Der Sozialversicherungsausweis (1), der auch als Rentenversicherungsausweis bezeichnet wird, ist ein offizielles Dokument, mit dessen Hilfe eine Person nachweisen kann, dass sie Mitglied in der Rentenversicherung ist. Aus dieser Mitgliedschaft resultiert der Anspruch auf eine Rente nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben.


Der Sozialversicherungsausweis in seiner klassischen Form

Sozialversicherungsausweis

Der bis zum Dezember 2010 gültige Ausweis wird seit Januar 2011 mithilfe eines Schreibens ersetzt, in welchem dem Mitglied seine Mitgliedsnummer in Schriftform übermittelt wird. Die gesetzliche Grundlage für den Sozialversicherungsausweis (2) findet sich in § 18h SGB IV (Sozialgesetzbuch IV).

Klassisch ist der Sozialversicherungsausweis optisch orange gemustert, was zur Einführung seinerzeit wohl der Fälschungssicherheit dieses offiziellen Dokuments Genüge tat. Darauf enthalten waren neben der einmaligen Sozialversicherungsnummer des Bürgers auch der Vorname, der Nachname und eventuelle Titel.

Außerdem bot er Platz für ein Lichtbild. Dieses war nötig, wenn man in einem Beruf arbeitete, für den Mitführungspflicht bestand. Diese Mitführungspflicht für eine eingeschränkte Anzahl an Berufen wurde jedoch bereits im Jahre 2009 aufgehoben.

Seither gilt nur noch die Pflicht, dem Arbeitgeber den Sozialversicherungsausweis (3) auf Verlangen vorzulegen. In der Praxis reicht es allerdings in aller Regel, dem Arbeitgeber die Sozialversicherungsnummer mitzuteilen.

Der Sozialversicherungsausweis seit 2011

Im Jahre 2011 wurde der Sozialversicherungsausweis faktisch abgeschafft, da er in seiner vorliegenden Form spätestens seit der Abschaffung der Mitführungspflicht nicht mehr benötigt wurde.

Seine Stelle nimmt seither mit allen übrigen Funktionen, also auch zur Vorlage beim Arbeitgeber, ein einfaches Schreiben der deutschen Rentenversicherung ein, in welchem diese einem die Sozialversicherungsnummer mitteilt.

Sozialversicherungsausweis beantragen

Jede Person, die eine Arbeit beginnt oder eine Sozialleistung beantragt, benötigt einen Sozialversicherungsausweis. Sobald jemand zum ersten Mal eine berufliche Tätigkeit beginnt, muss nicht er selbst, sondern der Arbeitgeber die Anmeldung beim Rentenversicherungsträger vornehmen.

Ist dies geschehen, erhält man von dort automatisch das bereits erwähnte Schreiben mit seiner persönlichen Rentenversicherungsnummer. Dieses Schreiben enthält folgende Inhalte:

  • Name des Versicherten
  • Rentenversicherungsnummer (mit integriertem Geburtsdatum)
  • Ausstellungsdatum

Dieses Schreiben müssen neue Arbeitnehmer oder Antragsteller für Sozialleistungen dann bei ihrem Arbeitgeber beziehungsweise bei der Agentur für Arbeit vorlegen. Man braucht ihn für folgende Beschäftigungsarten:

Er dient erstens dazu, die Person zu identifizieren und zweitens, um die durch die Tätigkeit anfallenden Rentenansprüche zuzuordnen beziehungsweise die jeweiligen Anrechnungszeiträume nachzuweisen.

Sozialversicherungsausweis verloren, was ist zu tun?

Manchmal kommt es vor, dass man wichtige Dokumente verliert oder sie aufgrund von äußeren Einflüssen wie Wasserschäden oder Bränden unbrauchbar werden. Falls der Sozialversicherungsausweis verlorengeht, kann man ihn kostenfrei neu beantragen.

Dazu muss man sich mit seiner Krankenkasse in Verbindung setzen. Sie ist für diesen Vorgang zuständig. Die meisten Krankenkassen stellen auf ihrer Website ein Online-Formular zur Verfügung, das man einfach ausfüllt, ausdruckt, unterschreibt und anschließend an die Kasse sendet.

  • Leider kann man den Antrag nicht gleich online an die Krankenkasse senden, er muss in Schriftform und eigenhändig unterschrieben vorliegen. Auch mithilfe des Faxgerätes lässt sich der Antrag auf Neuausstellung des Sozialversicherungsausweises nicht einreichen.

Die Krankenkasse leitet den Antrag an den Rentenversicherungsträger weiter, von dem man dann nach relativ kurzer Zeit das besagte Schreiben mit der Rentenversicherungsnummer erhält. Falls der bisherige Ausweis zwar nicht verloren wurde, aber vollkommen unbrauchbar ist, muss er an den Rentenversicherungsträger zurückgeschickt werden.

Die Mitteilung der Sozialversicherungsnummer

Die Sozialversicherung ist faktisch die Rentenversicherung mit allen Nebenfunktionen.

So wird von der Sozialversicherung auch die gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung abgedeckt.

Außerdem  wird im Rahmen der Sozialversicherung (4) auch das Krankengeld bei langen Erkrankungen, die den Einsatz der Krankenversicherung überschreiten, durch die deutsche Rentenversicherung ausbezahlt.

Diese ordnet jedem Arbeitnehmer bei der erstmaligen Aufnahme einer Beschäftigung diese einmalige Nummer zur Zuordnung in der Sozialversicherung zu und teilt diese in einem Schreiben mit.

Diese Nummer ist daher praktisch die Eintrittskarte ins System der deutschen Sozialversicherung und muss Arbeitgebern stets bekannt sein, um die Beitragszahlungen zu gewährleisten. Auch für Auszahlungen, etwa im Krankheitsfall, wird diese Nummer als Referenz angegeben.


Quellen

(1) Sozialgesetzbuch IV (SGB IV) § 18h »
(2) Laubenstein, Dietmar / Flasskamp, Jürgen: Beitrags- und Meldeverfahren »
(3) Waltermann, Raimund: Sozialrecht »
(4) Schönfeld, Wolfgang / Plenker, Jürgen: Schönfeld, Lexikon Lohnbüro 2016 »

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