Die Gehaltsklassen

Die Gehaltsklassen werden gedanklich häufig mit den Steuerklassen in Verbindung gebracht.

Fast automatisch suchen Arbeitnehmer deshalb nach allgemeingültigen Zahlen, um zu verstehen, weshalb sie in eine bestimmte Klasse eingestuft worden sind und deshalb Summe X verdienen.

So funktioniert das Verfahren allerdings nicht: Die Gehaltsklassen entstehen durch Verhandlungen.

Was sind Gehaltsklassen?

Die Klassen legen fest, wie viel Gehalt ein Arbeitnehmer bzw. Angestellter enthält. Nach den verschiedenen Beschäftigungsarten in einem Betrieb gibt es unterschiedliche Klassen, für die ein bestimmtes Arbeitsentgelt vorgesehen ist. Jeder Arbeitnehmer wird einer Gehaltsklasse zugeordnet.

Wie werden die Gehaltsklassen bestimmt?

Die unterschiedlichen Klassen sind das Resultat von Verhandlungen. In der Mehrzahl der Fälle entstehen sie durch Tarifverträge und werden also von den Sozialpartnern bestimmt. Die bekanntesten Klassen gibt es im öffentlichen Dienst. Sie tragen beispielsweise die Bezeichnungen TVÖ 12 oder TVÖ 13.

Gilt kein Tarifvertrag, werden die Klassen im Betrieb individuell erstellt. Nur in sehr kleinen Betrieben geschieht dies einseitig von der Geschäftsleitung. In der Regel verhandeln Arbeitgeber und Arbeitnehmer (bzw. die Gewerkschaftsvertreter im Haus) miteinander.

Welche Aspekte sind für die Erstellung der Gehaltsklassen maßgeblich?

Hierfür sind die folgenden Punkte ausschlaggebend:

  • Schwere der Arbeit
  • Notwendige Ausbildung
  • Größe des Unternehmens
  • Branche
  • Region, in der das Unternehmen beheimatet ist (z.B. Ost-West-Unterschied)
  • Besonderheiten bei der Arbeitszeit (z.B. besonders früher Arbeitsbeginn)

Wie erfolgt die Zuteilung in Gehaltsklassen?

Praktisch immer gibt es ein Arbeitsbewertungssystem. Die Charakteristika der Stelle werden hier herausgearbeitet und anschließend mit den Bestimmungen der einzelnen Gehaltsklassen abgeglichen. Bei der größten Übereinstimmung erfolgt die Zuteilung.

Längst nicht immer ist eine saubere und unzweifelhafte Zuteilung möglich.

Oft muss man entscheiden, welche Kriterien das stärkste Gewicht haben sollen, weil bei der Zuteilung zur Gehaltsklasse einige Charakteristika des Jobs zur Klasse 1 und andere zur Klasse 2 passen.

Bei Tarifverhandlungen ist deshalb häufig ein Ergebnis, dass bestimmte Stellen von einer Gehaltsklasse in eine andere umgeschichtet werden.

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