Der Grundfreibetrag von 9.168 Euro ist der Betrag, der nicht steuerpflichtig ist. Er beträgt für Singles 9.168 Euro, für Ehepaare 18.336 Euro und gilt für alle steuerpflichtige Personen. Dieser Steuerfreibetrag wird bei der Steuererklärung automatisch berücksichtigt.

Grundfreibetrag berechnen

Der Grundfreibetrag wird bei der Berechnung der jährlichen Steuer automatisch berücksichtigt. Steuern werden erst über einer Summe oberhalb des Grundfreibetrags gezahlt.

  • In unserem Steuerfreibetrag-Rechner ist der Grundfreibetrag automatisch berücksichtigt. Nach Eingabe des jährlichen Bruttogehalts wird der Grundfreibetrag automatisch abgezogen und eventuell andere Steuerfreibeträge mit einbezogen.
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Grundfreibetrag berechnen lassen

Grundfreibetrag: Höhe und Bedeutung

Der Grundfreibetrag wird im deutschen Steuerrecht über § 32a Abs. 1 Nr. 1 EStG (Einkommenssteuergesetz) geregelt. Die Idee dahinter beruht auf der Freistellung des Existenzminimums von der Einkommensbesteuerung. Aktuell (für das Steuerjahr 2019) liegt der Grundfreibetrag bei 9.168 Euro. Eine Anpassung erfolgt regelmäßig für neue Steuerjahre. Hierfür sind die Berichte des Bundeskabinetts zum Existenzminimum von Bedeutung.

SteuerjahrHöhe pro Person
20199.168 Euro
20189.000 Euro
20178.820 Euro
20168.652 Euro
20158.472 Euro

Grundfreibetrag in den Steuerklassen

Je nach Steuerklasse ist der Grundfreibetrag unterschiedlich. Für Verheiratete ist der Grundfreibetrag grundsätzlich doppelt so hoch wie der Grundfreibetrag für Singles. In Steuerklasse 5 und in Steuerklasse 6 gibt es keinen Grundfreibetrag.

SteuerklasseHöhe
Steuerklasse 19.168 Euro
Steuerklasse 29.168 Euro
Steuerklasse 318.336 Euro
Steuerklasse 49.168 Euro
Steuerklasse 5kein Grundfreibetrag
Steuerklasse 6kein Grundfreibetrag

Grundfreibetrag: Wichtige Fragen

  • Muss der Grundfreibetrag beantragt werden?

Dieser Steuerfreibetrag muss nicht separat beantragt werden - er wird automatisch in der Einkommenssteuer berücksichtigt.

  • Wer profitiert vom Grundfreibetrag?

Prinzipiell gehören alle Bundesbürger zu den Profiteuren des Grundfreibetrags. Schließlich wäre – wenn der Grundfreibetrag plötzlich entfällt – das zu versteuernde Einkommen deutlich höher. Dieser Sachverhalt ist aber nur eine Seite der Medaille. Im Zusammenhang mit dem Grundfreibtrag lassen sich verschiedene Personengruppen ausmachen, die hier besonders stark im Vordergrund stehen.

Personen mit einem Einkommen knapp über dem Grundfreibetrag:

Wer ein Einkommen – zum Beispiel von 9.500 Euro als Auszubildender – hat, sollte über die Steuererklärung nachdenken. Hier sind beispielsweise Fahrtkosten oder Lehrmaterial als Werbungskosten abzuziehen. Und auch die Krankenversicherung macht sich bemerkbar. Rutscht man unter den Grundfreibetrag, gibt es vom Finanzamt eine Nachzahlung.

Rentner:

Wer heute eine Altersrente bezieht, muss sich mit dem Thema Steuern auseinander setzen. Seit 2005 werden Altersrenten schließlich besteuert. Dabei greift ein individueller Rentenfreibetrag, dessen Höhe sich nach dem Renteneintrittsjahr richtet.

Der Vorteil: Nur das den Freibetrag übersteigende Einkommen ist zu versteuern. Liegt es unter dem Steuergrundfreibetrag, fällt keine Einkommenssteuer an. Sofern man als Rentner den Freibetrag übersteigt, kann sich die Abgabe der Steuererklärung lohnen. Durch Sonderausgaben und Werbungskosten mindern sich die Einkünfte unter Umständen soweit, dass keine Steuer mehr erhoben wird.

  • Warum gibt es den Grundfreibetrag?

Mit dem Grundfreibetrag schützt der Gesetzgeber das Existenzminimum vor dem Zugriff des Finanzamts. Mit derzeit 9.168 Euro auf den ersten Blick nicht besonders hoch, sollte man trotzdem genau hinschauen. Gerade Steuerpflichtige, welche den Freibetrag nur knapp „reißen“, können durch geschicktes Ausnutzen von Werbungskosten und Sonderausgaben ihr steuerpflichtiges Einkommen ausreichend drücken.

Aber auch andere Haushalte profitieren von diesem Schritt. In Deutschland steigt der Einkommenssteuertarif schließlich nicht linear. Schon wenige Euro, um die sich das Einkommen vermindert, können sehr deutliche Auswirkungen haben. Dabei kommen Krankenversicherung und Altersvorsorge vielen Steuerpflichtigen sehr gelegen. Aber auch ein Zweitwohnsitz oder lange Fahrten zum Büro machen sich steuermindernd bemerkbar.

  • Was passiert mit dem Grundfreibetrag bei einer gemeinsamen Veranlagung?

Der existenzsichernde Grundfreibetrag gilt für jeden Steuerpflichtigen. Im Fall einer Eheschließung oder Lebenspartnerschaft können sich Betroffene gemeinsam veranlagen lassen. Hier werden die Freibeträge addiert – es steht der doppelte Freibetrag in Höhe von 18.336 Euro zur Verfügung.

Parallel ist eine Steuerklassenwechsel zu prüfen. Gerade im Zusammenhang mit starken Gehaltsunterschieden kann sich dieser Aspekt rechnen, da im Steuerjahr ein höheres Einkommen zur Verfügung steht.

Einzelnachweise und Quellen


Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz: Einkommensteuergesetz


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