Junge Frau trauert auf Friedhof

Der Steuerklasse wird im Leben der meisten Steuerbürger mehr Bedeutung beigemessen als ihr wirklich zusteht. Grundsätzlich ist sie sowieso nur für Ehepaare oder eingetragene Lebensgemeinschaften frei wählbar.

Und zwar deshalb, weil diese Partnerschaften durch die grundgesetzlich gebotene Förderung der Ehe steuerliche Vorteile erhalten sollen.

Damit setzt der Staat in der Praxis diese Festlegung des Grundgesetzes um. Neuerdings nicht nur für Ehepaare, sondern auch für eingetragene Lebensgemeinschaften

Verheiratete/eingetragene Lebensgemeinschaften - Steuervorteile

Wer als verheirateter oder in eingetragener Partnerschaft lebender Mensch die richtige Steuerklassenkombination gewählt hat, kann während des Jahres eine wesentlich geringere Steuerlast erreichen. Und zwar dann, wenn das Einkommen der beiden Partner sich um mindestens 20 % unterscheidet.

Wenn die Einkommensunterschiede 40/60 % oder größer sind, sollte derjenige mit dem höheren Einkommen die Steuerklasse 3 wählen. Er hat dann im Monat mehr netto zur Verfügung. Allerdings wird am Jahresende das gesamte Einkommen zusammengerechnet und darauf die Steuer ermittelt.

Todesfall des Partners - Wann Steuerklassenwechsel vollziehen?

Der Tod eines Ehepartners ist per se eine seelische, familiäre und leider auch finanzielle Belastung.

Um dies ein wenig abzumildern, hat der Gesetzgeber festgelegt, dass eine günstigere Steuerklassenkombination, wenn diese bereits beim Tod des Partners besteht, im laufenden Steuerjahr fortgeführt werden darf.

Anschließend wird noch ein Gnadenjahr hinzugefügt, bei dem der verbleibende Partner ebenfalls dieses Privileg nutzen darf. Der Hinterbliebene sollte jedoch keinesfalls vergessen, noch vor Ablauf des Gnadenjahres seine Steuerklasse ändern zu lassen.

Wenn er dieses vergisst, wird das Finanzamt mit ziemlicher Sicherheit auf ihn zukommen, damit er in den folgenden Jahren eine Steuererklärung abgibt. Und diese kann dann durchaus mit erheblichen Steuernachzahlungen enden.

Die Frist zum Wechsel der Steuerklasse im Todesfall des Partners

Dabei sollte bedacht werden, dass der Steuerklassenwechsel nur einmal im laufenden Jahr bis zum 30.November eines jeden Jahres möglich ist. Ausnahme ist eine eventuelle neue Hochzeit, bei der dann ein Wechsel in die für die neue Ehe empfehlenswerte Steuerklasse möglich ist.

  • Wer sich darüber nicht genauestens im Klaren ist, sollte sich nicht scheuen, einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein aufzusuchen. Das kostet zwar zunächst einmal Geld, schützt aber mit ziemlicher Sicherheit vor späteren Überraschungen.

Das Gnadenjahr, das der Staat gewährt, hat neben dem geldwerten Vorteil noch den Vorzug, dass die steuerlichen Belange, um die sich der Hinterbliebene kümmern muss, ein Jahr warten können.

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