Personen, die eine Steuererklärung abgeben, müssen entweder Steuern nachzahlen oder erhalten eine Steuerrückerstattung. Nur wenige Steuerpflichtige müssen eine Steuernachzahlung vom Finanzamt befürchten. Wenn es zu einer Steuernachzahlung kommt, wurden im vergangenen Abrechnungszeitraum zu wenige Steuern an das Finanzamt abgeführt.


Gründe für eine Steuernachzahlung

Steuernachzahlung

Von der Steuer-Abgabepflicht werden nur die Personengruppen befreit, die unter keinen Umständen zu wenig Steuern bezahlen würden. Jeder, der zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, kann durch den Steuerbescheid aufgefordert werden, Steuern nachzuzahlen. Es gibt einige Personengruppen, bei denen das Risiko hoch ist, zu einer Steuernachzahlung aufgefordert zu werden.

RisikogruppenBeschreibungBeispiele
mehrere Einkunftsartenzusätzlich zum Arbeitslohn noch weitere Einkünftezusätzliche Einkünfte überschreiten im Jahr einen Wert von 410 Euro (zum Beispiel Bezug einer Rente, Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung)
Wahl der Steuerklassen 3 und 5verheiratete Menschen mit Steuerklasse 3 und 5, wenn ein Partner nicht mindestens 60 Prozent des Gesamteinkommens verdientder Lohn jedes Beschäftigten wird vom Unternehmen ohne Berücksichtigung des Partners versteuert
Steuerklasse 4 mit Faktorverfahrenverheiratete Menschen mit Steuerklasse 4 und Faktorzur annähernd korrekten Ermittlung der Lohnsteuer wählt das Finanzamt einen Faktor, der kleiner als 1 ist und 3 Nachkommastellen besitzt; aufgrund von Runden oder Änderungen im Jahr ist keine korrekte Besteuerung gegeben
Nutzung von Freibeträgenim Vorfeld wurde ein Freibetrag vom Finanzamt auf die Lohnsteuerkarte eingetragen; Änderung vieler Einflüsse im Jahr sind möglichFreibetrag richtet sich meist nach den Fahrtkosten zur Arbeit oder den Kinderbetreuungskosten
mehrere Arbeitgeberbetroffen sind hauptsächlich Selbstständige und Arbeitnehmer, die bei mehreren Arbeitgebern arbeitenbei mehreren Arbeitgebern und bei Selbstständigen ist keine korrekte Berechnung der Steuerschuld im Vorfeld möglich

Steuernachzahlung durch den Progressionsvorbehalt

Durch den Bezug eigentlich steuerfreier Leistungen steigt das Gesamteinkommen des Haushalts, sodass ein höherer Steuersatz angewendet werden muss. Durch diesen Progressionsvorhalt müssen dann mehr Steuern gezahlt werden.

  • In Deutschland ist der Bezug von Sozialleistungen nicht steuerpflichtig. Dabei ist beispielsweise im Einkommenssteuergesetz geregelt, dass die Erträge aus Kranken-, Arbeitslosen- und Elterngeld nicht versteuert werden müssen. In der Praxis sieht es allerdings so aus, dass Sozialleistungen durch die Progression häufig indirekt versteuert werden.

Maßnahmen bei einer Forderung zur Steuernachzahlung

Für viele Betroffene kommt eine Steuernachzahlung unerwartet, sodass sogar die Existenz bedroht sein kann. Erst einmal sollten die Betroffenen Ruhe bewahren, aber dennoch schnell handeln. Maßnahmen sind unter anderem:

  • Überprüfung der Forderung durch einen Steuerberater
  • Sicherstellung der Finanzierung (auch bei fehlerhaftem Bescheid muss erst einmal nachgezahlt werden)
  • pünktliche Zahlung (ansonsten Nachzahlungszinsen)
  • Fristen beachten (für Nachzahlung und Einspruch gibt es eine Frist von einem Monat).

Einzelnachweise

Lechner, Richard: Im Ring mit dem Finanzamt: Erfolgsstrategien für Steuerpflichtige »
Stölzel, Norbert: Das Kleine Steuerhandbuch: Kursbuch durch den bürokratischen Dschungel für Existenzgründer und Unternehmer »
Dittmann, Willi / Geckle, Gerhard / Haderer, Dieter / Happe, Rüdiger: Steuer 2010 für Arbeitnehmer, Beamte und Kapitalanleger »
Schneeloch, Dieter / Meyering, Stephan / Patek, Guido: Betriebswirtschaftliche Steuerlehre Band 1: Grundlagen der Besteuerung, Ertragssteuern »
Plenker, Jürgen: Steuerhandbuch für das Lohnbüro 2017 »
Christoffel, Hans Günter / Geiß, Wolfgang: Einkommen-Steuererklärung 2009/2010 »


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