Taschenrechner und Münzen

Die Mehrwertsteuer ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des deutschen Staates.

Die Lohnsteuer bringt dem Staat am meisten Geld, unmittelbar gefolgt von der Umsatzsteuer.

Da diese Steuerart so immens wichtig ist für die Finanzierung der Aufgaben des Staates, achten die Finanzämter insbesondere darauf, dass diese korrekt eingezogen wird.

Wobei eingezogen werden nicht ganz die richtige Formulierung ist. Jeder Unternehmer (und nur diese müssen die Umsatzsteuer abführen) muss die von ihm zu entrichtende Umsatzsteuer selbst ermitteln und selbst an das Finanzamt abführen.

Die Entwicklung des Mehrwertsteuersatzes seit 1968

Die Mehrwertsteuer wurde von Carl Friedrich von Siemens erfunden, man glaubt es kaum. Die Mehrwertsteuer hat sich im Laufe der Jahrzehnte stetig erhöht.

Sie betrug in Deutschland:

  • 1968 10 %, der ermäßigte Steuersatz 5 %
  • Im selben Jahr wurde sie bereits auf 11 % angehoben, ermäßigt 5,5 %
  • Ab Januar 1978 galt für anderthalb Jahre 12 %, ermäßigt 6 %
  • Von Juni 1979 an galt 13 %, ermäßigt 6,5 %
  • So ging das in Schritten von einem Prozent weiter, bis seit 2007 19 % gelten. Der ermäßigte Steuersatz hingegen ist bei 7 % geblieben.

Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz sorgt für Verwirrung

Der ermäßigte Steuersatz sorgt regelmäßig immer wieder für Verwirrung. So richtig blickt kaum jemand durch, für welche Waren dieser Steuersatz gilt. Im Allgemeinen gilt er für alle Lebensmittel, also Butter, Salz oder Brot.

Aber auch für Bücher und Blumen. Damit soll erreicht werden, dass diese Waren nicht so stark besteuert werden. Das ist an sich aber ein Widerspruch. Denn beispielsweise gehören Babywindeln nicht zu den Waren mit dem ermäßigten Steuersatz, Tierfutter hingegen schon.

Es gab auch mehrfach Bestrebungen, die Liste der Waren mit dem ermäßigten Steuersatz grundlegend zu überarbeiten. Leider kam es bis heute nicht zu dieser grundlegenden Überarbeitung.

Die Mehrwertsteuer ist nicht EU einheitlich

In Europa, wo so vieles durch Verordnungen von Brüssel aus vereinheitlicht worden ist (man denke an die EU-Norm für grüne Gurken), hat es der Mehrwertsteuersatz leider noch nicht geschafft.

In so ziemlich jedem EU-Land gibt es eine andere Mehrwertsteuer. In Dänemark sind das zum Beispiel 25 %. In der Schweiz (kein EU-Land) beträgt der Mehrwertsteuersatz 15 %. Der Staat kann sich das sicherlich dort leisten.

Diese unterschiedlichen Steuersätze in Europa führen zwangsläufig zu unterschiedlichem Lebensstandard in den einzelnen Ländern. Denn der Mehrwertsteuersatz trifft vor allem die Bürger mit niedrigem Einkommen.

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