Als Autofahrer werden die Schadenersatzansprüche durch die Kfz-Versicherung aufgefangen. Wie sieht das Ganze abseits der Straße aus? Was passiert, wenn Partner oder Kind mit dem Rad einen Fußgänger anfahren?

Die Haftpflichtversicherung bietet Schutz und Sicherheit - sowohl für Familien als auch Singles.

Eine Haftpflichtversicherung ist in Deutschland in den meisten Fällen - Ausnahmen bestehen beim Betreiben eines Kfz oder bei der Jagdhaftpflichtversicherung - eine freiwillige Versicherung. Diese dient dazu, begründete Schadensersatzansprüche Dritter zu übernehmen oder diese im Falle von Unbegründetheit abzuwehren.

Die Leistungen der Haftpflichtversicherung

Der Gesetzgeber hat über das Bürgerliche Gesetzbuch eine weitreichende Haftung für Schadensereignisse vorgesehen. Wer fahrlässig oder vorsätzlich einen:

  • Personenschaden
  • Sachschaden oder
  • Vermögensschaden

verursacht, ist für diesen haftbar und muss die Sache ersetzen oder den Geldwert erstattet. Die Privathaftpflicht setzt genau hier an. Deren Hauptaufgabe besteht darin, die aus der gesetzlichen Haftung entstehenden Ansprüche zu regulieren.

Die Versicherer übernehmen aber nicht nur Schadenersatzansprüche aus dem Personen-, Sach- und Vermögensfolgeschaden. In die Tarife zur Haftpflichtversicherung ist auch die Abwehr unberechtigter Schadenersatzforderungen eingebunden. Damit übernehmen die Gesellschaften eine passive Rechtsschutzfunktion.

Welche Schäden werden von der Haftpflichtversicherung abgedeckt?

Grundsätzlich deckt eine Haftpflichtversicherung immer nur den Schadensanspruch von dritten Personen und nicht vom Versicherungsnehmer selbst ab. Damit ein Versicherungsfall eintritt, muss also einer dritten Person ein Schaden entstanden sein, der vom Versicherungsnehmer gemeldet wird und nach Überprüfung der Sachlage von der Versicherungsanstalt im Zuge der versicherten Leistungen reguliert wird.

Neben diesen allgemeinen Grundlagen der Haftpflicht gibt es jedoch Leistungen, die nur begrenzt oder gar nicht in das allgemeine Leistungsspektrum der Haftpflicht fallen. So kann zum Beispiel ein Schadensanspruch aus einem Verkehrsunfall nicht über die allgemeine Haftpflichtversicherung und deren Leistungen geregelt werden, hierfür ist zwingend eine Kfz-Haftpflicht nötig.

Ähnlich verhält es sich mit Schadensersatzansprüchen, die durch Haustiere entstanden sind. Diese sind zum Teil nur begrenzt im Leistungsspektrum einer allgemeinen Haftpflichtversicherung enthalten und müssen gegebenenfalls über besondere Versicherungspolicen abgedeckt werden.

Wann braucht es besondere Formen der Haftpflichtversicherung?

Eine allgemeine Haftpflicht übernimmt je nach Versicherungspolice zahlreiche Leistungen, die im Zuge eines entstandenen Schadens aufkommen können. Allerdings sind nicht alle möglichen Leistungen pauschal in der Versicherung enthalten.

Immer dann, wenn die allgemeinen Leistungen jedoch nicht ausreichend sind, dann gilt es, eine gesonderte Haftpflichtversicherung abzuschließen, um auch hier für den Fall der Fälle gewappnet zu sein.

Dies kann der Fall sein, wenn:

  • Eine gesonderte Tier- oder Hundehaftpflicht nötig ist
  • Die bestehende Haftpflichtversicherung benötigte Leistungen nicht beinhaltet
  • Eine Berufshaftpflicht mögliche Schäden abdecken muss
  • Ein Fahrzeug gelenkt wird

Oftmals ist es sogar von Vorteil, für das Haustier oder den Beruf eine gesonderte Haftpflicht abzuschließen, um so bestehende Versicherungspolicen nicht unnötig aufzufächern und im Kostenbereich aufzubauschen.

