Lehrer haben berufsbedingt große Aufwendungen, um sich angemessen auf den Unterricht vorzubereiten.

Für sie ist das Ausfüllen der Steuererklärung und das Sammeln der entsprechenden Belege deshalb von besonders großer Bedeutung.

Wer es richtig macht, kann so leicht eine große Steuerrückzahlung bekommen. Allerdings gilt es, auf die Feinheiten zu achten.

Welche Ausgaben können Lehrer in der Steuererklärung absetzen?

Einige Aufwendungen können die Pädagogen in jedem Fall über die Steuererklärung absetzen:

PostenBedingungen bzw. Höhe des möglichen Abzugs
Fahrten zur Schule und wieder zurück0,30 Euro pro Kilometer
Arbeitsmittel mit einem Anschaffungspreis unter 410 EuroAls Werbungskosten voll abzugsfähig. Anlage N, Seite 2, Zeile 42.Exemplarische Auflisten mit der Summe reicht in der Regel.
Arbeitsmittel mit einem Anschaffungspreis über 410 Euro.Als Werbungskosten prozentual abzugsfähig. Beispiel: Ein Computer, der zu 50 Prozent für die Arbeit als Lehrer genutzt wird. Seine Anschaffung muss über zwei Jahre abgesetzt werden.

Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer absetzen

Lehrer können seit 2010 die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer bis zu einer Höhe von 1250 Euro absetzen. Sie fallen prinzipiell unter die Berufsgruppen, bei denen der Staat davon ausgeht, dass 'für die berufliche oder betriebliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz genutzt werden kann.'

Zu beachten ist dabei, dass es sich um eine bis zu-Klausel handelt. Die 1250 Euro dürfen also nicht pauschal abgezogen werden, sondern müssen einzeln nachgewiesen werden.

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Reisekostenerstattung für Dienstreisen

Immer wieder müssen auch die Pädagogen Dienstreisen absolvieren, die erst einmal zu ihren Lasten gehen, weil sie beispielsweise mit ihren Schülern einen Ausflug ins Museum machen. Auch diese Kosten können abgesetzt werden.

Hierbei gilt wieder der Satz von 30 Cent pro gefahrenem Kilometer bzw. der Preis, der auf dem Ticket der öffentlichen Verkehrsmittel steht. In der Steuererklärung vermerkt werden können diese Kosten auf Seite 2 der Anlage N ab Zeile 46.

Eine Klassenfahrt gilt als Dienstreise

Wie andere Berufsgruppen auch, können Lehrer die Kosten einer Klassenfahrt im Sinne einer Dienstfahrt auch in ihrer Steuererklärung berücksichtigen.

Mehrkosten können somit steuerlich berücksichtigt und verringert werden. Damit gelten für Lehrkräfte die gleichen steuerlichen Vorzüge wie für andere Berufsgruppen, die regelmäßig dienstliche Reisen antreten.

Eine Klassenfahrt dient nicht der reinen Vergnügung von Schülern und Lehrpersonal, sondern hat pädagogische Zwecke wie:

  • die Förderung des Zusammenhalts und des sozialen Gefüges
  • erlebnisorientiertes Lernen

Aus diesen Gründen gilt sie für Lehrer als Dienstreise. Bis vor zwei Jahren war es so geregelt, dass eine Reisekostenerstattung für Klassenfahrten nicht ohne weiteres möglich war. Lehrer mussten den Großteil der entstandenen Kosten selbst tragen. Mittlerweile hat sich dies jedoch geändert. Zwar gibt es in den einzelnen Bundesländern noch immer geringfügige Unterschiede (schließlich ist Schule ein kommunales Thema), aber generell gilt die Regelung, die im folgenden Abschnitt erklärt wird.

Rückerstattung der Reisekosten bei Klassenfahrten

Lehrer kriegen eine Reisekostenerstattung für Klassenfahrten, die für sie eine Dienstreise darstellt, wenn die Fahrt im Vorfeld schriftlich vom Schulleiter oder dem zuständigen Schulamt angeordnet und genehmigt wurde.

Für die Abrechnung gilt es nach dem Ende der Klassenfahrt ein spezielles Formular auszufüllen und dieses zusammen mit der schriftlichen Genehmigung beim Schulleiter oder im Schulamt abzugeben. Auf die Vorlage von Belegen für Übernachtung und Verpflegung wird hierbei generell verzichtet.

  • Die Reisekostenerstattung für Klassenfahrten gilt übrigens nicht nur für Lehrer, sondern auch nichtschulische Begleiter wie zum Beispiel Eltern. Auch diese können das Formular zur Rückerstattung ausfüllen und vom Lehrer gemeinsam mit dessen Unterlagen abgeben lassen.

Wie können Bewirtungskosten von Schülern abgesetzt werden?

Spätestens in der Oberstufe sind sogenannte Kurstreffen üblich, die oft bei den Lehrern Zuhause stattfinden. Auch laden die Pädagogen ihre Schüler immer wieder zu einem Eis oder einer Cola ein. Diese Bewirtungskosten gelten allerdings als privat veranlasste Aufwendungen.

Sie dürfen also nicht steuerlich abgesetzt werden. Vereinfacht gesagt: Wenn Lehrer Schüler einladen, können sie nicht über die Steuererklärung dafür sorgen, dass eigentlich der Staat diese Einladung ausgesprochen hat.

Einzelnachweise und Quellen

  1. Mehr Informationen zum Lehrergehalt:
  2. Gesetze im Internet: § 2 Dienstreisen (BRKG)
  3. Gesetze im Internet: § 3 Anspruch auf Reisekostenvergütung (BRKG)

Haftungsausschluss: Wir übernehmen, trotz sorgfältiger Prüfung, keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der hier dargestellten Informationen. Es werden keine Leistungen übernommen, die gemäß StBerG und RBerG Berufsträgern vorbehalten sind.

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