Dritte Leitzinserhöhung

Ein Artikel von Dr. Kathrin Borgs

Zum dritten Mal in Folge hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins um 0,75 Punkte erhöht. Damit steht er nun bei 2,0 Prozentpunkten, so hoch, wie schon lange nicht mehr.

Die Erhöhung soll die Inflation abschwächen.

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Was ist der Leitzins?

Der Leitzins setzt sich eigentlich aus drei Zinssätzen zusammen:

  1. der Hauptrefinanzierungssatz (jetzt bei 2,0 Prozent)
  2. der Einlagensatz (jetzt bei 2,25)
  3. der Spitzenrefinanzierungssatz (jetzt bei 2,25 Prozent)

Wenn sich Geschäftsbanken neues Geld von der EZB leihen wollen, müssen sie dafür einen bestimmten Zinssatz zahlen: den Hauptrefinanzierungssatz. Das ist der wichtigste Leitzinzsatz.

Dieser Leitzins kann die Inflation abschwächen, weil davon die Wirtschaft direkt getroffen wird: die höheren Zinsen reduzieren das der Wirtschaft zur Verfügung stehende Geld sowie deren Wachstum. Problem: Erhöht man diesen Leitzins zu stark, kann eine Rezession drohen, weil das Wirtschaftswachstum zu sehr eingeschränkt wird.

Bauzinsen

Der gegenwärtige Anstieg der Bauzinsen ist keine unmittelbare Konsequenz der Leitzinserhöhung durch die Europäische Zentralbank. Bauzinsen sind davon abhängig, wie Bundesanleihen verzinst werden.
Bei laufenden Krediten ändert sich nichts. Wer allerdings in diesen Tagen zum Beispiel eine Anschlussfinanzierung braucht, der wird die gestiegenen Bauzinsen hinnehmen müssen.

Kredite

Bei Krediten wird die Leitzinserhöhung direkt spürbar. Hier werden die monatlichen Raten höher ausfallen als letztes Jahr um diese Zeit.

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Lebensversicherungen

Wer gehofft hat, dass sich die Leitzinserhöhung positiv auf seine Lebensversicherung auswirkt, wird wohl enttäuscht werden. Vermutlich werden die Versicherer die Überschussbeiteiligung nicht so bald erhöhen, sondern erst sogenannte "stille Lasten" abbauen.

Sparen

Die von Banken und Sparkassen eingeführten Negativzinsen gibt es nicht mehr. Bei den beliebten Tagesgeldkonten wird zum Teil sogar wieder mit einer Verzinsung von 1,0 Prozent geworben - im Vergleich zu den Vormonaten ein absolutes Rekordhoch.

Allerdings muss die Inflation mit 10 Prozent dagegengerechnet werden und durch die Sparsumme erst einmal aufgefangen werden können. Unterm Strich profitiert also ein "Normalanleger" zurzeit auch mit einem Tagesgeldkonto nicht von der Leitzinserhöhung.

Konsum

Mehr als die Hälfte der Deutschen haben ihren Konsum bereits im Laufe des vergangenen Jahres reduziert. Die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg, die hohen Energiepreise und nun die steigende Inflation führen dazu, dass sich die Bürger*innen weiter einschränken in Bezug auf Restaurantbesuche, Kleidershopping und ähnliches.

Einzelnachweise und Quellen


  1. SZ: Licht und Schatten der EZB-Zinserhöhungen
  2. Tagesschau: EZB erhöht Leitzins um 0,75 Prozentpunkte
  3. WDR: EZB erhöht Leitzins: Hilft das wirklich gegen die Inflation?
  4. Tagesschau: Welcher Leitzins für Sparer wichtig ist

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