Steuerschulden Zinsen

Wer Steuerschulden aufgehäuft hat, ist arm dran. Im doppelten Sinne.

Zum einen hat er möglicherweise kein Geld, die Schulden zu bezahlen, zum anderen wird er durch die Zinsen auf diese Steuerschulden zusätzlich belastet.

Bevor Zinsen berechnet werden dürfen, muss das Vorhandensein der Steuerschuld rechtsfest belegt sein. Wobei Zinsen überhaupt erst dann anfallen, wenn rechtsfest das Vorhandensein einer Steuerschuld festgestellt wurde.

Dabei ist es für das Finanzamt unerheblich, ob der Schuldner für die Entstehung der Steuerschuld selbst verantwortlich ist oder nicht.

Der Zinsbescheid als Grundlage für die Steuern auf Steuerschulden

Gerät ein Bundesbürger bei seiner Steuerpflicht in Verzug, wird das Finanzamt auf so eintretende Steuerschulden stets mit einem Zinsbescheid reagieren.

Seit Jahren wird die Steuerschuld im Zuge der Erstellung des Zinsbescheides mit bundeseinheitlich 6 % Zinsen verlangt. Diese 6% Zinsen werden jedoch erst ab einer Wartezeit von 15 Monaten erhoben. Die 15 Monate sind also zinsfrei.

Problematisch wird die Steuerschuld jedoch nicht durch die Tatsache selbst, dass auf Steuerschulden Zinsen erhoben werden. Das ist überall so, bei jeder Bank, bei jedem Kredit. Vielmehr sind es die gleich bleibenden Zinsen, die so manchem Bundesbürger bitter aufstoßen.

Weltweit sind die Zinsen gefallen, doch das Finanzamt berechnet noch 6%

Denn die weltweiten Zinsen sind in den letzten Jahren drastisch gesunken, sie liegen teilweise unter einem Prozent. Das deutsche Finanzamt erhebt jedoch nach wie vor auf die Steuerschuld der deutschen Bürger einheitlich 6% Zinsen.

Weshalb das deutsche Finanzamt trotz weltweit sinkender Zinssätze nach wie vor bei den 6 % Zinsforderungen bleibt, ist nicht nachvollziehbar. Es gibt allerdings ein Urteil des Bundesfinanzhofes aus 2010, das die Höhe dieses Zinssatzes bestätigt. Ein neueres Urteil ist jedoch in Arbeit.

Einspruch einlegen gegen die Zinsfestsetzung

Ein Paar ist unzufrieden mit seinem Zinssatz

Aus eben diesem Grund sollte ein Betroffener gegen eine solche Zinsfestsetzung im Zuge des Zinsbescheides auf jeden Fall Einspruch einlegen und das Ruhen des Verfahrens beantragen, um von einem eventuell später ergehenden Urteil zu profitieren.

Denn sollte sich ein erneutes Urteil dahingehend äußern, dass der aktuelle Zinssatz bei Steuerschulden nicht korrekt ist, kann ein Betroffener anhand dieses Urteils die Zinsfestlegung anfechten.

Auch für Guthaben beim Finanzamt gilt diese Regelung

Es ist leider für Steuerschuldner nicht tröstlich, dass die gleiche Regelung bezüglich der Zinsen sowohl für Schulden als auch für Guthaben gilt.

Denn wer vom Finanzamt Geld bekommt und dieses verspätet erhält, bekommt auf diese Summe ebenfalls 6 %, ebenso nach 15 Monaten.

Die Höhe von 6 % Zinsen kommt dadurch zustande, dass das Finanzamt für jeden Monat 0,5 % der Steuerschuld als Zinsen ansetzt.

Zinsen können über den Rechtsweg eingetrieben werden

Im Übrigen sollte jeder Steuerschuldner daran denken, dass sowohl die Steuerschuld selbst als auch die Zinsen vom Finanzamt auf dem Rechtsweg eingetrieben werden können.

Wer also seine Steuerschulden selbst nach Zustellung des amtlichen Zinsbescheides nicht umgehend und vollständig begleicht, muss damit rechnen, dass die offene Schuld durch einen Gerichtsvollzieher womöglich gepfändet werden könnte.

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