Grenzen im Versicherungsschutz der Privathaftpflicht

Mit einer Haftpflichtpolice schützen Familien und Singles die Haushaltskasse und gehen finanziellen Risiken im Alltag aus dem Weg. Ganz so einfach ist die Situation am Ende leider doch nicht. Hintergrund: Verschiedene Risikobereiche fallen bereits aufgrund gesetzlicher Regelungen aus dem Leistungsumfang heraus.

Dies gilt beispielsweise für:

  • Deliktunfähigkeit (Kinder bis Ende des siebten Lebensjahres)
  • im Beruf verursachte Schäden
  • Jagdunfälle
  • den Flugsport (auch Modellflug)
  • den Wassersport
  • Vorsatz

Damit entstehen Lücken im Versicherungsschutz. Die gute Nachricht: Einige Bereiche werden im Rahmen unterschiedlicher Leistungspakete von Gesellschaften in die Haftpflichtversicherung mit aufgenommen – die Versicherungslücke schrumpft.

  • Die Grenzen der Haftpflichtpolice dürfen im Alltag nicht komplett ausgeblendet werden. Gerade im Zusammenhang mit Bauvorhaben oder Hobby und Sport entstehen andernfalls erhebliche finanzielle Risiken.
Passenden Leistungsumfang der Haftpflichtversicherung abwägen

Eine Privathaftpflicht ist kein Rundum-sorglos-Paket. Als Haushalt muss man sich nicht nur darüber klar sein. Gerade für den Abschluss muss ein möglichst optimal zur Lebenssituation passendes Leistungsspektrum im Mittelpunkt stehen.

Ist als Single der Basisschutz vielleicht ausreichend, kann die Situation mit der Geburt eines Kindes ganz anders aussehen. Bestimmte Lebensumstände stellen ganz eigene Anforderungen an die Haftpflichtversicherung.

Empfehlenswert ist ein Schutz, der zusätzlich folgenden Aspekte beinhaltet:

  • eine Forderungsausfalldeckung
  • Mietsachschäden (auch an beweglichen Sachen in Hotels)
  • ehrenamtliche Tätigkeiten
  • Leistungsgarantie gegenüber GDV-Musterbedingungen

Familientarife der Haftpflichtversicherung

Grundsätzlich erfasst eine Privathaftpflichtversicherung die gesetzliche Haftung des Versicherungsnehmers. Aber: In der Regel weiten die Versicherer den Schutz auf die häusliche Gemeinschaft aus. Damit genießen Lebenspartner und Kinder das gleiche Leistungsniveau wie der Versicherte.

Familientarife gehen sogar so weit, dass sie:

  • Angehörige in häuslicher Gemeinschaft (z. B. Eltern)
  • Austauschschüler
  • Au-pair
  • Übernachtungsgäste und
  • im Haushalt Beschäftigte

in den Versicherungsschutz einschließen.

  • Familiäre Veränderungen – etwa durch Trennung, Scheidung, Geburt oder Tod – sollten dem Versicherer immer mitgeteilt werden. Des Weiteren ist zu klären, inwiefern sich der Versicherungsschutz auf in Ausbildung befindliche Kinder ausdehnt.

Warum eine Haftpflichtversicherung für Studenten?

Eine Haftpflichtversicherung für Studenten schützt vor den Kosten, die entstehen, wenn man einem anderen einen Schaden zugefügt hat und dabei Schuld hatte. Ist das Opfer danach beispielsweise querschnittsgelähmt, dann fallen hohe Kosten für dessen Pflege an.

Der Versicherer übernimmt diese. Deswegen sollte jeder Student und jede Studentin eine haben. Andernfalls droht der finanzielle Ruin, falls mal etwas passiert.

Grundsätzlich sollte jeder Student eine Haftpflicht haben. Entweder ist man in der privaten Versicherung der Eltern mitversichert, oder aber man muss selber eine abschließen.

Der Studentenstatus enthält keine automatische Versicherung, auch wenn das viele denken. Doch das ist ein Irrglaube.

Sind Studenten in der Familienhaftpflichtversicherung mitversichert?

Studenten können von der Familienhaftpflichtversicherung profitieren. Haben die Eltern eine private Haftpflichtversicherung, sind Kinder mit eingeschlossen und durch die Leistungen genauso geschützt wie die Eltern.

