Unter der Erholungsbeihilfe verstehen Finanzexperten eine Leistung, die ein Arbeitgeber einem verdienten oder wertvollen Mitarbeiter einmal im Jahr zukommen lassen kann. Es handelt sich um eine vollkommen freiwillige Leistung des Arbeitgebers, solange sie nicht in einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung, einem Arbeitsvertrag oder aufgrund der sogenannten "betrieblichen Übung" festgeschrieben wurde.

Dabei wird nicht nur der Mitarbeiter selbst berücksichtigt, sondern auch der Lebenspartner sowie vorhandene Kinder. Rechtsgrundlage ist § 40 Einkommenssteuergesetz (EStG).

Erholungsbeihilfe Höchstgrenze der Jahre 2017 bis 2019

Es gibt drei unterschiedliche Beträge, aus denen sich die Beihilfe zusammensetzt. Prinzipiell darf der Arbeitgeber natürlich diese Beihilfe so hoch ansetzen, wie er es für richtig hält. Um einen steuerlichen Vorteil zu erzielen, dürfen die einzelnen Beträge aber eine bestimmte Höchstgrenze nicht übersteigen. Für die Jahre 2017, 2018 und 2019 galten für die Beihilfe die folgenden, jährlichen Obergrenzen:

  • 156 € für den Mitarbeiter
  • 104 € für den Ehepartner
  • 52 € pro Kind (bei zwei 104 €, bei drei 156 € usw.)

Das bedeutet, dass ein verheirateter Arbeitnehmer mit einem Kind insgesamt 312 € jährlich als Beihilfe erhalten kann, ohne dafür Sozialabgaben zahlen zu müssen. Der Arbeitgeber besteuert diesen Betrag pauschal mit 25 %. Wird der Höchstbetrag allerdings nur um einen Cent überschritten, muss die gesamte Erholungsbeihilfe besteuert werden.

  • Die Pauschalbesteuerung hat für Arbeitgeber und Arbeitnehmer steuerliche beziehungsweise finanzielle Vorteile. Der Arbeitgeber kann die Beihilfe steuerlich geltend machen und der Arbeitnehmer profitiert von einem höheren Nettoeinkommen.

Voraussetzungen für Erholungsbeihilfe

Eine Voraussetzung für die Erholungsbeihilfe ist eine enge, zeitliche Verbindung zwischen der Zahlung und der Erholungsmaßnahmen. Der Gesetzgeber hat hier einen zeitlichen Rahmen von jeweils drei Monaten (vor oder nach der Gewährung der Beihilfe) gesetzt.

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Das heißt im Klartext, dass z. B. eine Reise spätestens am 01.08.2018 angetreten werden muss, wenn die Erholungsbeihilfe am 30.05.2018 oder am 01.11.2018 gezahlt wurde. Außerdem muss nachweisbar sein, dass das Geld tatsächlich für Erholungszwecke genutzt wird und nicht anderweitig verwendet wird. Erholungsbeihilfe kann beispielsweise gewährt werden für:

  • Kuraufenthalte
  • Wellness-Anwendungen
  • Erholungsreisen (z. B. Familienurlaube)
  • Ausflüge
  • Kreuzfahrten

Es wurde von Seiten des Gesetzgebers keine Definition vorgelegt, was genau als Erholungsmaßnahme einzuordnen ist. Die zuständigen Finanzbehörden lassen normalerweise alle Maßnahmen gelten, die zumindest in irgendeiner Form der physischen oder psychischen Erholung dienen.

Gibt es die Erholungsbeihilfe beim Minijob?

Auch bei einem Minijob darf eine Erholungsbeihilfe gezahlt werden. Sie ist ebenfalls pauschalbesteuert und es müssen keine Sozialabgaben gezahlt werden. Ein Vorteil besteht zudem darin, dass der Minijobber die ihm auferlegte Geringfügigkeitsgrenze aufgrund der Steuerfreiheit der Erholungsbeihilfe nicht überschreitet.

Nachweis im Rahmen der Erholungsbeihilfe

Damit die Leistung des Arbeitgebers als Erholungsbeihilfe gilt, muss nachgewiesen werden, dass das Geld tatsächlich für die Erholung eingesetzt wird. Dies gilt für den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer gleichermaßen. Als Nachweise gelten beispielsweise:

  • Überweisungsbelege des Arbeitgebers (er zahlt das Geld z. B. direkt an ein Reiseunternehmen)
  • Belege des Arbeitnehmers (etwa für Schwimmbäder, Massage-Behandlungen oder Vergnügungsparks)

Ist die Erholungsbeihilfe steuerfrei?

Die Beihilfe ist nur dann steuerfrei, wenn sie unterhalb der vom Gesetzgeber festgelegten Obergrenze von 312 € (bei einem Kind) jährlich bleibt. Sobald der Arbeitgeber mehr Erholungsbeihilfe gewährt, ist sie insgesamt steuer- und sozialabgabenpflichtig. Der Arbeitnehmer muss sie nicht auf einmal verbrauchen, er kann das Geld auf mehrere Erholungsmaßnahmen verteilen. Dabei ist natürlich die vorgeschriebene, zeitliche Nähe zu berücksichtigen.

  • Um den zulässigen Jahreshöchstbetrag nicht zu überschreiten und damit in die Steuerpflicht zu rutschen, raten Experten dazu, zunächst die Erholungsmaßnahmen durchzuführen, die entsprechenden Belege zu sammeln und diese dann unter Berücksichtigung des Höchstbetrages dem Arbeitgeber zur Erstattung vorzulegen. So bleibt man sicher unter der Maximalgrenze.

Vorteil der Erholungsbeihilfe gegenüber dem Urlaubsgeld

Der größte Vorteil bei der Beihilfe ist die Tatsache, dass sie steuerbegünstigt ist und keine Sozialabgaben anfallen. Dies ist beim Urlaubsgeld anders. Dieses ist in seiner gesamten Höhe zu versteuern, wodurch aufgrund der Steuerklasse meist nicht sehr viel übrig bleibt. Zwar liegt die Höhe der Erholungsbeihilfe fast immer unterhalb der Höhe des Urlaubsgeldes, dafür fällt aber für den Arbeitnehmer ein deutlich geringere Steuerlast an.


Quellen

Einkommenssteuergesetz (EStG) § 40 »
Schönfeld, Wolfgang / Plenker, Jürgen: Lexikon für das Lohnbüro 2018: Arbeitslohn, Lohnsteuer und Sozialversicherung von A-Z »


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