Ledige werden in den meisten Fällen automatisch in Steuerklasse 1 einsortiert. Es gibt jedoch auch Ausnahmen. Ist eine ledige Person beispielsweise Alleinerziehende und betreut ein minderjähriges Kind, das dauerhaft im eigenen Haushalt lebt, wird die Person Steuerklasse 2 zugeordnet.


Steuerklasse finden

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Die richtige Steuerklasse wenn man ledig ist, findet man am besten mit unserem Tool zur Steuerklassenwahl heraus.

Welche Steuerklasse bei Familienstand ledig? Grundsätzlich ist für Ledige bei der Steuerklasse entscheidend, ob Kinder mit im Haushalt leben. Aber auch, wer einen Zweitjob ausübt, stellt eine Ausnahme dar.

Der Nebenjob der ledigen Person wird in einem solchen Fall in Steuerklasse 6 eingeordnet.

LebenssituationSteuerklasse
Ledig, keine KinderSteuerklasse 1
Ledig, Kinder leben aber nicht in eigenem HaushaltSteuerklasse 1
Ledig und Kinder in eheähnlicher GemeinschaftSteuerklasse 1
AlleinerziehendSteuerklasse 2
Zusätzlicher NebenjobSteuerklasse 6
Die Steuerklassen für Ledige

Steuerklassen für Ledige im Detail

Steuerklasse für Ledige mit Kind

Eine ledige Person ist alleinerziehend und wohnt mit ihrem Lebensgefährten und Kind in einem Haushalt – eine Konstellation, die sehr häufig vorkommt. Doch welche Steuerklasse ist für Ledige in einer solchen Lebenssituation die beste?

In der Regel gilt: Wer alleinerziehend ist und ein minderjähriges Kind betreut, das dauerhaft im eigenen Haushalt lebt, wird in Steuerklasse 2 eingeordnet. Kommt jedoch ein Lebenspartner hinzu, der mit in den Haushalt zieht, sind die Voraussetzungen für Steuerklasse 2 nicht mehr erfüllt. Denn, um in Klasse 2 einsortiert zu werden, muss ...

  • mindestens eine nicht volljährige Person im Haushalt leben
  • und es darf keine weitere volljährige Person im Haushalt leben, die als Erziehungsberechtigter auftreten könnte.

Lebt ein Lebenspartner dauerhaft mit im Haushalt, werden die Voraussetzungen folglich nicht mehr erfüllt. Ledige werden in diesem Fall in Steuerklasse 1 eingeordnet.

Beispiel: Claudia lebt mit ihrem 4-jährigen Sohn Tom zusammen. Sie ist alleinerziehend und daher der Steuerklasse 2 zugeordnet. Seit zwei ist sie mit Daniel zusammen. Bisher wohnten die beiden getrennt, doch das soll sich nun ändern. Daniel möchte zu Claudia und Tom ziehen. Sobald Daniel aber bei Claudia lebt, gilt für sie nicht mehr die Steuerklasse 2. Daniel kann als weiterer Erziehungsberechtigter für Tom fungieren und so werden die Voraussetzungen für die Klasse 2 nicht mehr erfüllt. Claudia wird dann der Steuerklasse 1 zugeordnet.

Die wichtigsten Fakten zur Steuerklasse für Ledige

  • Für Ledige ohne Kinder oder ohne alleiniges Sorgerecht gilt die Steuerklasse 1.
  • Auch für Ledige, die in einer eheähnlichen Gemeinschaft zusammenleben, gilt die Steuerklasse 1.
  • Wer als ledige Person zusätzlich zur Hauptbeschäftigung einem Nebenjob nachgeht, wird mit diesem in Steuerklasse 6 eingeordnet.
  • Wer ledig und alleinerziehend ist, kann die Steuerklasse 2 beantragen.

Die Lohnsteuer für eine ledige Person in Steuerklasse 1 ist in den Jahren seit 2005 gesunken und bleibt seit 2015 gleich. Der Jahresarbeitslohn ist allerdings angestiegen. Bei einem gleich bleibenden Prozentsatz für die Lohnsteuer ist letztendlich etwas mehr Geld übrig als es noch vor mehr als 10 Jahren der Fall war. Bei einem Jahresarbeitslohn von 26.524 Euro im Jahre 2005 musste eine ledige Person 3.847 Euro Lohnsteuer pro Jahr zahlen bzw. 14,5%. Inzwischen ist der Jahresarbeitslohn auf 35.189 Euro gestiegen und bei 13,8% Lohnsteuer müssen 4.871 Euro pro Jahr an den Staat abgeführt werden.

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Häufige Fragen zur Steuerklasse für Ledige

Generell richtet sich die Höhe der Abzüge in Steuerklasse 1 nach der Höhe des Einkommens. Deshalb sind konkrete Aussagen schwierig. Neben der Lohnsteuer, die auf Basis des Lohnsteuertarifs ermittelt wird, wird ein Solidaritätszuschlag gezahlt sowie eventuell Kirchensteuer. Darüber hinaus fallen folgende Sozialabgaben an:

Dazu gehören:

Auch in Steuerklasse 2 fallen die bekannten Abzüge an. Diese sind – neben der Lohn- und Kirchensteuer – der Solidaritätszuschlag und:

  • Pflegeversicherung
  • Krankenversicherung
  • Rentenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung.

Aber: In der Steuerklasse 2 gibt es eine Besonderheit – der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Dieser liegt für das erste Kind bei 1.908 Euro und erhöht sich bei jedem weiteren um 204 Euro. Damit mindert sich die Berechnungsgrundlage für die Bemessung der Abzüge in der Steuerklasse.

Prinzipiell ist an dieser Stelle der konkrete Einzelfall zu berücksichtigen. Absetzbar ist unter anderem eine benötigte Zweitwohnung.

Darüber hinaus haben Steuerpflichtige die Möglichkeit über den Posten der Werbungskosten Folgendes abzusetzen:

  • Dienstreisekosten
  • Aufwendungen für Berufsbekleidung
  • Gewerkschaftsbeiträge
  • Arbeitswege

Ebenfalls in Frage kommt die Absetzbarkeit für verschiedene Versicherungen, wie der Berufsunfähigkeitsvorsorge. Oder die private Altersvorsorge, für die hohe Höchstbeträge gelten.

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Aktualisiert am 12.03.2020 von Benjamin Thiessen

Einzelnachweise und Quellen


  1. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 
  2. Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend:  Freibeträge für Kinder
  3. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl

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