Das gilt auch für die Zeit der Ausbildung, allerdings gibt es oft eine Grenze bis zum 25. Lebensjahr. Danach braucht auch ein Student oder eine Studentin eine eigene Haftpflichtversicherung.

In diesen Fällen braucht ein Student eine eigene Haftpflicht:

  • Wartezeiten auf ein Studium oder eine Ausbildung
  • Ausbildung oder Studium nach einem Bundesfreiwilligendienst
  • Arbeitslosigkeit nach einem Studium oder einer Ausbildung

Die Bedingungen sind von Versicherer zu Versicherer verschieden. Deswegen muss jeder einzelne Student bei der Haftpflichtversicherung seiner Eltern nachfragen, ob er im betreffenden Zeitraum versichert ist und ob es eventuell eine Altersbegrenzung gibt.

Deckungssumme ein Hauptkriterium der Haftpflichtversicherung

In den meisten Fällen dient die Deckungssumme als das entscheidende Kriterium für die Frage der Beitragshöhe der Haftpflichtversicherung. Diese ist meist allerdings sehr gering, weshalb ein Verzicht auf eine Haftpflichtversicherung nicht anzuraten ist.

Was darf eine Haftpflichtversicherung kosten?

Seriöse, solide Versicherungen bieten eine solche Versicherung meist schon für Beiträge von etwa 50-60 Euro im Jahr an. Wer lange und klug vergleicht, findet eventuell auch noch günstigere Anbieter, vermeidet aber auch in jedem Falle, im Bereich dieser Versicherung eventuell zu viel zu zahlen.

Deckungssumme variiert je nach Wunsch des Versicherungsnehmers

Entscheidend bleibt die Deckungssumme, die meist bei 1 Million Euro beginnt und auf bis zu 10 Millionen Euro erhöht werden kann. Man sollte sich als Unbedarfter aber nicht von der großen Höhe der 1 Million Euro beeindrucken lassen.

Verursacht man nur einen kleinen Unfall, bei dem aber als Folgeschäden entweder Menschen langfristig berufsunfähig sind oder aber größere Gebäude zerstört werden, ist diese Summe bereits schnell erreicht.

  • Obwohl die Haftpflichtversicherung das Wort 'Pflicht' im Namen trägt, ist sie in Deutschland keine Pflichtversicherung. Vielmehr ist sie eine freiwillige Versicherung. Im Grunde hat es sich aber eingebürgert, dass jeder Erwachsene bzw. Haushalt in Deutschland über eine solche Hausratversicherung verfügt. Es ist in jedem Falle davon abzuraten, auf diese Art der Absicherung zu verzichten.
Welche Deckungssumme ist empfehlenswert?

Allgemein empfiehlt man angesichts dieser Umstände Privathaushalten eine Summe von mindestens 3 Millionen Euro zu wählen, besser wären noch 5 oder eben 10 Millionen Euro.

Die Versicherer erlauben keine Änderung dieser Konditionen nach Eintritt eines Schadensfalles, weshalb es höchst riskant ist, die Deckungssumme zu gering zu wählen.

Gute Nachricht für alle, die eine Haftpflichtversicherung suchen: deren Qualität ist in den letzten 20 Jahren enorm angestiegen. Ein Grund mehr, sich über eine solche Versicherung und deren Nutzen für den eigenen Haushalt Gedanken zu machen.

Kommt die Haftpflichtversicherung auch für Mietsachschäden auf?

Im Hinblick auf die private Haftpflichtversicherung sind Schäden an gemieteten und geleasten Sachen eigentlich ausgeschlossen. Aber: Viele Versicherer heben diese Regel, welche bereits in den Musterbedingungen zur Haftpflichtversicherung zu finden ist, auf. Der Mietsachschaden wird über die besonderen Versicherungsbedingungen bzw. die Risikobeschreibung in viele Tarife aufgenommen.

Allerdings decken die Gesellschaften nicht jeden erdenklichen Schadensfall ab. Schäden durch Hunde sind allgemein in der Haftpflichtversicherung ausgeschlossen – und damit auch Mietsachschäden. Ebenfalls kein Fall für den Versicherer sind jene Ansprüche, die auf Deliktunfähigkeit beruhen.

