krankenversicherung-arbeitgeberanteil

In Deutschland besteht seit 2009 die Pflicht zum Abschluss einer Krankenversicherung. Grundlage ist § 193 VVG (Versicherungsvertragsgesetz), der diese Verpflichtung auch jenen Personen auferlegt, die im Rahmen der GKV als versicherungsfrei gelten.

Selbständige und Freiberufler gehören genauso dazu wie Beschäftigte hoher Einkommensklassen.

Gerade beim Arbeitnehmer stellt sich die Frage, was der Arbeitgeber zur Krankenversicherung zuzahlt. Der Arbeitgeberanteil ist gesetzlich vorgeschrieben, erstreckt sich aber nicht auf alle Beitragsteile.

Gesetzlich krankenversichert – der Arbeitgeberanteil

Für die Krankenversicherung von Beschäftigten gilt in Deutschland das Paritätsprinzip. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen jeweils die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes. Dieser liegt seit Januar 2015 bei 14,6 Prozent. Beide beitragspflichtige Parteien tragen also jeweils 7,3 Prozent der GKV-Prämie.

Beispiel: Bei einem Bruttoverdienst von 2.500 Euro wird ein Beitrag zur Krankenversicherung von 365 Euro fällig. Der Arbeitgeberanteil liegt demzufolge bei 182,50 Euro. Bis Ende 2014 sah die Situation anders aus, Beschäftigte trugen mit 8,2 Prozent im Vergleich zum Unternehmen einen um 0,9 Prozent höheren Beitrag.

Zusatzbeiträge – wie sieht der Arbeitgeberanteil aus?

Mit Wiederherstellung der Beitragsparität hat der Gesetzgeber Krankenkassen die Möglichkeit zur Einführung individueller Zusatzbeiträge gegeben. Diese werden anhand des Einkommens bemessen – und sind allein durch den Beschäftigten zu tragen. Einen Arbeitgeberanteil wie beim allgemeinen Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung gibt es hier nicht.

  • Der Anteil des Arbeitgebers zum Kassenbeitrag ist direkt an die geltende Beitragsbemessungsgrenze gekoppelt. Für 2015 liegt diese bei 4.125 Euro, der Arbeitgeberanteil kann also nicht höher als 301,13 Euro sein.

Beitragsfinanzierung privat versicherter Arbeitnehmer

Das Thema Arbeitgeberanteil spielt nicht nur beim gesetzlich versicherten Beschäftigten eine Rolle. Wer Einkommen oberhalb der JAEG (Jahresarbeitsentgeltgrenze) erzielt, kann sich privat versichern – auch als Arbeitnehmer. Hier gelten in Bezug auf die Beitragsfinanzierung Sonderregeln.

Der Arbeitgeber leistet einen Anteil analog zur gesetzlichen Krankenvollversicherung – in Form eines Arbeitgeberzuschusses. Dessen Höhe richtet sich nach dem PKV-Beitrag, der jeweils hälftig geteilt wird.

Aber: Sobald der Beitragsanteil des Arbeitgebers den Arbeitgeberanteil nach Maßgabe der Beitragsbemessungsgrenze übersteigt, wird die Zuschusshöhe gedeckelt.

  • Bei 5.225 Euro Einkommen ist eine private Absicherung möglich, die PKV kostet 723 Euro. Da die BBG 2015 aber maximal 602,26 Euro als Beitrag vorsieht, leistet der Arbeitgeber nur 301,13 Euro als Zuschuss.

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