Eine Scheidung bringt viele Veränderungen mit sich. Auch in finanzieller Hinsicht ändert sich einiges, wenn man geschieden ist. So müssen beispielsweise die Steuerklassen gewechselt werden.

Im Trennungsjahr bleiben beide Partner zunächst noch in ihrer bisherigen Klasse (3 und 5 oder 4 und 4). Sobald die Partner geschieden sind, werden sie als ledig angesehen und der Steuerklasse 1 zugeordnet.

Hat das ehemalige Ehepaar ein gemeinsames Kind, kommt der Partner, der das alleinige Sorgerecht erhält und Kindergeld bezieht, in Steuerklasse 2. Wichtig ist, dass sich der Steuerklassenwechsel nicht automatisch vollzieht, sobald man geschieden ist. Er muss beim Finanzamt beantragt werden. Wenn man geschieden ist, braucht man für den Wechsel unter anderem die Scheidungsurkunde.

Lohnsteuerklassen-geschieden

Geschieden: Welche Steuerklasse ist richtig?

Ist man vom Ehegatten geschieden, gibt es keine entsprechende Entlastungsregelung. Nach der Scheidung betrachtet der Staat die beiden vormaligen Partner steuerlich wieder als Single, wenn sie nicht inzwischen wieder geheiratet haben sollten.

Man wird also in die Lohnsteuerklasse 1 eingestuft und ist damit bei der Lohnsteuer schlechter als bisher gestellt. Eine Ausnahme ist es, wenn man Kinder hat, die minderjährig sind, noch im Haushalt leben und für die man das alleinige Sorgerecht erhält. In diesem Fall wird man in die Steuerklasse 2 eingestuft, sobald man geschieden ist.

Steuerklassen nach der Scheidung in der Übersicht

Steuerklasse 1Steuerklasse 2
ohne Kind oder ohne alleinigem Sorgerechtmit Kind und alleinigem Sorgerecht

Trennungsjahr – was kommt bevor man geschieden ist?

Bevor zwei Personen geschieden sind, ist es in familienrechtlicher Hinsicht erforderlich, dass die Ehegatten ein Trennungsjahr durchführen.

  • Während dieser Zeit müssen die Parteien voneinander getrennt leben.
  • Der eine Partner darf für den anderen keinerlei „Leistungen“ mehr erbringen – auch dann nicht, wenn innerhalb eines Hauses oder einer Wohnung getrennt voneinander gelebt wird.

Im Trennungsjahres behalten die Partner in der Regel ihre bisherigen Steuerklassen bei. Das heißt, eine Zusammenveranlagung der Einkommenssteuer ist noch möglich.

Entscheidend für die Steuerklasse im Trennungsjahr ist jedoch die Frage, wann im Kalenderjahr die Trennung erfolgt. Stichtag für die Veranlagung ist dabei der 31.12..

  • Trennt sich ein Paar Anfang Dezember, dann hat dies zur Folge, dass bereits ab dem 1. Januar des kommenden Kalenderjahres die Steuerklasse 1 zum Einsatz kommt.
    Trennt sich ein Paar hingegen Anfang Januar, dann gelten noch das gesamte Jahr die bisherigen Steuerklassen (3 und 5 oder 4 und 4).

Entscheidet sich in der Trennungszeit einer der Eheleute, in eine der anderen Steuerklassen zu wechseln, muss der Partner den Wechsel ebenfalls vollziehen.

Rechenbeispiel: Steuerklasse 1 und 3 im Vergleich

Leon hat sich von seiner Frau getrennt. Derzeit befindet sich das ehemalige Paar im Trennungsjahr. Das heißt, die bisherigen Steuerklassen bleiben noch bestehen. Da Leon mit 4000 Euro brutto monatlich um einiges mehr verdient als seine Frau, gilt für ihn aktuell noch Steuerklasse 3. In dieser Klasse muss Leon knapp 400 Euro Lohnsteuer zahlen.

Doch was passiert nach der Trennung, wenn Leon in die Steuerklasse 1 eingeordnet wird?
Dort muss er bei gleichem Verdienst rund 700 Euro Lohnsteuer zahlen.

Geschieden: Fragen zur Steuerklasse nach der Scheidung

Ist man geschieden, muss man die Steuerklassen zügig wechseln. Dies schreibt der Gesetzgeber vor. Hierfür benötigt man die Scheidungsurkunde

Ist ein Kind vorhanden, ist auch die entsprechende Sorgerechtsvereinbarung notwendig. Mit diesen Hilfsmitteln geht man zum Finanzamt, welches die Steuerklasse umschreibt.

Eine dauerhafte Trennung wird dem Amt ebenfalls mitgeteilt. Zu bedenken ist, dass bei einer Trennung, auch wenn eine Zusammenveranlagung besteht, zwei Steuererklärungen abgegeben werden müssen.

Wer geschieden ist, gilt als Single und wird der Steuerklasse 1 zugeordnet.
Geht eine geschiedene Person, die sich in Klasse 1 befindet, dann erneut eine Ehe ein, kommt sie nach der Heirat zusammen mit ihrem Ehepartner in Steuerklasse 4.

Ist für das neue Ehepaar die Steuerklassenkombination 3 und 5 günstiger, kann es die Steuerklasse wechseln. Eine solche Änderung ist einmal im Jahr möglich.

Geschieden: das Wichtigste auf einen Blick

  • Bevor zwei Personen geschieden sind, müssen sie zunächst ein Trennungsjahr durchführen.
  • Während des Trennungsjahres können die bisherigen Steuerklassen bestehen bleiben.
  • Nach dem Trennungsjahr kommen die ehemaligen Partner in die Steuerklasse 1.
  • Sobald ein ehemaliges Paar geschieden ist, muss ein Steuerklassenwechsel beim Finanzamt beantragt werden.
  • Geht eine geschiedene Person erneut eine Ehe ein, kommt sie nach der Heirat zusammen mit ihrem Ehepartner in Steuerklasse 4.

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Steuern: Folgen bei Trennung und Scheidung

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