Ehepaar küsst sich

Eine Hochzeit ist immer ein einschneidendes Erlebnis im Leben zweier Menschen.

Das betrifft nicht nur die allgemeinen Lebensumstände dieser Personen, sondern ihre gesamte Lebensplanung, Familienplanung und, ja auch, die Finanzplanung.

Der Splittingtarif

Denn die staatlich sanktionierte Verbindung zweier Menschen wird steuerlich gefördert. Durch den sogenannten Splittingtarif. Der Splittingtarif ist zwar immer wieder mal umstritten, noch gilt er aber. Gefördert wird diese finanzielle Unterstützung des Staates für Ehepaare (neuerdings auch für eingetragene Lebenspartnerschaften) durch die Einteilung in Steuerklassen.

Singles erhalten die Steuerklasse 1 oder 2, abhängig davon, ob mindestens ein Kind vorhanden ist oder nicht. In diesen Steuerklassen ist die monatliche Besteuerung am höchsten (abgesehen einmal von der Lohnsteuerklasse 6 für ein Zweiteinkommen).

Wann kann man von den besseren Steuerklassen bei Heirat profitieren?

Lebt ein Paar zusammen und hat geheiratet oder seine Partnerschaft eintragen lassen, hat es die Möglichkeit, bereits im Jahr der Hochzeit in die Steuerklassenkombination 3/5 oder 4/4 zu wechseln. So ein Steuerklassenwechsel ist generell einmal im Jahr möglich.

Die andere Möglichkeit ist, im Jahr der Hochzeit die bisherigen Steuerklassen 1 oder 2 beizubehalten und eine getrennte Veranlagung bei der Einkommensteuererklärung durchzuführen. Dies kann dann sinnvoll sein, wenn wegen unterschiedlicher Einkommen oder anderer steuerlicher Gründe eine getrennte Veranlagung zweckmäßig erscheint.

Die Zusammenveranlagung von Ehepaaren

Im Allgemeinen ist die Zusammenveranlagung von Ehepaaren jedoch für diese von Vorteil, da hier der Splittingtarif gilt. Der steuerliche Vorteil einer Hochzeit besteht also darin, dass auf Wunsch des Paares der Splittingtarif bereits im Jahr der Hochzeit angewendet werden kann.

Steuerklasse 3/5 oder 4/4, was ist wann zu empfehlen?

Ob die Steuerklassenkombination 3/5 oder 4/4 die beste für das Paar ist, sollte am zweckmäßigsten mit einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beraten werden. Ganz grob kann veranschlagt werden, dass bei ab einem Einkommensunterschied der Eheleute von 60/40 % sich die Kombination 3/5 lohnt.

Erst ab dieser Grenze wirkt sich der Splittingtarif praktisch aus. Der Vorteil dieser Kombination für die Eheleute ist, dass derjenige mit dem höheren Einkommen die Lohnsteuerklasse 3 erhält und somit weniger Steuern auf das Einkommen zahlen muss.

Dafür muss derjenige mit dem geringeren Einkommen prozentual umso mehr Steuern zahlen. In der Summe werden jedoch monatlich geringere Steuern fällig. Allerdings wird dies am Jahresende bei der Einkommensteuererklärung ausgeglichen.

Das könnte Sie auch interessieren