Gender Pay Gap und Frauenquote

Ein Artikel von Dr. Kathrin Borgs

Der Begriff "Gender Pay Gap" bezeichnet die geschlechtsspezifische Differenz bezogen auf Einkommen. Bisherige Bemühungen, die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern zu regulieren bzw. zu minimieren, reichen nicht aus, denn noch immer verdienen Frauen knapp 20 prozent weniger in der Stunde als Männer.

Immer wieder wird deshalb die Frauenquote herangezogen.Was hat sie seit Einführung am 01.01.2016 hierzulande bewirkt?

Gender Pay Gap 2021

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Durchschnittlicher Brutto-Stundenlohn für Frauen 2021

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Unbereinigter Gender Pay Gap

Der allgemeine Vergleich der durchschnittlichen Einkommen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ist der unbereinigte Gender Pay Gap. Hierbei werden auch Verdienstunterschiede mit einberechnet, die durch unterschiedliche Karrierestufen oder unterschiedliche Berufe hervorgerufen werden.

Bereinigter Gender Pay Gap

Der bereinigte Gender Pay Gap gibt den Unterschied zwischen den Einkommen von Frauen und Männern an, die vergleichbare Erwerbsbiografien, Qualifikationen und Tätigkeiten haben.
Strukturbedingte Faktoren werden hier weitestgehend nicht berücksichtigt.

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Frauenquote

Am 01. Januar 2016 wurde in Deutschland per Gesetz die erste sogenannte Frauenquote bzw. Geschlechterquote eingeführt: Aufsichtsräte von paritätisch mitbestimmten sowie börsennotierten Unternehmen müssen seither verbindlich eine Geschlechterquote von 30 Prozent aufweisen.

Dieser Regelung unterliegen rund 100 Unternehmen bundesweit. Realisiert werden soll die Quote bei Neubesetzungen von Posten im Aufsichtsrat. In der Praxis bedeutet diese Regelung, dass frei werdende Posten solange mit Frauen besetzt werden müssen, bis die 30-Prozent-Quote im Aufsichtsrat erreicht worden ist. Ist das nicht möglich, folgt der "leere Stuhl": der Posten bleibt unbesetzt.

Als Hinweis für die Wirksamkeit dieser Regelung wird herangezogen, dass im Jahr 2020 beinahe 36 Prozent der in Frage kommenden Unternehmen ihre Aufsichtsräte verstärkt mit Frauen besetzen konnten, währenddessen dies in anderen Unternehmensgruppen nicht gelang.

Im Jahr 2021 lag die Frauenquote in Vorständen der größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland bei ca. 36 Prozent. Die Frauenquote bei DAX-40-Unternehmen ist dagegen mit 17,5 Prozent deutlich geringer. In den Vorständen von DAX-Unternehmen liegt die Quote bei knapp 35 Prozent.

Frauen in der Politik

Der Frauenanteil im Bundestag beträgt in der gegenwärtigen Wahlperiode, die voraussichtlich bis 2025 läuft, 34,9 Prozent.

Ein Blick auf die Parteien zeigt allerdings eine deutliche Verschiebung der mächtigen Frauen: Während die CDU 2019 mit Angela Merkel die Bundeskanzlerin, mit Annegret Kramp-Karrenbauer die Verteidigungsministerin und mit Ursula von der Leyen die EU-Kommissionspräsidentin stellte, gestaltet sich das Bild 2022 deutlich anders:

Der Partei- und Fraktionsvorsitzende der CDU ist ein Mann (Friedrich Merz) und es gibt keine Ministerpräsidentin, die von der CDU gestellt wird. Aus diesem Grund werden auch CDU-intern die Rufe nach einer Frauenquote wieder lauter, prominent vertreten durch den Generalsekretär Mario Czaja, während sich der Partei- und Fraktionsvorsitzende Merz bedeckt hält. Im Bundestag hat die CDU/CSU eine Frauenquote von 23,4 Prozent. Ähnlich sieht es bei der FDP mit 23,9 Prozent aus.

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Stärker aufgestellt ist derzeit die SPD. Berlin wird regiert von Franziska Giffey, Manuela Schwesig ist die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern und Malu Dreyer die von Rheinland-Pfalz. Auch im Bundestag weist die SPD mit 41,7 eine vergleichsweise hohe Quote von Frauen auf.

Die Grünen haben mit Anna-Lena Baerbock das prominente Amt der Außenministerin besetzt und können für den Bundestag einen Frauenanteil von 59,3 Prozent aufweisen.

Einzelnachweise und Quellen


  1. Destatis: Gender Pay Gap 2021 »
  2. Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend: Auf dem Weg zur Entgeltgleichheit von Frauen und Männern. Daten, Ursachen, Maßnahmen »
  3. Antidiskriminierungsstelle des Bundes: Lohnlücke bereinigt & unbereinigt »
  4. Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend: Gesetz für mehr Frauen in Führungspositionen tritt in Kraft »
  5. Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend: Mehr Frauen in Führungspositionen in der Privatwirtschaft »
  6. Statista: Statistiken zur Frauenquote »
  7. SZ: Frauen in der CDU: Ein neues Symbolbild »
  8. Grüne im Bundestag: Abgeordnete »

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