Wer in Deutschland nach der Ausbildung oder einem Studium in die Arbeitswelt einsteigt, hat sich zwar qualifiziert, erhält aber nicht automatisch ein Gehalt, das die Fähigkeiten widerspiegelt, über die man verfügt. Meist erhält man ein sogenanntes Einstiegsgehalt.

Die Höhe dieser Gehälter geht in Deutschland weit auseinander, denn Personen mit einer klassischen Ausbildung als Bürokaufmann oder Friseurin verdienen weniger als die Hälfte von dem, was ein Hochschul-Absolvent als erstes Gehalt bekommt.


Was ist das Einstiegsgehalt?

Damit wird das Entgelt beschrieben, dass Berufseinsteiger beziehungsweise Personen erhalten, die ganz neu in einen Beruf einsteigen oder eine neue Arbeitsstelle antreten. Das Einstiegsgehalt liegt meist im unteren Bereich der Gehaltsskala und lässt Platz für Gehaltserhöhungen im Laufe der Betriebszugehörigkeit.

Die Höhe des ersten Gehalts in einem Unternehmen wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, etwa:

  • Art der Schulbildung (Haupt- oder Realschule, Gymnasium)
  • Art der Ausbildung oder des Studiums (Diplom, Bachelor, Master)
  • Berufserfahrung (Praktika, vorherige Tätigkeit in einem anderen Unternehmen)
  • Umfang der Fähigkeiten und Fachkenntnisse

Die Unternehmen honorieren mit einem solchen Gehalt zunächst einmal die Vorbildung. Da viele Berufseinsteiger direkt nach dem Studium noch nicht über Berufserfahrung verfügen, wird diese später meist mithilfe von Gehaltserhöhungen entlohnt.

Wechselt ein berufserfahrener Arbeitnehmer zu einem anderen Unternehmen, fließt diese Erfahrung natürlich mit ins Gehalt zum Einstieg ein, das dann deutlich höher liegen kann.

Durchschnittliches Einstiegsgehalt von Absolventen in Deutschland

In der Bundesrepublik Deutschland liegt das Einstiegsgehalt von Hochschul-Absolventen bei durchschnittlich etwa 43.000 Euro (Stand 2018). Die höchsten Gehälter beim Berufseinstieg erhalten Absolventen bei Banken, in der Automobil-Industrie, bei Pharma-Konzernen sowie bei Unternehmen aus dem Sektor Healthcare.

  • Übrigens profitieren promovierte Rechtswissenschaftler mit circa 59.000 Euro Einstiegsgehalt am meisten von einem erfolgreich absolvierten und mit einer Promotion abgeschlossenen Studium.

Im Gegensatz dazu erhalten beispielsweise Friseure nach ihrer Ausbildung ein durchschnittliches Anfangsgehalt von gerade einmal 18.000 Euro im Jahr. Ausgebildete Bürokaufleute können immerhin mit 24.000 Euro rechnen. Meist erreichen auch Arbeitnehmer mit viel Berufserfahrung auch nach vielen Arbeitsjahren nicht das Gehalt, das Hochschulstudium-Absolventen schon als Anfangsgehalt bekommen.

Welches Studium verspricht das höchste Einstiegsgehalt?

Lässt man die Promotion bei Rechtswissenschaftlern einmal unberücksichtigt, dann liegt ein anderer Berufszweig beim durchschnittlichen Einstiegsgehalt an der Spitze. Studierte Mediziner dürfen laut Umfragen mit einem Einstiegsgehalt von etwa 52.670 Euro pro Jahr rechnen.

Den zweiten Platz belegen Naturwissenschaftler mit einem ersten Gehalt von immerhin noch etwa 48.800 Euro, gefolgt von den Wirtschaftsingenieuren, die ein Einstiegsgehalt von jährlich circa 48.700 Euro erwartet. Rechtswissenschaftler erhalten hingegen "nur" 46.500 Euro Einstiegsgehalt, was den fünften Platz in den verschiedenen Ranglisten bedeutet.


Quellen

von Weizsäcker, Robert K.: Bildung und Beschäftigung »
Bertram, Hans / Deuflhard, Carolin: Die überforderte Generation: Arbeit und Familie in der Wissensgesellschaft »


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