streitendes Paar

Viele Ehepaare, die sich trennen oder scheiden lassen wollen fragen sich, welche Auswirkungen diese Tatsache auf ihre Steuerklasse und auf ihre steuerrechtlichen Verpflichtungen haben wird.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass die Zusammenveranlagung meistens am 1. Januar des Jahres endet, welches auf die Trennung folgt.

Trennungsjahr und ernsthafte Versöhnungsversuche

Um die Scheidung einreichen zu können, muss das Ehepaar mindestens ein Jahr lang getrennt leben und bei Bedarf einen oder mehrere ernsthafte Versöhnungsversuche unternehmen.

Die Versöhnungsversuche können im günstigsten Falle nicht nur dazu führen, dass das Ehepaar wieder zusammen findet und die Scheidung überflüssig wird, sondern haben auch erhebliche Auswirkungen auf die Steuerpflicht.

Jeder ernsthafte Versöhnungsversuch, welcher mindestens drei bis vier Wochen andauern sollte, verlängert die Zusammenveranlagung beider Ehepartner um ein weiteres Jahr.

Auf die Länge des Trennungsjahres hat ein Versöhnungsversuch jedoch keinerlei Einfluss.

Besonders günstig stellt sich die Lage dar, wenn beide Ehepartner über den Jahreswechsel versuchen, wieder zusammen zu kommen. Hier kann die Zusammenveranlagung sogar um zwei Jahre verlängert werden.

Nach der endgültigen Trennung

Sind alle Versöhnungsversuche gescheitert, gilt ab dem 1. des Folgejahres die Steuerklasse 1 für beide Partner. Sollten Kinder unter 18 Jahre vorhanden sein, könnte der erziehungsberechtigte Elternteil die Steuerklasse 2 beantragen.

Diese Steuerklasse ist auf die Bedürfnisse Alleinerziehender zugeschnitten, was unter anderem daran erkennbar wäre, dass sie einen jährlichen Alleinerziehendenentlastungsbetrag in Höhe von 1.908 Euro enthält, welcher zusätzlich zum Kinderfreibeitrag und dem Grundfreibetrag geltend gemacht werden kann.

Scheidungskosten und Unterhalt

Die Scheidungskosten sind außergewöhnliche Belastungen, welche bei Bedarf in der jährlichen Steuererklärung angegeben werden können.

Dabei wird jedoch erwartet, dass sich die Ehepartner angemessen an den Kosten beteiligen und einen gewissen Eigenanteil selbst zahlen.

Sofern einer der beiden Ehepartner Unterhalt an seinen geschiedenen Partner zahlt, kann dieser Unterhalt in der Anlage U der jährlichen Steuererklärung detailliert aufgeführt werden.

Unterhalt kann bis zur Höhe von maximal 13.805 Euro pro Jahr von der Steuer abgesetzt werden.

Geschiedene und getrennt lebende Personen werden grundsätzlich anders behandelt als Personen, deren Ehepartner stirbt. Im Jahr des Todes und im darauf folgenden Jahr können Verwitwete in die Steuerklasse 3 wechseln.

Erst dann gilt für sie die Steuerklasse 1 oder die Steuerklasse 2.

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