sozialversicherung-arbeitgeberanteil

Arbeitnehmer verdienen auf dem Papier mehr als am Ende ausgezahlt wird. Schuld sind Lohnsteuer und Sozialabgaben, die direkt vor der Auszahlung des Gehalts vom Bruttolohn abgezogen werden.

Aus Sicht des Einzelnen zwar ärgerlich, aber der Gesetzgeber will damit grundlegende Vorsorgeansprüche abdecken.

Aber nicht nur Beschäftigte werden zur Kasse gebeten. Auch der Arbeitgeber trägt einen Teil zur Finanzierung der Sozialversicherung bei – über den Arbeitgeberanteil.

Sozialversicherung – gemeinschaftliche Vorsorge

Grundsätzlich werden Beiträge für die Sozialversicherung anhand des Einkommens bemessen.

Beispiel: Für einen Arbeitnehmer mit Krankengeldanspruch liegt der GKV-Beitrag bei 14,6 Prozent.

Vom Gehalt werden aber nur 7,3 Prozent abgezogen. Den Rest zahlt der Arbeitgeber als Arbeitgeberanteil. Ähnlich sieht die Situation in den anderen Zweigen der Sozialversicherung aus.

Für:

bringen Arbeitgeber und Beschäftigte den Beitrag gemeinsam auf.

Wie hoch sind die Beitragssätze?

Für die Arbeitslosenversicherung gilt aktuell ein Beitragssatz von drei Prozent, in der Rentenversicherung werden 18,7 Prozent als Beitrag erhoben.

Für die gesetzliche Pflegeversicherung gelten zwei Besonderheiten. Der Beitragssatz von 2,35 Prozent erhöht sich für kinderlose Beschäftigte ab Ende des 23. Lebensjahres um 0,25 Prozent.

Parallel zahlen Arbeitnehmer in Sachsen mit 1,675 Prozent einen deutlich höheren Anteil im Vergleich zum Bundesgebiet – kommen im Gegenzug aber in den Genuss eines zusätzlichen Feiertags. Unterm Strich beläuft sich der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung auf 19,325 Prozent.

Aber: Durch die individuelle Beitragsberechnung in der gesetzlichen Unfallversicherung und die Tatsache, dass Umlagen für Mutterschafts- sowie Insolvenzgeld zu zahlen sind, erhöhen sich die Summen.

Arbeitgeberanteil in der Höhe gedeckelt

In der Sozialversicherung gilt für die Beitragserhebung das Leistungsfähigkeitsprinzip. Beschäftigte mit hohen Einkommen zahlen im Vergleich zu Beschäftigen mit Durchschnitteinkommen höhere Beiträge.

In gleicher Weise wird der Arbeitgeberanteil belastet. Beide Beitragsteile steigen aber nicht unbegrenzt an. Der Gesetzgeber hat in die Sozialversicherung sogenannte Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) eingeflochten.

Für die Berechnung der Prämien werden ausschließlich Einkommen unterhalb der BBG herangezogen. Gehaltsbestandteile, die oberhalb dieser Grenze liegen, spielen als Bemessungsgrundlage keine Rolle mehr – weder für den Beschäftigten noch den Arbeitgeberanteil.

  • Die BBG spielt in der PKV für Arbeitnehmer eine wichtige Rolle, da sie die Obergrenze für den Arbeitgeberzuschuss festlegt.

Das könnte Sie auch interessieren