungen, Vermögensverwaltung)
  • Vertretung von Klienten (gegenüber den Sozialversicherungsträgern, dem Finanzamt, den zuständigen Finanzgerichten)

Zudem kommen Tätigkeiten hinzu, die nicht unmittelbar mit steuerrechtlichen Fragen zusammenhängen. Dazu zählen z. B. die Testamentsvollstreckung, die Tätigkeit als Gutachter sowie die Bewertung von Unternehmen.

Steuerberater: Kompetenz durch Ausbildung oder Studium

Es gibt verschiedene Wege, die Ausbildung zum Steuerberater zu absolvieren.

Ausbildung:

Der klassische Weg ist eine dreijährige Ausbildung zum Steuerfachangestellten bei einem Steuerberater, der zur Ausbildung berechtigt ist. In diesem Rahmen findet die Ausbildung sowohl in der Kanzlei des Steuerberaters, als auch in der Berufsschule statt. Hat man diesen Beruf erlernt, muss man zwischen 7 und 10 Jahren Berufserfahrung sammeln und kann dann die Zulassung zur Steuerberaterprüfung beantragen.

Studium:

Der andere Weg ist ein Studium. Dieses muss themenverwandt sein, daher wählen viele die Studiengänge Wirtschaftswissenschaften, Betriebswirtschaft, Wirtschaftsrecht, Volkswirtschaftslehre oder Jura.

An einigen Fachhochschulen und Universitäten gibt es eigens eingerichtete Studiengänge zum Bachelor oder Master, die dann "Tax Law - Steuerrecht" oder "Steuern und Wirtschaftsprüfung" heißen. Nach dem Studium, das zwischen 3 und 4 Jahren dauert, muss man zunächst 2 oder 3 Jahre in einer Steuerkanzlei arbeiten und kann dann die Prüfung zum Steuerberater ablegen.

  • Einige Hochschulen bieten auch ein duales Studium an, welches das Fach Betriebswirtschaft mit dem Fokus auf Steuern zum Inhalt hat.

Kosten für den Steuerberater

Die umfassenden Dienstleistungen, die ein Steuerberater anbietet, sind kostenpflichtig. Seit dem Jahr 2013 sind die Kosten für die verschiedenen Aufgaben in einer eigenen Vergütungsordnung für Steuerberater festgehalten. Diese ist in fünf einzelne Tabellen aufgegliedert, in denen die einzelnen Tätigkeiten genau beschrieben sind.

Zur Berechnung der jeweils anfallenden Kosten wird ein individueller Faktor genutzt, durch den beispielsweise die aufgewendete Zeit Berücksichtigung findet. Der Faktor wird in Zehnteln berechnet.

  • Wie hoch die Kosten sind, die der Steuerberater letztlich in Rechnung stellt, sind vor allem vom Sachwert abhängig, d. h. von den erzielten Einnahmen des Klienten.

Quellen

Steuerberatungsgesetz (StBerG) § 37 »
Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) »
Löffelholz, Susanne / Hüsch, Alexander / Ernst-Auch, Ursula: Berufs- und Karriere-Planer Steuerberater | Wirtschaftsprüfer »
Nickert, Cornelius / Nickert, Anne / Lienhard, Frank: Die Haftung des Steuerberaters: Richtig handeln und Haftung vermeiden »


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