Steuerklasse für Rentner


Die wichtigsten Fakten

  • Die Steuerklasse für Rentner richtet sich nach ihrem Familienstand.
  • Seit 2013 müssen Rentner 66% ihrer Rente versteuern.
  • Jedes Jahr steigt die Besteuerung um zwei Prozent.
  • Die Höhe der Rentenbesteuerung bleibt konstant und ist vom Eintrittsjahr abhängig.
  • Bevor man als Rentner eine Nebentätigkeit beginnt, sollte man genauestens rechnen.

Steuerklasse-für Rentner

Welche Steuerklasse und Grundfreibeträge haben Rentner?

Unabhängig davon, ob ein alleinstehender Rentner ledig, geschieden oder verwitwet ist, wird er in den allermeisten Fällen in die Steuerklasse 1 eingeordnet.

  • Eine Ausnahme bestünde lediglich dann, wenn der Ehepartner erst kürzlich verstorben ist und seit seinem Tod weniger als zwei Jahre vergangen sind. In diesem Falle wäre die Steuerklasse 3 die gültige Steuerklasse für Rentner.

Grundsätzlich sollte jeder Rentner wissen, dass nicht nur Arbeitseinkommen, sondern auch die Rente steuerpflichtig ist. Dies gilt allerdings nur dann, wenn die Rente so hoch ist, dass sie den gesetzlich festgelegten Freibetrag überschreitet.

Nimmt ein Rentner einen Nebenjob auf, sind die daraus erzielten Einkünfte immer dann steuerfrei, wenn
es sich um eine geringfügige Beschäftigung mit einem Bruttoverdienst von bis zu 450 Euro pro Monat handelt.

Auch für verheiratete Rentner gibt es keine gesonderten Steuerklassen. Ähnlich wie die meisten Arbeitnehmer müssen sich auch die verheirateten Rentner auf eine der beiden Steuerklassenkombinationen 4/4 oder 3/5 festlegen.

Die Steuerklassenkombination 3/5 ist insbesondere dann als Steuerklasse für Rentner geeignet, wenn einer der beiden Ehepartner

  • noch berufstätig ist und
  • sehr gut verdient.

Er könnte die Steuerklasse 3 nutzen, während der andere Ehepartner in die Steuerklasse 5 eingeordnet würde.

Je nachdem, welche Steuerklasse für Rentner letzten Endes gewählt wird, gelten dafür auch verschiedene Freibeträge. Diese Freibeträge unterscheiden sich jedoch bei einer Steuerklasse für Rentner grundsätzlich von den Freibeträgen, die für Arbeitnehmer gültig sind.

In den Steuerklassen 1, 2 und 4 gelten für Rentner höhere Grundfreibeträge als bei den meisten Arbeitnehmern. Diese Sonderregelungen beziehen sich jedoch nur auf die Rente und keinesfalls auf eventuelle Arbeitseinkommen.

In der Steuerklasse 3 könnte der Grundfreibetrag noch einmal verdoppelt werden. Die Steuerklassen 5 und 6 verfügen über keinen Grundfreibetrag.

Dies ist auch der Grund dafür, dass alle Personen, die in solch eine Steuerklasse für Rentner eingeordnet sind, relativ hohe Abzüge auf ihre monatlichen oder jährlichen Bruttoeinnahmen hinnehmen müssen.

  • Wer als Rentner einen oder mehrere Nebenjobs aufnehmen möchte, sollte nicht nur auf die passende Steuerklasse für Rentner achten, sondern auch die Tatsache berücksichtigen, dass die Nebeneinkünfte eventuell auf den laufenden Rentenbezug angerechnet werden.

Insbesondere bei einer Einstufung in die Steuerklasse 6 könnte es deshalb sehr oft passieren, dass sich eine Arbeitsaufnahme finanziell kaum lohnt. Hier sollte jeder Rentner die Vor- und Nachteile genau abwägen und erst dann eine Entscheidung treffen.

Wichtige Fragen rund um die Rentenbesteuerung

  • Die Rentenbesteuerung gilt sowohl für Renten aus einer betrieblichen Altersversorgung als natürlich auch für Renten, die aus der gesetzlichen Rentenversicherung stammen, sowie für private Renten.

Von der Neuregelung, die am 1.1.2005 in Kraft trat, sind grundsätzlich sämtliche Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung als auch aus den landwirtschaftlichen und berufsständischen Versorgungswerken betroffen.