Kinder gelten per Gesetz bis zum Ende des siebten Lebensjahres als deliktunfähig – und können nicht für einen Schaden haftbar gemacht werden. Damit ist entscheidend, wer den Schaden verursacht hat. Welche besonderen Punkte sind im Zusammenhang zwischen Mietsachschaden und Haftpflicht noch zu beachten?

Haftpflichtversicherung deckt keine Allmählichkeitsschäden

Die Absicherung von Mietsachschäden für privat angemieteten Wohnraum stellt auf den ersten Blick eine komfortable Deckung der Haftpflichttarife dar. Trotzdem darf sich kein Versicherungsnehmer darauf ausruhen.

Wird ein Wasserkocher betrieben, dessen Dampf die Bodenplatte eines darüberliegenden Hängeschranks aufquellen lässt, handelt es sich um einen Allmählichkeitsschaden.

Alles, was durch die Einwirkung von Wasser, Dämpfen, Gasen oder Staub allmählich in Mitleidenschaft gezogen wird, decken die Versicherer leider nicht. Ein weiteres Problem kann die Absicherung von Schäden im Urlaub sein.

Es ist im Vorfeld immer zu prüfen, inwiefern der Versicherungsschutz auch den Schaden im Hotelzimmer deckt – und ob davon auch dessen Mobiliar erfasst wird. Nicht selten fassen die Gesellschaften diesen Schutz separat in eigenen Klauseln für die Haftpflichtversicherung zusammen.

  • Im Zusammenhang mit einem Mietsachschaden gelten oft Summenbegrenzungen. Der Versicherer leistet dann nur in deren Höhe. Schäden, die darüber hinausgehen, muss der Versicherte aus eigenen Mitteln finanzieren.

Was ist eine Haftpflichtversicherung für das Auto?

Die klassische Haftpflichtversicherung für das Auto ist eine verbindliche und vom Gesetzgeber vorgeschriebene Versicherung, die Schäden und Schadensersatzansprüche abdeckt, die im Zuge eines Verkehrsunfalls entstehen.

Die Kfz-Haftpflicht:

  • Ist eine verpflichtende Versicherung
  • Deckt alle Schadensersatzsprüche aus Verkehrsunfällen ab

Grundsätzlich umfasst das Leistungsspektrum einer Haftpflichtversicherung für das Auto die Abdeckung alle möglicherweise auftretenden Schadensersatzansprüche aus einem Verkehrsunfall.

Neben Sachschäden sind hierbei auch Schadensersatzansprüche für Personenschäden beinhaltet. Jedoch gilt es bei letzten darauf zu achten, dass ein Beifahrer nicht immer zur Gänze im Leistungsspektrum der Versicherung beinhaltet ist.

Ebenso gibt es unterschiedliche Regelungen und Konditionen für Zweitfahrer oder aber die gemeinsame Nutzung eines Autos.

Worauf gilt es beim Abschluss einer Kfz-Haftpflicht zu achten?

Beim Abschluss der Haftpflichtversicherung für das Auto kommen allem voran bei der Festlegung der Versicherungssumme wie auch Beitragshöhe verschiedene Aspekte zum Tragen.

Neben dem Alter und der Fahrerfahrung des Versicherungsnehmers beziehen Versicherungsträger auch in der Vergangenheit in Anspruch genommene Versicherungsleistungen in die Kalkulation der Versicherungsprämien mit ein.

So ist die Haftpflicht für das Auto für einen Fahranfänger in der Regel teurer, als für einen Autofahrer der bereits seit vielen Jahren unfallfrei sein Auto fährt.

Wichtige Faktoren im Zuge der Versicherungswahl sind:

  • Das Leistungsspektrum der Versicherung
  • Die Möglichkeit 2. Fahrer in den Deckungsrahmen einzubeziehen
  • Selbstbehalt im Schadensfall sollte nicht zu hoch sein

Um ein bestmögliches Preis-Leistungs-Verhältnis zu erhalten, bietet es sich an, mögliche Versicherungsangebote miteinander zu vergleichen und auf wichtige Aspekte einzugehen.

Fahren zum Beispiel mehrere Personen das Auto, sollte die Versicherungspolice dies auch abdecken und mögliche Schadensansprüche entsprechend abdecken. Auch der Selbstbehalt ist im Zuge einer neuen Police ein Aspekt, der beachtet werden sollte.

