In Deutschland haben Personen, die entweder ganz blind oder auch stark sehbehindert sind, ein Anrecht auf sogenanntes Blindengeld. Durch diese staatliche Leistung will der Gesetzgeber dazu beitragen, die finanziellen Mehrbelastungen der Betroffenen aufzufangen.

Mehrkosten entstehen hauptsächlich durch notwendige Hilfsmittel, Haushaltshilfen, Vorlesedienste oder Ähnliches. Rechtliche Grundlage für das Blindengeld bildet § 72 Zwölftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII).

Blindengeld beantragen

Um Blindengald beantragen zu können, müssen zunächst verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Als antragsberechtigt gelten vor allem Personen, die blind sind:

(showmore: start height: 300px)

  • seit ihrer Geburt
  • als Folge einer Erkrankung
  • infolge eines Unfalls

Selbstverständlich erwarten die zuständigen Behörden einen Nachweis der Blindheit, etwa durch einen entsprechenden Vermerk im Schwerbehindertenausweis des Antragstellers. Wo genau der Antrag auf diese Leistung eingereicht werden muss, ist unterschiedlich. Jedes Bundesland hat eine eigene, zuständige Stelle. In Bayern muss er beispielsweise an das "Zentrum Bayern Familie und Soziales" geschickt werden, in anderen Bundesländern ist das "Inklusionsamt" oder das "Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung" zuständig.

  • Wer als Blinder oder Sehbehinderter mit Anspruch auf Blindengeld seinen Wohnsitz ins EU-Ausland verlegt, kann unter Umständen weiterhin Blindengeld beantragen. Verlässt man den EU-Raum, gehen die Ansprüche verloren.

Alle wichtigen Informationen sowie weiterführende Hilfe für die Beantragung dieser oder ähnlicher Leistungen erhält man beim DBSV (Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.) oder bei entsprechenden Institutionen (Blindenvereine, Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen) in den einzelnen Bundesländern.

(showmore: end)

Blindengeld - ab wann wird es gezahlt?

(showmore: start height: 150px)

Wer Anrecht auf die staatliche Leistung hat, sollte es so früh wie möglich beantragen, denn die Bundesländer zahlen es erst ab dem Monat des Antrags. Eine rückwirkende Zahlung des Blindengeldes ist also nicht vorgesehen und wird normalerweise abgelehnt. Überhaupt kein Blindengeld erhalten Personen, die Leistungen nach dem Bundesversorgungsgesetz oder aus einer gesetzlichen Unfallversicherung erhalten.

(showmore: end)

Die Höhe des Blindengeldes

(showmore: start height: 150px)

Wie viel Geld man als Betroffener erhält, ist hauptsächlich davon abhängig, in welchem Bundesland man lebt. Diese staatliche Leistung liegt nämlich in den Händen der einzelnen Bundesländer. Dadurch unterschiedet sich die Höhe in Abhängigkeit vom Wohnort. Während man in Schleswig-Holstein nur 300 € erhält, liegt der Betrag in Bayern bei 610 € (Stand 2018). Zudem spiel das Alter sowie die physische Verfassung eine Rolle. Es gibt unterschiedliche Höhen für Minderjährige bzw. Erwachsene, für Pflegebedürftige und Heimbewohner.

(showmore: end)

Ist Blindengeld steuerfrei?

(showmore: start height: 150px)

Wer Blindengeld erhält, erhält diese staatliche Leistung steuerfrei, das bedeutet, dass es als Ausgleichszahlung für Mehrkosten einkommensunabhängig gezahlt wird. Erhält man hingegen noch weitere Leistungen, etwa aus der Pflegeversicherung oder ist in einer durch den träger der Pflegeversicherung betriebenen Unterkunft untergebracht, dann wird die Höhe des Blindengeldes unter Umständen gekürzt.

(showmore: end)


Quellen

Zwölftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII) § 72 »
Röger, Bernd: Finanzielle Hilfen für Menschen mit Behinderung: Zuschüsse, Vergünstigungen, Steuervorteile, Sonderrechte am Arbeitsplatz »


Wir finden eine Lösung für dein Problem

Frag uns im Chat!

(Facebook Messenger)

Jetzt starten

Haftungsausschluss: Wir übernehmen, trotz sorgfältiger Prüfung, keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der hier dargestellten Informationen. Es werden keine Leistungen übernommen, die gemäß StBerG und RBerG Berufsträgern vorbehalten sind.