Ebenfalls unterliegen der nachgelagerten Besteuerung alle Renten, die aus einer privaten, kapitalgedeckten Lebensversicherung stammen. Hierunter fällt zum Beispiel die Rürup Rente. Auch Waisenrenten und Witwenrenten sind von der Besteuerung betroffen.

Für jeden, der ab 2013 in Rente geht, werden mehr Steuern fällig. So müssen Rentner, die 2012 in Rente gegangen sind, 64% der Rentenbezüge versteuern. Diejenigen, die 2013 in Ruhestand gegangen sind, müssen 66% ihrer Rente versteuern.

  • Der Steuerprozentsatz, der bei Renteneintritt festgesetzt wurde, bleibt das restliche Leben lang konstant. Dieser Steuersatz markiert darüber hinaus die Steuerfreigrenze.

Bei Eintritt in den Rentenstand wird ein Steuerfreibetrag festgelegt. Dieser gilt ebenso wie der Steuerprozentsatz bis zum Tod und wird über den Todesfall hinaus auch für etwaige Hinterbliebene in Bezug auf Witwenrente oder Waisenrente angewandt.

Der Steuerfreibetrag wird anhand der prozentualen Entwicklung des Besteuerungsanteils einmalig festgelegt. Er beträgt zum Beispiel 50% für diejenigen, die im Jahr 2005 in Rente gegangen sind bzw. 36% für alle, die 2012 in Ruhestand gegangen sind.

Rentenbesteuerung Rechner

Hat man nun das Rentenalter erreicht, ist es besonders wichtig, sich genau zu informieren, wie viel Geld man monatlich zur Verfügung hat. Häufig muss gerade in diesem Bereich genau gerechnet werden und jeder Euro ist wichtig. Es ist am besten, sich direkt bei Eintritt der Rente einen genauen Überblick zu verschaffen, denn so gibt es später keine bösen Überraschungen.

Wer als Rentner plant, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, um sein monatliches Einkommen ein wenig aufzubessern, sollte sich ein genaues Bild verschaffen, welche Besteuerung anfällt und wie hoch das Nebeneinkommen sein darf.

Der Rentenbesteuerung Rechner ist hier sehr hilfreich. Schließlich ist es unter Umständen überlebenswichtig zu erfahren, welche Summen von der Rente nach Abzug der Steuern zur Verfügung stehen und welche Beträge hinzuverdient werden können.

Liegen diese über der Minijob-Grenze von 400 oder 450 Euro, kann es natürlich sein, dass sie in die Besteuerung der Rente mit hineingezogen werden und es ist eventuell gar nicht lohnenswert, die Beschäftigung in dem Umfang überhaupt auszuüben.

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Rechenbeispiele für die Rentenberechnung

Aufgrund des Alterseinkünftegesetzes liegt der Besteuerungsanteil für die Altersrente bei 50 Prozent. Der Rentner bezieht ausschließlich eine gesetzliche Rente in Höhe von 12.500 Euro im Jahr. Damit sind für die Steuererhebung 6.250 Euro relevant. Für das Steuerjahr 2015 liegt dieser Betrag unterhalb des Grundfreibetrags. Das Ergebnis: Der steuerpflichtige Rentner muss keine Einkommenssteuer an den Fiskus abführen.

In diesem Szenario bezieht der steuerpflichtige Rentner sowohl Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung und einer privat abgeschlossenen Rürup-Rente. Zusammen ergeben beide eine Summe von 18.100 Euro. Für 2014 lag der Rentenfreibetrag bei 32 Prozent. Auf den Rentner angewandt, ergibt sich somit ein steuerrelevantes Einkommen von 12.308 Euro. In diesem Fall ist das Einkommen zwar steuerpflichtig. Allerdings kann die Besteuerung durch Sonderausgaben – etwa für die Krankenversicherung für Rentner o. Ä. in ihrer Höhe vermindert werden.

Hier werden 12.000 Euro Rente (seit 2005, keine Frühverrentung) und 6.600 Euro Arbeitslohn bezogen. Letzterer wird um Arbeitnehmerpauschbetrag und Werbungskosten vermindert, es bleiben 4.800 Euro übrig. Insgesamt liegt das steuerrelevante Einkommen bei 10.800 Euro – und damit über dem Grundfreibetrag.

Einzelnachweise


Deutsche Rentenversicherung: Rentenbesteuerung 


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