Die wichtigsten Fakten

  • Nach einer Scheidung wird man in der Regel in die Steuerklasse 1 eingeordnet.
  • Wer das alleinige Sorgerecht erhält und Kindergeld bezieht, kommt in Steuerklasse 2.
  • Im Jahr der Trennung/Scheidung bleibt man in der bisherigen Steuerklasse.
  • Der Steuerklassenwechsel erfolgt nach der Scheidung nicht automatisch, man muss zum Finanzamt.
  • Für den Steuerklassenwechsel braucht man u.a. die Scheidungsurkunde.

Lohnsteuerklassen-geschieden

Welche Lohnsteuerklasse gilt nach der Scheidung?

Ist man vom Ehegatten geschieden, gibt es keine entsprechende Entlastungsregelung. Nach der Scheidung betrachtet der Staat die beiden vormaligen Partner steuerlich wieder als Single, wenn sie nicht inzwischen wieder geheiratet haben sollten.

Man wird also in die Lohnsteuerklasse 1 eingestuft und ist damit bei der Lohnsteuer schlechter als bisher gestellt. Eine Ausnahme ist es, wenn man Kinder hat, die minderjährig sind, noch im Haushalt leben und für die man das alleinige Sorgerecht erhält. In diesem Fall wird man in die Steuerklasse 2 eingestuft, sobald man geschieden ist.

Steuerklassen nach der Scheidung in der Übersicht

Steuerklasse 1Steuerklasse 2
ohne Kind oder ohne alleinigem Sorgerechtmit Kind und alleinigem Sorgerecht

Häufig gestellte Fragen zur Steuerklasse nach der Scheidung

Bevor man geschieden wird, muss man für geraume Zeit getrennt gelebt haben. Der Staat spricht diesbezüglich von einer dauerhaften Trennung. Diese beträgt wenigstens ein Jahr.

  • Im ersten Jahr, in dem man getrennt ist, gibt es deshalb erst einmal keine Änderung bei den Steuerklassen. Man bleibt in der Steuerklasse 4 oder in den Steuerklassen 3 und 5.

Entscheidet sich allerdings in dieser Zeit einer der Eheleute, in eine der anderen Steuerklassen zu wechseln, muss der Partner den Wechsel ebenfalls vollziehen.

Nach einem Jahr, das man getrennt gelebt hat, betrachtet der Staat die vormaligen Ehegatten steuerlich so, als wären sie geschieden. Sie werden also in die Steuerklasse 1 oder 2 eingestuft. Allerdings können die Partner bei einer Aussöhnung einfach das Ende der Trennung anzeigen und werden dann wieder in die Klassen 3, 4 oder 5 eingestuft.

Personen, deren Ehepartner im Ausland lebt und von dem sie folglich auch auf Dauer getrennt sind, werden aus diesem Grund ebenfalls als Single betrachtet und in eine der entsprechenden Steuerklassen eingestuft.

Nach der Scheidung muss man die Steuerklassen zügig wechseln. Dies schreibt der Gesetzgeber vor. Hierfür benötigt man die Scheidungsurkunde

Ist ein Kind vorhanden, ist auch die entsprechende Sorgerechtsvereinbarung notwendig. Mit diesen Hilfsmitteln geht man zum Finanzamt, welches die Steuerklasse umschreibt.

Eine dauerhafte Trennung wird dem Amt ebenfalls mitgeteilt. Zu bedenken ist, dass bei einer Trennung, auch wenn eine Zusammenveranlagung besteht, zwei Steuererklärungen abgegeben werden müssen.

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Steuern: Folgen bei Trennung und Scheidung

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