Die wichtigsten Fakten

  • Seit 2005 wird die Rente in Deutschland versteuert.
  • Auch Ruheständler haben Anspruch auf den Grundfreibetrag in Höhe von 8.820 Euro pro Person.
  • Die Altersbezüge müssen nicht vollständig versteuert werden, 2017 unterliegen 74% der Steuerpflicht.
  • Zu viel gezahlte Abgaben können bis zu vier Jahre zurückgefordert werden.
  • Zusätzliche Einnahmen, z.B. aus Kapitaleinkünften, vermindern den Grundfreibetrag.

Rentner-Steuerfreibetrag

Steuerfreibetrag für Rentner: Höhe und zusätzliche Einkünfte

Auch Rentner haben Anspruch auf den Grundfreibetrag. 2017 liegt der Freibetrag mit 8.820 Euro deutlich höher als noch 2016 mit 8.652 Euro pro Person.

Die Besonderheit ist, dass die Altersbezüge allerdings nicht vollständig für die Besteuerung herangezogen werden müssen. Wer 2017 in Rente geht, für den werden 74% der Rente veranschlagt.

Für das Jahr 2014 waren 68% der Rente steuerpflichtig. 2015 mussten Rentner 70% ihrer Altersbezüge versteuern. Im Jahr 2016 sind es schon 72% der Rente, die steuerlich veranschlagt werden.

Wie man erkennen kann, steigt der Teil der Altersbezüge, die der Steuerpflicht unterliegen, sukzessive an. Dieser Prozess wird sich noch bis zum Jahr 2040 fortsetzen: Dann wird die Rente zu 100 Prozent versteuert. In diesem Moment kann nur noch der Grundfreibetrag als Steuerfreibetrag genutzt werden.

  • Viele Rentner machen Fehler beim anteiligen Versteuern ihrer Altersbezüge. Anfangs führten viele von ihnen zu wenig Abgaben ab und mussten hohe Nachzahlungen leisten. Inzwischen zahlen viele Ruheständler allerdings zu hohe Steuern, weil sie ihre Altersbezüge schon jetzt zu 100 Prozent versteuern.

Die Ruheständler sollten ihre Einkommensteuererklärung deshalb genau kontrollieren. Bis zu vier Jahren können zu viel gezahlte Abgaben zurückgefordert werden. Allerdings kann der Fiskus über diesen Zeitraum auch Nachzahlungen verlangen.

Viele Ruheständler verbuchen auch noch zusätzliche Einnahmen, weil sie beispielsweise Wohnräume vermieten, Kapitaleinkünfte haben oder noch arbeiten gehen.

Mit Ausnahme der Einnahmen aus Minijobs oder der Einkünfte, die direkt der Abgeltungssteuer unterliegen, vermindern diese Gelder den Grundfreibetrag direkt.

Bevor die Altersbezüge überhaupt herangezogen werden können, werden erst einmal die zusätzlichen Einkünfte vom Steuerfreibetrag abgezogen. Anschließend wird dieser um den zu versteuernden Teil der Altersbezüge reduziert.

  • Zusätzliche Einkünfte führen also dazu, dass entweder die Wahrscheinlichkeit steigt, überhaupt Steuern zahlen zu müssen, oder sich die Höhe der zu entrichtenden Abgaben steigert.

Es ist deshalb ratsam, den Taschenrechner zu zücken und genau nachzurechnen, ob sich die zusätzlichen Einkünfte auf Sicht rentieren.

Es darf nämlich vergessen werden, dass jedes Jahr ein größerer Anteil der Rente versteuert werden muss. Zusätzliche Einkünfte werden damit auch in jedem Jahr teurer.

Häufig gestellte Fragen

Grundsätzlich unterliegt auch ein Rentner in Deutschland der Einkommenssteuerpflicht. Ob eine Steuererklärung abzugeben ist, richtet sich nach der Rentenhöhe. Wie viel Rente versteuert werden muss, wird durch den Renteneintritt beeinflusst.

Der Rentenfreibetrag wird über die Jahre bis 2040 abgeschmolzen. Geht ein Beschäftigter 2016 in Rente, müssen bereits 72% der Rente versteuert werden – und zwar ein Leben lang. 2017 liegt die Steuerpflicht bei bereits 74%.

Wer eine Altersrente bezieht, bezahlt keine Lohnsteuer. Insofern ist an dieser Stelle auch keine Beantragung von Freibeträgen erforderlich. Ausnahme: Der Rentner geht weiterhin einer Beschäftigung nach.

Abseits dieser Situation unterliegen auch Rentner dem geltenden Grundfreibetrag, der nicht beantragt werden muss. Der sogenannte Rentenfreibetrag – also der steuerfreie Anteil der Rentenbezüge – richtet sich nach dem Renteneintrittsalter. Dieser wird zum Renteneintritt festgelegt und bleibt lebenslang erhalten.

In Deutschland wurde 2005 die Besteuerung von Altersrenten reformiert (nachgelagerte Besteuerung). Ab 2040 unterliegen diese zu 100 Prozent der Einkommenssteuerbemessung. Im Rahmen einer Übergangsfrist schuf der Gesetzgeber die Möglichkeit einer stückweisen Anhebung des steuerrelevanten Rententeils.

Die Folge: Jedes Jahr wird dieser um zwei Prozentpunkte angehoben. Auf der anderen Seite entsteht so der Steuerfreibetrag für Rentner. Entsprechend dem Jahr des Renteneintritts wird der steuerfreie Teil der Rente lebenslang festgeschrieben.

  • 2015 waren 30 Prozent der Rente steuerfrei. Erst wenn der steuerpflichtige Anteil den Grundfreibetrag übersteigt, ist eine Steuerzahlung fällig.

Konkret bedeutet dies für 2015, das für Renten bis etwa 12.100 Euro (ohne Berücksichtigung von Freibeträgen und steuermindernden Faktoren) keine Einkommenssteuer zu zahlen ist.

Einzelnachweise


  1. Deutsche Rentenversicherung: Rentenbesteuerung 
  2. Bundesministerium der Finanzen: Rentenbesteuerung. Eine Frage der Gerechtigkeit

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