Das Geld, dass ein Arbeitnehmer am Tag der Auszahlung auf seinem Konto hat, nennt man Nettolohn. Es muss reichen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Löhne steigen in regelmäßigen Abständen in Form von Lohnerhöhungen. Allerdings steigen auch die Kosten für Nahrungsmittel, Strom, Heizung oder Benzin. Hier spielt der Begriff "Reallohn" eine wichtige Rolle, der das Gegenteil zum Nominallohn bildet.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Reallohn und Reallohnindex
  2. Reallohn und Nominallohn
  3. Reallohn berechnen
  4. Entwicklung des Reallohns in Deutschland

Unter dem Reallohn verstehen Finanzexperten das Entgelt für die vom Arbeitnehmer erbrachte Arbeit, unter Berücksichtigung der Inflation. Er ist sozusagen der Maßstab für Kaufkraft, die ein Lohn besitzt. Allerdings steigen auch die Kosten für Nahrungsmittel, Strom, Heizung oder Benzin.

Hier spielt der Begriff "Reallohn" eine wichtige Rolle, der das Gegenteil zum Nominallohn bildet. Unter dem Reallohn verstehen Finanzexperten das Entgelt für die vom Arbeitnehmer erbrachte Arbeit, unter Berücksichtigung der Inflation. Er ist sozusagen der Maßstab für Kaufkraft, die ein Lohn besitzt.


Reallohn und Reallohnindex

Die beiden Begriffe beschreiben im Grunde das gleiche, nämlich das zwischen dem sogenannten Nominallohn und dem herrschenden Preisniveau beziehungsweise dem Nominallohnindex und Preisindex bestehende Verhältnis.

Der folgende Vergleich verdeutlicht diesen Sachverhalt:

  • Reallohn = Verhältnis zwischen Nominallohn und Preisniveau
  • Reallohn = Verhältnis zwischen Nominallohnindex und Preisindex

Die Volkswirtschaftslehre will mit diesen Gegenüberstellungen zeigen, dass die realen Löhne in Deutschland zwar steigen, dabei aber von den ebenfalls steigenden Preisen abhängig sind. Auf Basis dieser Überlegungen lässt sich letztlich feststellen, wie viel jeder Euro des erarbeiteten Lohns tatsächlich wert ist.

Zur Berechnung des Reallohnindex gibt es eine Formel, die wie folgt lautet:

Nominallohnindex : Verbraucherpreisindex x 100 = Reallohnindex

Reallohn und Nominallohn

Wie sich Reallohn und Nominallohn zueinander verhalten, lässt sich anhand eines einfachen Beispiels erklären. Die Preise für Wirtschaftsgüter werden beständig teurer. Auch der Nominallohn (also der Lohn ohne einbezogene Inflationsrate) steigt in regelmäßigen Abständen.

Steigt der Nominallohn schneller, als es die Güterpreise tun, dann steigt auch der Reallohn. Steigen hingegen die Güterpreise schneller, als der Nominallohn, dann sinkt der Reallohn.

Reallohn berechnen

Auch für den Reallohn (R) wurde eine Berechnungsformel entwickelt. Sie enthält als Bestandteile den sogenannten Lohnsatz (W) sowie das Preisniveau (P), also dem durchschnittlichen Preis von Gütern (auch Inflationsrate genannt).

Die Formel sieht dann folgendermaßen aus:

W (Lohnsatz) : P (Preisniveau) = R (Reallohn)

Eine Beispielrechnung zeigt, wie diese Berechnung funktioniert. Nimmt man an, ein Arbeitnehmer hat im Jahr 2015 einen Stundenlohn von 20 Euro und erhält im folgenden Jahr eine Lohnerhöhung von 0,5 Euro. Damit steigt sein Nominallohn um 2,5 %. Die Höhe der Inflationsrate liegt im Jahr 2015 bei 1,5 %. Daher muss der Arbeitnehmer 1,5 % mehr aufwenden, um seinen Lebensunterhalt zu sichern. Sein Reallohn ist damit um 1 % gestiegen.

Ein anderes Szenario ergäbe sich, wenn die Lohnsteigerung eines Arbeitnehmers um 3 % steigen würde, die Inflationsrate aber bei 5 % läge. In diesem Fall müsste der Arbeitnehmer bei seinem Reallohn mit einer Absenkung um -2 % leben. Die erhaltene Lohnerhöhung würde von den gestiegenen Preisen vernichtet und er hätte trotz der Anhebung seines Lohnes faktisch weniger Geld zur Verfügung, um sich und seine Familie zu versorgen.

Der Reallohn und seine Entwicklung in Deutschland

Für Deutschland haben statistische Erhebungen gezeigt, dass die Entwicklung beim Reallohnindex zwischen 2009 und 2017 positiv war. Nur in den Jahren 2008 (0,0%) und 2013 (-0,1%) gab es einen Stillstand oder einen geringen Rückgang.

Allerdings stieg der Verbraucherpreisindex in 6 der insgesamt 10 Jahre stärker, als der Reallohnindex, wodurch die Kaufkraft rückläufig war. Zwischen 1991 und 2012 stiegen die Reallöhne in Deutschland insgesamt nur um 3,1 % und dies trotz einer Steigerung bei den Nominallöhnen von 36,7 %.

Ursächlich hierfür war der Umstand, dass die Verbraucherpreise im selben Zeitraum um 33,9 % anstiegen. So fiel der Anstieg bei den Reallöhnen eher bescheiden aus.

  • Beispielsweise stieg der Reallohnindex im Jahre 2017 um 0,8 % und der Nominallohnindex wuchs um 2,5 %. Allerdings erhöhte sich auch der Verbraucherpreisindex um 1,8 %, wodurch die Reallöhne letztlich sanken.

Quellen

Schrüfer, Klaus: Allgemeine Volkswirtschaftslehre »
Hebel, Brigitte: Einkommens- und Beschäftigungstheorie »


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