Günstige Prämien mögen auf den ersten Blick hin verlockend sein, können im Schadensfall bei einem zu hohen Selbstbehalt jedoch schnell zu einem finanziellen Desaster werden.

Wer braucht eine Autohaftpflichtversicherung?

Jeder Halter eines Kraftfahrzeugs muss dieses gegen Schadenersatzansprüche absichern. Kern ist das Pflichtversicherungsgesetz, welches diesen Schutz vorschreibt. Damit braucht jeder, der sein Auto im öffentlichen Straßenverkehr bewegen und führen will, eine entsprechende Autohaftpflichtversicherung.

Diese muss bei einem im Inland ansässigen Versicherer abgeschlossen werden. Letztere unterliegen in Deutschland einem Kontrahierungszwang, sie dürfen einen Antragsteller nur aus wichtigem Grund ablehnen, müssen den Versicherungsschutz fürs Auto ansonsten zur Verfügung stellen.

Was kostet eine Autohaftpflichtversicherung?

Die Beitragshöhe in einer Kfz-Versicherung richtet sich nach verschiedenen Faktoren. Einfluss auf die Versicherung haben beispielsweise Tarifierungsmerkmale wie:

  • die Regionalklasse und
  • Typklasse.

Beide spiegeln die Schadensverteilung hinsichtlich ihrer Kategorie wider. Darüber hinaus bemisst sich der Beitrag über Faktoren wie:

  • das Alter des jüngsten Fahrers
  • die Laufleistung
  • den Familienstand des Versicherungsnehmer
  • die Unterbringung des Fahrzeugs

Ebenfalls zu berücksichtigen sind die Versicherungsleistungen. Obwohl gesetzliche Mindestdeckungen vorgeschrieben sind, liegt der Schutz für die Versicherung bei vielen Unternehmen deutlich darüber.

Was deckt eine Autohaftpflichtversicherung ab?

Eine Haftpflichtversicherung fürs Auto soll Dritte schützen. Hintergrund: Dem Betrieb von Kraftfahrzeugen wohnt ein erhöhtes Schadensrisiko inne. Trotzdem wird deren Unterhalt gesellschaftlich geduldet (Gefährdungshaftung).

Die Versicherung schützt daher in erster Linie gegen:

  • Personenschäden
  • Sachschäden und
  • Vermögensschäden

Besonders der Personenschaden muss in der Kfz-Haftpflicht große Aufmerksamkeit genießen, da seitens des Gesetzgeber keine Haftungsgrenzen vorgesehen sind. Unfälle mit bleibenden Beeinträchtigungen können daher zu sehr hohen Schadenersatzforderungen führen.

Welche Arten von Autohaftpflichtversicherung gibt es?

Die Haftpflichtversicherung fürs Auto entstammt dem Segment der Kfz-Haftpflichtversicherung. Letzteres erfasst nicht nur den Pkw als Versicherungsgegenstand.

Seitens der Gesellschaften werden heute verschiedene Haftpflichttarife angeboten.

Dazu gehören unter anderem:

Die breite Palette der Haftpflichttarife erklärt sich durch die Erfordernisse des Pflichtversicherungsgesetzes. Parallel kann ein Halter den eigenen Versicherungsschutz stärken – durch die Kaskoversicherungen. Letztere übernehmen für verschiedene Schadensereignisse Unfallkosten am versicherten Fahrzeug.

Welche Kosten übernimmt die Autohaftpflichtversicherung?

Seitens der Kfz-Haftpflichtversicherung werden die drei genannten Schadensgruppen abgedeckt. Die genaue Kostenübernahme hängt vom Einzelfall ab. Grundsätzlich werden über die Versicherung alle Aufwendungen reguliert, welche im Rahmen einer Schadenersatzforderung gegen den Unfallverursacher geltend gemacht werden können.

Dies trifft zum Beispiel auf:

  • Mietwagen
  • Arzt- und Behandlungskosten
  • Nutzungs- und Verdienstausfall
  • Renten usw.

zu. Darüber hinaus trägt die Gesellschaft Kosten aus der passiven Rechtsschutzfunktion.

Was versteht man unter einem Forderungsausfall?

Der Forderungsausfall ist die Situation, in der ein Gläubiger aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr mit der Begleichung seiner Forderungen durch den Schuldner rechnen kann.

