Selbstständigkeit und Hartz IV

Hartz 4 OrdnerViele selbstständige und freiberuflich tätige Personen können von ihren Einnahmen nicht leben.

Dieses Problem tritt nicht nur in der Anfangszeit auf, sondern kann auch zu einem späteren Zeitpunkt immer wieder auftreten.

Aus diesem Grunde ist es gar keine Seltenheit, dass Selbstständige oder Freiberufler auf zusätzliche Unterstützung durch den Staat angewiesen sind und Hartz IV beantragen müssen.

Voraussetzungen für den Hartz IV Bezug

Hartz IV kann nur gezahlt werden, wenn eine Bedürftigkeit vorliegt. Dies ist unabhängig davon, ob die betreffende Person arbeitslos, selbstständig oder angestellt ist.

Maßgebend für den Hartz IV Bezug ist nicht das Bruttoeinkommen, sondern der erzielte Gewinn. Er wird entweder monatlich, vierteljährlich oder halbjährlich berechnet.

Für die Frage, ob eine Bedürftigkeit vorliegt, wäre es außerdem entscheidend, ob der selbstständige Unternehmer größere Ersparnisse, eine Immobilie oder ein Auto besitzt.

Sollte dies der Fall sein, könnte die Hartz IV Leistung entweder nicht oder nicht in vollem Umfange gezahlt werden.

Steuern und Hartz IV

Grundsätzlich ist die Hartz IV Leistung steuerfrei. Für sich allein genommen, würde dies auch auf die Einnahmen aus der selbstständigen Tätigkeit zutreffen.

Insbesondere dann, wenn die Hartz IV Bezüge und die Einnahmen in etwa gleich hoch sind, könnte der Fall eintreten, dass trotz der vorliegenden Bedürftigkeit das Existenzminimum überschritten wird. Dies hätte unter anderem zur Folge, dass die betreffende Person Steuern in geringfügigem Umfang zahlen muss.

Für die Berechnung des individuellen Steuersatzes sind allerdings nicht die Einkommenssteuerklassen für Arbeitnehmer, sondern einzig und allein die steuerrechtlichen Bestimmungen für Selbstständige und Freiberufler maßgebend.

Selbstständig, angestellt und Hartz IV

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Besonders kompliziert stellt sich die Lage dar, wenn eine Person selbstständig tätig ist, eine geringfügige Nebentätigkeit ausübt und gleichzeitig Hartz IV bezieht.

In diesem Falle wäre für die geringfügige Nebentätigkeit die gleiche Steuerklasse maßgebend, die auch für eine Teil- oder Vollzeittätigkeit ihre Gültigkeit hätte.

Für Alleinstehende wäre dies die Steuerklasse 1 oder 2 und für verheiratete Personen die Steuerklasse 3, 4 oder 5. Eine geringfügige Nebentätigkeit mit einer Brutto-Verdienstgrenze von 450 Euro pro Monat ist steuerfrei.

Im Zusammenhang mit einer selbstständigen Tätigkeit und/oder einem ergänzenden Hartz IV Bezug könnten allerdings Steuern fällig werden. Wer eine selbstständige oder freiberufliche Tätigkeit ausübt und einen gut verdienenden Ehepartner besitzt, kann meistens kein Hartz IV bekommen.

In diesem Falle würden die Einnahmen beider Ehepartner zusammengerechnet, was in der Regel dazu führt, dass die Bezugsgrenze für Hartz IV überschritten wird und keine Bedürftigkeit mehr vorliegt.

Der gut verdienende und fest angestellte Ehepartner sollte die Steuerklasse 3 wählen.

So können ganz erhebliche Steuern gespart werden.

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