Ehegattensplitting in der Homo Ehe?

Ehegattensplitting in der Homo EheSeit der Einführung der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft im Jahre 2002 wünschen sich viele homosexuelle oder lesbische Paare, dass sie nicht nur im Alltag, sondern auch in steuerrechtlichen Belangen keinerlei Nachteile gegenüber den heterosexuellen Paaren haben.

In der Praxis sieht dies jedoch oftmals anders aus. So gibt es immer wieder Klagen von betroffenen Paaren, dass ihnen das Ehegattensplittung und damit auch die Wahl der Steuerklassenkombination 3 und 5 verwehrt bleibt.

Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht

Auch das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe musste sich bereits mehrfach mit dem Ehegattensplitting für gleichgeschlechtliche Paare befassen.

In den allermeisten Fällen gab es den betroffenen Paaren Recht, betonte jedoch gleichzeitig, dass die Ehe und die Familie immer Vorrang haben und unter dem besonderen Schutz des Staates stehen.

Eine einheitliche Regelung zum Ehegattensplitting für homosexuelle Paare konnte deshalb bis heute noch nicht getroffen werden. Sie wird jedoch für den Sommer 2013 erwartet.

Befürworter und Gegner

Die formelle Gleichstellung homosexueller und lesbischer Paare sowie das Ehegattensplitting sind zwei Themen, die bereits seit längerer Zeit kontrovers diskutiert werden.

Obwohl die Gegner einer Gleichstellung in erster Linie aus der CDU/CSU kommen, ist auch in diesen Parteien keine einheitliche Linie erkennbar.

In allen anderen Parteien dürfte die Zahl der Befürworter deutlich größer als die Zahl der Gegner einer formellen Gleichstellung sein.

Wie das Bundesverfassungsgericht entscheiden wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.

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Wann ist das Ehegattensplitting sinnvoll?

Ähnlich wie bei heterosexuellen Paaren gilt auch für homosexuelle Paare, dass ein Ehegattensplitting nicht in jedem Fall sinnvoll ist. Es wäre grundsätzlich nur dann zu empfehlen, wenn einer der beiden Partner deutlich mehr verdient als der andere oder wenn nur ein Partner berufstätig ist.

Immer dann, wenn beide Partner in etwa gleich viel verdienen, sollten sie bei der Steuerklassenkombination 4 / 4 oder 1 / 1 bleiben. Die letztgenannte Variante käme allerdings nur für homosexuelle Paare infrage.

Heterosexuelle Paare können sich nur zwischen der Steuerklassenkombination 4 / 4 und der Steuerklassenkombination 3 / 5 entscheiden.

Wer sich in der Steuerklasse 3 befindet, kann einen doppelt so hohen Grundfreibetrag wie in der Steuerklasse 4 geltend machen. Im Gegensatz dazu gibt es in der Steuerklasse 5 überhaupt keinen Grundfreibetrag. Lediglich der Arbeitnehmerpauschbetrag bleibt hier erhalten.

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