Meistens ist es in diesem Moment für weitere Nachforderungen bzw. Mahnungen bereits zu spät und die Forderung bleibt offen, d.h. die offene Rechung wird auch in der (nahen) Zukunft nicht beglichen.

Warum kommt es zu einem Forderungsausfall?

Die Gründe für Forderungsverluste sind vielschichtig. Unter anderem kann das Problem durch folgende Umstände bedingt sein:

  • Der Schuldner hat nicht die Absicht, die Forderungen zu begleichen.
  • Der Schuldner hat zwar den Wunsch, aber keine finanziellen Möglichkeiten.
  • Es gibt keine Sicherheiten wie Sachwerte oder Bürgschaften seitens des Schuldners, die als Zahlungsmittel herangezogen werden könnten.
  • Es kommt zu einem Verkehrsunfall, Verursacher ist die Gegenseite. Der gegnerische Fahrer verfügt aber über keine Haftpflichtversicherungen bzw. KFZ Haftpflichtversicherung. Demnach müsste er den Schaden selbst tragen. Solch ein Schadensfall kann schnell die finanziellen Möglichkeiten des Unfallverursachers übersteigen. Auf diese Weise können schnell Forderungsverluste für die unschuldig beteiligte Seite die Folge sein. D.h.: sie bleibt auf ihren unverschuldet entstandenen Kosten sitzen.

Bei einem Forderungsausfall steht grundsätzlich immer der Gerichtsweg offen. Aus unternehmerischer Sicht muss allerdings das Kosten-Nutzen-Verhältnis abgewogen werden. Im Blick haben muss man auch immer die gesetzlich geregelte Verjährungsfrist, weshalb man insbesondere als Unternehmer rechtzeitig einen Mahnbescheid beantragen muss.

Schutz vor einem Forderungsausfall

  • Es gibt Versicherungen, die im Fall von Zahlungsunfähigkeit des Schuldners einspringen. Die Haftpflichtversicherung bietet solche Tarife an.
  • Eine präventive Maßnahme stellt die Bonitätsprüfung dar.
  • Rating-Agenturen wie die Schufa liefern beispielsweise Informationen über die Zahlungsfähigkeiten eines möglichen Geschäftspartners.
Statistische Häufigkeit vom Forderungsausfall

Forderungsausfälle kommen durchaus häufig vor. Beispielsweise wurden 2011 Unternehmer befragt, ob sie im vergangenen Jahr erhebliche Zahlungsausfälle zu verzeichnen hatten. Beachtenswert ist hierbei, dass es sich nicht um geringfügige Ausfälle, sondern um finanzielle signifikante Posten ging.

Bei der Erhebung gaben in Deutschland 14% der Befragten an, dass sie solche Ausfälle vernahmen. In anderen Staaten der europäischen Union waren die Zahlungsausfälle noch wesentlich höher: So kam es in Griechenland (51%), Italien (45%), Ungarn (44%) oder Spanien (43%) bei grob jedem zweiten Unternehmen zu Forderungsverlusten. Der Durchschnitt aller Staaten in der europäischen Union lag bei 15%. Im weltweiten Vergleich (18%) lag die Eurozone damit etwas besser.

Wann sollte man eine Haftpflichtversicherung kündigen?

Grundsätzlich ist eine Kündigung der Privathaftpflicht auf Basis des:

  • außerordentlichen und
  • ordentlichen Kündigungsrechts

möglich. Letzteres zielt auf das Kündigen zum Ablauf der Versicherungsperiode ab.

Diese beläuft sich allgemein auf ein Jahr. Zwar kann per Vertrag über mehrere Jahre auf die Ausübung dieses Rechts verzichtet werden. Nach § 11 Abs. 4 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) ist aber ab dem Ende des dritten Versicherungsjahres jederzeit eine Kündigung – unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist – möglich.

  • Die Kündigungsfrist aus dem Vertrag ist unbedingt einzuhalten, da die Versicherung sonst weiter besteht.
Außerordentliche Kündigung als Alternative

Das außerordentliche Kündigungsrecht greift in der Regel dann, wenn der Versicherer:

  • den Beitrag anpasst (ohne Leistungserhöhung)
  • einen Schaden reguliert
  • die Freistellung des Versicherten im Schadensfall ablehnt
  • das versicherte Risiko wegfällt.

Letztgenannter Fall trifft beispielsweise in der Tierhalterhaftpflicht zu, wenn das versicherte Tier verstirbt. Die Kündigung der Haftpflichtversicherung im Schadensfall oder im Zusammenhang mit einer Beitragsanpassung wird oft als Sonderkündigungsrecht bezeichnet und ist an eine Kündigungsfrist von einem Monat gebunden.

Vorgehensweise bei der Kündigung der Haftpflichtversicherung

Um eine Privathaftpflichtversicherung zu kündigen, muss der Versicherte nicht nur die Kündigungsfristen einhalten. Allgemein ist für das Kündigungsschreiben die Textform vorgeschrieben. Verbraucher können hier zu Vordrucken greifen, wo nur noch die Angaben zum Versicherungsvertrag ausgefüllt werden müssen.

Empfehlenswert ist für den Versand das Einschreiben mit Rückschein und die Aufforderung an den Versicherer, eine Eingangsbestätigung auszustellen.

Parallel können Verbraucher noch einen anderen Weg einschlagen – die Übergabe der Kündigung an die Haftpflichtversicherung in der nächsten Filiale. In diesem Fall sollte man sich den Vorgang immer schriftlich bestätigen lassen bzw. das Kündigungsschreiben im Beisein eines Zeugen überreichen.

Haftpflichtversicherungen von der Steuer absetzen

Die Haftpflichtversicherung nennt man in Bezug auf die Steuererklärung eine Vorsorgeaufwendung. Sie kann deswegen als solche abgesetzt werden.

Die Beiträge, die dann in der Steuererklärung für solche Aufwendungen für eine Versicherung anzugeben sind, werden in Zeile 48 vermerkt.

Diese Art von Vorsorgeaufwendung fällt mitunter auch auf den Posten 'Sonderausgaben' in der Steuererklärung.

Aber nicht nur eine private, normale Haftpflichtversicherung lässt sich über die Steuer absetzen.

Folgende Haftpflichtversicherungen sind ebenfalls von der Steuer absetzbar:

  • Autohaftpflicht
  • Bootshaftpflicht
  • Familienhaftpflicht
  • Tierhaftpflicht
  • Hausbesitzerhaftpflicht

Welche Voraussetzungen gibt es, um die Beiträge abzusetzen?

Die grundlegende Voraussetzung ist, dass generell steuerpflichtige Einnahmen vorliegen.

Der Gesetzgeber hat hier aber Höchstgrenzen festgelegt, bis zu welchen solche Vorsorgeaufwendungen in der Steuer berücksichtigt werden können. Diese sind aber unterschiedlich und müssen im Einzelfall geprüft werden.

Warum kann man den Beitrag zur Haftpflichtversicherung absetzen?

Eine Haftpflichtversicherung, egal für welches Risiko sie absichern soll - ist in der Regel recht teuer.

Leider ist dies aber eine gesetzlich vorgeschriebene Versicherung und daher unumgänglich und nötig, um sich abzusichern.

Der Staat möchte vermeiden, dass Privatpersonen, die sich entweder freiwillig oder unfreiwillig etwas zu Schulden kommen lassen haben und beispielsweise jemand zu Schaden gekommen ist, in den finanziellen Ruin geraten und sollen daher eine Versicherung abschließen.

Wenn durch einen Unfall eine dritte Person zu schaden kommt und pflegebedürftg wird, muss der Verursacher viele Jahre für diese Kosten aufkommen, weil er verschuldet hat, dass dieser körperlich nicht mehr für sich selbst sorgen kann und ist dadurch ohne Versicherung finanziell ruiniert. 

Das weiß auch der Staat und verpflichtet daher jeden Bundesbürger zu einer solchen Versicherung. Entgegenkommender Weise lassen sich ja dann aber dementsprechend die Beiträge auch als Steuern absetzen.


Einzelnachweise und Quellen

Gesetze im Internet: Haftpflichtgesetz »
PflVG: Gesetz über die Pflichtversicherung für Kraftfahrzeughalter (Pflichtversicherungsgesetz) »
KfzPflVV: Verordnung über den Versicherungsschutz in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung »
Gesetze im Internet: § 5 Gesetz über die Pflichtversicherung für Kraftfahrzeughalter »
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, § 195 Regelmäßige Verjährungsfrist, Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) »

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